Conan der Cimmerier - Bd.8: Der Schwarze Kreis

Erschienen: Mai 2020

Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Wendungsreiche Intrigen, die man sonst nur aus diversen High Fantasy-Epen kennt. Dicht erzählt, ist „Der Schwarze Kreis“ damit ein Highlight in der „Conan“-Alben-Reihe.

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Auch mit Manga-Touch kann Conan bestehen. Immer wieder interessant, auf wie viele Arten sich die klassischen Geschichten interpretieren lassen.

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Marcel Scharrenbroich
Die Kunst des Krieges

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Mär 2021

Attentate, Intrigen und schwarze Magie

Wir steigen mal wieder saftig ein und befinden uns mitten im Schlachtgetümmel. Dort, wo Conan sich am wohlsten fühlt. Zwischen klirrendem Stahl, Blutfontänen und abgetrennten Körperteilen. Kein Wunder also, dass man in so einem Wirrwarr schon mal den Überblick verliert. So geschieht es, dass die Angreifer - unbemerkt von Conan und den Truppen unter seiner Führung - sieben der afghulischen Krieger entführen können. Mit den Gefangenen verschwinden die Kshatriyas vom Schlachtfeld und bringen sie zum Statthalter Chunder Shan, ihrem Befehlshaber. Keine Frage, dass Conan diese Tat nicht auf sich beruhen lassen wird.

Während Conan Pläne zur Befreiung seiner Gefolgsleute schmiedet, springen wir mal nach Ayodhya, Hauptstadt des Königreichs Vendhya. Dort ringt der junge König Bhunda Chand mit dem Tode. Das Volk ist zutiefst erschüttert über diese Tatsache und auch die Heiler sind ratlos, woran es dem Herrscher letztendlich fehlt. Sicher ist nur, dass er die Nacht nicht überleben wird. Hier ist schwarze Magie am Werk, die Bhunda Chand von innen unter Schmerzen verzehrt. Heraufbeschworen von Khemsa, einem Anhänger der dunklen Künste, der diese einst von den mächtigen Schwarzen Sehern erlernte. Khemsa agiert im Auftrag eines Aristokraten, hinter dessen Tarnung sich eigentlich ein Handlanger des Königs Yezdigerd von Turan verbirgt. Diesem ist Bhunda Chand ein Dorn im machtgierigen Auge. Um ihn von seinem unvorstellbaren Schmerz zu erlösen, bittet der junge König mit letzter Kraft seine Schwester, die Devi Yasmina, den Qualen ein Ende zu setzen. Sie gehorcht… und kommt mit einem Dolchstoß dem tödlichen Zauber zuvor.

In der Stadt Peshkhauri laufen die Wege von Yasmina und Conan dann zusammen. Der Cimmerier, der seine Männer aus der Gewalt von Chunder Shan befreien will, und die rachsüchtige Schwester des toten Königs, müssen wohl oder übel an einem Strang ziehen. Yasmina hat herausgefunden, woran ihr Bruder litt. Fand heraus, dass die Schwarzen Seher vom Berg Yimsha die Schuldigen zu sein scheinen. Zumindest deuten alle Anzeichen auf die dunklen, gefürchteten Magier. Deshalb nutzt Yasmina die afghulischen Geiseln, die sich noch immer in der Obhut Chunder Shans befinden, als Druckmittel. Kurzerhand entführt Conan Yasmina und flüchtet mit ihr aus dem Palast. Nun hat auch der Cimmerier ein Tauschobjekt, was Statthalter Chunder Shan wiederum nicht auf sich sitzen lässt und die Jagd auf Conan eröffnet.

Die Entführung der Devi soll nicht an die große Glocke gehängt werden, doch in der Festung gibt es eine undichte Stelle. Ausgerechnet eine untergebene Yasminas, Gitara, die zusammen mit ihrer Herrin nach Ayodhya gereist war, bringt diese nicht ganz unwichtige Information zu ihrem Liebsten… Khemsa. Die Intrigantin überredet den Magier, sich von seinen Meistern loszusagen. Gemeinsam verfolgen sie die Spur Conans und der Devi, um ihr eigenes Spiel zu spielen.

Klingt kompliziert?

