Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Ursprünglich 1933 als Kurzgeschichte veröffentlicht, funktioniert „Black Colossus“ auch in seiner europäischen Comic-Adaption noch hervorragend. Düstere Fantasy, die „Conan“-Fans das gibt, was sie wollen.

Zeichnung

Realistischer Look mit hohem Detailgrad. Besonders die Schlachten-Dynamik kann überzeugen… was man von Conans Design (und seiner grauenvollen Frisur) nicht gerade behaupten kann.

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Marcel Scharrenbroich
Stahl, Magie und Leidenschaft

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Mai 2019

„Ein Führer ist jemand, der Hoffnung vermittelt.“
-Napoleon Bonaparte (1769 – 1821)

DAS hatte Conan sich etwas anders vorgestellt… als Teil einer Söldnertruppe versauert der kampferprobte Cimmerier in der Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs Khoraja und bekommt seit Monaten nicht die Gelegenheit, seinen Stahl in Feindesfleisch zu bohren. An Kontrahenten würde es zwar nicht mangeln, doch der befehlshabende General hält sich mit Angriffsplänen zurück. So verbringen die Söldner ihre ungewohnte Freizeit damit, sich im Wirtshaus Alkohol in die trockenen Kehlen zu schütten und halbnackte Damen auf den Schößen zu balancieren. Conan aber wird zunehmend ungeduldig und verlässt kurzerhand den Ort der feucht-fröhlichen Freude, um durch das nächtliche, beinahe ausgestorbene Khoraja zu spazieren. BEINAHE ausgestorben… denn prompt stolpert der Cimmerier in eine umherstreifende Frau, die ihr Äußeres mit einer tief ins Gesicht gezogenen Kapuze verdeckt. Die junge Frau bittet den überraschten Conan um Hilfe, doch dieser, dem die größte Überraschung noch bevorsteht, hält sie für eine Tochter aus edlem Hause, die einen geeigneten Partner zum Liebesspiel sucht… Zu seiner Verwunderung führt die Schönheit ihm zum Palast, wo sie sich als Prinzessin Yasmela offenbart, der Regentin von Khoraja.

Die Prinzessin offeriert Conan, dass der allmächtige Mitra ihr aufgetragen habe, nach dem erstbesten Mann, der ihr über den Weg läuft, zu suchen und diesen um Hilfe zu bitten. Dieser soll ihre Armee anführen und in den Krieg ziehen. Yasmelas Bruder, der König, vegetiert im Kerker eines feindlichen Königreichs vor sich hin und der öffentliche Druck auf die Prinzessin wächst stetig. Ihr Herrschaftsgebiet befindet sich im Visier der Konkurrenz und die als schwach geltende Regentin sieht nur noch einen Ausweg: Angriff!

Das Ziel ist der unheimliche Magier Natohk, jener Zauberer, der eingangs der Geschichte von Shevatas, dem König der Diebe, unbedacht aus seinem Gefängnis befreit wurde und seitdem die Ländereien gnadenlos tyrannisiert. Sogar bis in ihre lebhaften Albträume verfolgt Natohk die hübsche Prinzessin. Conan willigt ein, Yasmelas Armeen in den Kampf zu führen und sieht sich mit einer ihm ungewohnten Aufgabe konfrontiert. Er trägt nicht mehr nur Verantwortung für seine eigenen Taten, sondern befehligt nun ein Heer von hunderten… tausenden Kriegern! Der entschlossene Cimmerier bringt Khorajas tapfere Männer in Stellung und stellt sich den Truppen Natohks entgegen. Ein brachiales Aufeinandertreffen erscheint nun unausweichlich und die Ruhe vor dem Sturm wird schon bald angriffslustigen Schreien und klirrendem Stahl weichen…

Rasante Raserei

Conan wäre nicht Conan, wenn es nicht ordentlich zur Sache gehen würde. Der wilde Cimmerier ist nun mal kein Edelmann, Prinz oder Politiker. Auch wenn die vorliegende Geschichte zeigt, dass er durchaus in der Lage ist, konstruktive Gespräche zu führen und sich nicht nur mit Grunzlauten zu verständigen. Dennoch ist und bleibt Conan ein Barbar aus Leidenschaft. Er lässt das Schwert sprechen und fühlt sich dort am wohlsten, wo ein Krieger in die Vollen dreschen kann: auf dem Schlachtfeld.

