Die Büchse der Pandora ist geöffnet
Auf Kollisionskurs
Die Stadt Spiral City droht mit ihrem plötzlich aufgetauchten Ebenbild zu kollidieren. Die Zeit wird knapp, doch Lucy Weber, die ihren Black-Hammer-Hammer vor mehr als zwanzig Jahren zum alten Eisen legte, versucht noch immer, Licht ins das multi-dimensionale Chaos zu bringen. Zusammen mit Skulldiger ist sie auf der Suche nach dem Doc Robinson aus ihrer Welt, dessen Alternativ-Ebenbild bereits damals die beiden Spirals aufeinanderprallen lassen wollte. Diesen Preis zahlte er mit seinem Leben… was Lucy schuldbewusst ihr Superhelden-Alter-Ego vorzeitig in den Ruhestand schicken ließ. Der Plan, den Anti-Gott zurückzubringen, schlug fehl… vorerst, denn nun, Jahrzehnte später, kündigt sich eine weitere Rückkehr an.
Lucy und Skulldigger werden in einer Anstalt tatsächlich fündig und können den eingesperrten Doc befreien. Da sein verbrecherischer Doppelgänger bereits lange tot ist, stellt sich die Frage, wer dieses Mal für das weltensprengende Unheil verantwortlich ist. Die Antwort ist so überraschend wie erschütternd, denn es ist Lucy Webers Vater… Black Hammer!
Alles bricht zusammen
Hat er da etwa vergessen einen Spoiler-Alarm zu setzen? Nein, hat er nicht… denn diese Enthüllung gibt der Abschlussband der „Reborn“-Trilogie schon recht früh preis. Ohne diese Erwähnung hätte eine kurze Inhaltsangabe auch kaum Sinn gemacht, denn darüber hinaus wird es nur noch komplexer und ja, auch verwirrender.
Jeff Lemire reißt nun endgültig alle Grenzen ein und lässt die verschiedenen Storylines des „Hammerverse“ ineinanderlaufen. Und wenn es um kosmisches Chaos geht, hat selbstverständlich auch der schräge Colonel Weird seine Finger im Spiel. Ein schwer interessanter Charakter. Mysteriös, undurchsichtig und in seinem eigenen Spin-off-Band „Cosmagog“ von Lemire exzellent näher durchleuchtet. Randall Weird ist aber nicht der Einzige der alten Recken, mit denen die verschachtelte Reihe einst ihren Anfang nahm. Fast schon überraschend schlüssig gelingt es, dass mit diesem Band der Bogen zu den Ursprüngen geschlagen wird und man sogar schlüssig ans Ende der ersten Story-Phase anknüpft. Darüber hinaus schafft sogar ein komplett aus dem Rahmen fallender Charakter wie Inspector Insector den Sprung in die Hauptwelt. Wie das zusammenpasst??? Fragt nicht, und lest am besten selbst… denn bei einer genauen Analyse würde ich mir vermutlich zuerst das Hirn verknoten und danach beim Schreiben die Finger brechen.
Das dicke ENDE…
…kommt. Beziehungsweise ist es bereits da! Der abschließende Band „Black Hammer - Bd. 8: Das Ende“ ist ab sofort erhältlich. Auf den finalen 176 Seiten wird sich zeigen, ob die Saga zu einem würdigen Finale kommt. Verdient hätte sie es, denn neben der sich stetig weiterentwickelnden Hauptreihe hatte das „Hammerverse“ verdammt starke Spin-off-Bände hervorgebracht, in denen einzelne Charaktere sowie die ganze Superhelden-Welt um Black Hammer, Barbalien, Skulldigger, Doctor Star/Andromeda oder die Unbelievable Unteens weiter aufgedeckt wurden. Absolut frischer Wind, abseits der großen Player DC und MARVEL.
Fazit:
Ich hätte nicht erwartet, dass der kanadische Top-Autor Jeff Lemire (Leute, lest unbedingt „Royal City“ und „Der Unterwasser-Schweißer“!) es irgendwie schafft, die doch sehr unterschiedlichen Storylines irgendwie unter einen Hut zu kriegen. Gut, hier und da gibt es Abstriche, aber wir bewegen uns hier immer noch auf Superhelden-Terrain. Und dafür ist das „Hammerverse“ schon enorm gut durchdacht. Leuten wir also das große Finale ein, und schauen wir, ob die Nummer am Schluss gänzlich aufgeht…

Jeff Lemire, Caitlin Yarsky, Splitter




















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