Ist es auch, zugegeben. „Der Schwarze Kreis“ ist deutlich komplexer als die meisten „Conan“-Abenteuer, was auch der Vorlage von Robert E. Howard geschuldet ist. Dessen Geschichte „The People of the Black Circle“ war bei ihrer Entstehung, Anfang 1934, die deutlich längste der bis zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Storys. Howard fand anscheinend Geschmack am ausschweifenden Format, denn im Anschluss an diese Geschichte entstand der einzige Roman mit dem wilden Cimmerier: „Die Stunde des Drachen“.

Obwohl man als Leser geradezu mit fremdartigen Namen, Städten und Königreichen bombardiert wird, hat Autor Sylvain Runberg („Orbital“, „Warship Jolly Roger“, „Zaroff“, „Weiße Felder“) es geschafft, dass man sich nicht auf halber Strecke verloren fühlt. Zwar rast man nicht durch die Panels, wie bei den meisten „Conan“-Abenteuern, dafür werden aber zahlreiche Twists aufgefahren, die an die Seiten fesseln. Bei allen Intrigen und Machtgeplänkeln kommt aber auch die Action nicht zu kurz, die man in einem „Conan“-Band selbstredend und völlig zu Recht erwartet.

Shōnan, der Barbar

Dafür zeichnet sich der Künstler Park Jae Kwang verantwortlich, der mit „Conan der Cimmerier: Der Schwarze Kreis“ sein Comic-Debüt vorlegt. Ein eindrucksvolles Debüt, wohlgemerkt. Auch wenn mir die Manga-Einflüsse oft zu präsent sind und im Hyborischen Zeitalter etwas befremdlich und ungewohnt wirken, haben seine kraftvollen Bilder ein hohes Tempo. So dürfen dann Manga-typische Bewegungslinien, die die Dynamik unterstreichen, ebenso wenig fehlen, wie die obligatorischen Schweißperlen an den Köpfen der Charaktere. Dafür gibt es viele kleine Details zu bestaunen, die über manchen Proportions-Ausrutscher hinwegsehen lassen. Am meisten haben mich Conans erster, ganzseitiger Auftritt im Band und das absolut geniale Cover-Motiv beeindruckt.

Fazit:

Inhaltlich einer der bislang besten „Conan“-Bände. Ungewohnt komplex und textlastig, ist „Der Schwarze Kreis“ mehr als nur Barbaren-Haudrauf. Robert E. Howard hatte in der Ur-Story viele kulturelle Einflüsse verarbeitet, welche Comic-Autor Runberg gekonnt in seine Adaption verfrachten konnte.

Conan der Cimmerier - Bd.8: Der Schwarze Kreis

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Letzte Kommentare:
23.08.2020 13:55:51
Huxwell

Conan goes Manga! In vielen Panels findet sich des Öfteren ein starker asiatischer Einschlag, hier in "Der Schwarze Kreis" findet der künstlerische und fachliche Austausch zwischen östlichen und westlichen Zeichnerschulen eindrucksvoll statt. Kein Wunder, Dualität ist inhaltliches Programm des vorliegenden Werks, in der Erzählung treffen ebenfalls Ost auf West, Bruder und Schwester, Leben und Tod aufeinander. Freunde frankobelgischer Schule und Liebhaber richtiger Proportionen müssen jedoch über ihren Schatten springen können, denn Conans Kopf ist viel zu klein geraten für den muskelbepackten Körper des kraftvollen Hünen. Manche mögen jetzt natürlich meinen, dass das schon so passen wird, der Cimmerier aus Robert E. Howards Feder glänzt ja nicht gerade wegen seiner intellektuellen Fähigkeiten und Conans Gehirn braucht nicht wirklich viel Platz im barbarischen Schädel, da er sowieso vor diversen kontrovers geführten Diskussionen erstmal kräftigst auf die Rüben seiner Gegner schlagen wird.
Wer mehr über den Klassiker der Pulp Fiction erfahren möchte, ist beim redaktionellen Teil wieder gut aufgehoben, es findet sich dort einiges an Hintergrundinformationen zu dieser gelungenen Conan-Episode. Das war der achte Streich zur Konzeptreihe nach dem Prinzip: "Ein Werk - ein Abenteuer - eine Vision- ein Autorenteam".

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