Nachdem „Black Colossus“ - so der Titel der Original-Erzählung von Robert E. Howard, die erstmals um Juli 1933 im US-amerikanischen „Weird Tales“-Magazin veröffentlicht wurde - bereits durch die Hände von MARVEL und Dark Horse ging, die ihrerseits jeweils Comic-Adaptionen der Kurzgeschichte publizierten, sind nun die Franzosen an der Reihe. Autor Vincent Brugeas, der sich Howards Werk annahm, legt nach einem gemächlichen, aber durchaus atmosphärischen Anfang in der zweiten Hälfte ordentlich zu und fokussiert sich auf den Action-Part. Denn – wie bereits gesagt – steht der Name „Conan“ für hand- und schwertfeste Auseinandersetzungen und imposantes Schlachtgetümmel.

Dieses bringt der Zeichner Ronan Toulhoat, der künstlerisch schon bei der „Sherlock Holmes Society“ und „Prometheus“ mitmischte, auch überzeugend aufs Papier. Da die europäischen „Conan“-Abenteuer mit jedem Band von einem wechselnden Kreativ-Team betreut werden, unterscheidet sich Toulhoats Stil auch deutlich von dem des Zeichners Pierre Alary, der den ersten Splitter-Band „Die Königin der schwarzen Küste“ bebildert hat. Im Gegensatz zu Alarys schwungvollen und kurvenreichen Darstellungen, die bisweilen sogar Cartoon-Charakter versprühten, wird nun auf Realismus gesetzt. Ein interessanter Stil-Wechsel, der sich durch die ganze „Conan der Cimmerier“-Reihe ziehen wird und dieser so mit jedem Band eine individuelle Note verleiht. Insgesamt ist dieser - erneut hochwertige - Band sehr ansehnlich geraten, doch auch hier gibt es eine Schwachstelle…

Das Haar(teil?) in der Suppe

WAS ZUR HÖLLE IST MIT CONANS HAAREN PASSIERT??? Gut, Sprüche wie „Hey, warst du beim Friseur? Sieht man gar nicht.“, „Du warst beim Friseur? Warum bist du denn nicht drangekommen?“ oder „Tolle Frisur… den Prozess gewinnst du.“ spare ich mir jetzt, aber dennoch würde mich mal interessieren, was der Künstler sich dabei gedacht hat… das haut ja dem stärksten Hipster den Latte Macchiato aus den Griffeln! Ist Prinzessin Yasmelas Äußeres noch anmutig in Szene gesetzt, gleicht Conans Schädel einem Hauklotz, auf dessen Stirn man (einen Beamer vorausgesetzt) ein Public Viewing veranstalten könnte. Sein Gesicht, das durch die ausladenden Geheimratsecken noch weiter unnötig in die Länge gezogen wird, findet so auch im schmalsten Panel Platz… (siehe Seite 25, unten rechts). Conans Darstellung ist somit die größte und nicht unerheblichste (immerhin ist er der Hauptcharakter) Schwachstelle von „Natohk, der Zauberer“. Punkten kann Ronan Toulhoat vor allem in den extrem dynamischen Schlachten, die hohen Schauwert besitzen, wenn die Kontrahenten gnadenlos aufeinanderprallen. Auch farblich wird die Action kraftvoll und intensiv dargestellt. Aus persönlicher Sicht fand ich den visuellen Stil von Pierre Alary ansprechender, da ich dort mehr Kreativität entdecken konnte. Gerade der Bruch mit gewohnten Conan-Konventionen, die sich in den Comics bisher immer realistischen Darstellungen (sofern man bei einem Sword-and-Sorcery-Setting davon überhaupt sprechen kann) verschrieben hatten, empfand ich als mutig und frisch.

Fazit:

Bedenkt man das Alter der ursprünglichen Geschichte von Robert E. Howard, ist es faszinierend, dass diese auch heute noch hervorragend funktioniert und unterhält. Aus erzählerischer Sicht natürlich eher simpel und unkompliziert aufgebaut, hat „Natohk, der Zauberer“ inhaltlich die Nase knapp vorn, wenn man einen direkten Vergleich zum vorherigen Band anstellt. Interessante Fakten zur Howard-Story finden sich dann noch im Anhang des Hardcover-Albums. Insgesamt ein düsteres und rohes Fantasy-Spektakel, das den wilden und ungestümen Cimmerier auch mal von einer anderen Seite zeigt… einer leidenschaftlichen und auch verantwortungsvollen Seite.

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