Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Nah am Original und schnörkellos über die Bühne gebracht. Zwar merkt man der Geschichte ihr Alter an, bekommt aber das, was man erwartet, wenn „Conan“ auf dem Cover steht.

Zeichnung

Schwungvolle Linien treffen auf geradlinige Auf-die-Fresse-Action mit hohem Detailgrad. Der ungewohnte Look überzeugt, macht Spaß und weckt das Interesse danach, was die kommenden Künstler noch aufs Papier zaubern werden.

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Marcel Scharrenbroich
BEI CROM… der cimmerianesische Schwertschwinger ist wieder da!!!

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Mär 2019

Conan for King!

2019 scheint ein regelrechtes „Conan“-Jahr zu werden. Nachdem sich der umtriebige Cimmerier die letzten 14 Jahre durch den amerikanischen Dark Horse Verlag metzelte, kehrt er nun zu seinen Comic-Wurzeln zurück. Bereits 1970 brachte das „Haus der Ideen“, MARVEL, den von Robert Ervin Howard (1906 – 1936) erdachten Charakter in seinen bunten Bilderwelten unter. Nachdem „Conan“ zuvor nur in geschriebener Form erhältlich war und schon 1932 im Pulp-Magazin „Weird Tales“ in die ersten Schlachten zog, konnte man den unaufhaltsamen Berserker nun auch in voller grafischer Pracht bei seinen Abenteuern im hyborischen Zeitalter, welches extra von Howard erschaffen wurde, begleiten.

In 23 Jahren brachte „Conan the Barbarian“ es auf satte 275 Heft-Ausgaben und diverse Specials und Mini-Serien. Die großformatige Schlachtplatte „Savage Sword of Conan“ brachte es zwischen 1974 und 1995 ebenfalls auf stattliche 235 Hefte, bevor beide Hauptserien Mitte der 90er-Jahre wieder kurzzeitig mit „Conan the Adventurer“ und „Conan the Savage“ reanimiert wurden. Über 55 Ausgaben schaffte Conan ab 1980 auch das, was in den Verfilmungen bis dato nur angedeutet wurde: Er wurde König! „King Conan“ – beziehungsweise „Conan the King“, wie die Reihe ab der US-Nr. 20 betitelt wurde – lief bis 1989 und bis heute wartet man auf eine Rückkehr von Arnold Schwarzenegger in die ikonische Rolle des Cimmeriers, der am Ende von „Conan der Zerstörer“ (1986) auf einem Thron gezeigt wurde und einen bisher nie realisierten dritten Teil in Aussicht stellte…

Aktuell häufen sich wieder die Gerüchte um einen abschließenden „King Conan“-Film, die bereits seit Jahren durch den Raum schwirren und Schwarzenegger selbst trägt ordentlich dazu bei. Eine Story über einen gealterten Conan, der endlich seinen Platz gefunden hat, könnte tatsächlich gut funktionieren… auf jeden Fall besser, als die bisherigen Wiederbelebungsversuche der „Terminator“-Reihe. In körperlicher Höchstform, wie einst im kultigen Low-Fantasy-Klopper „Conan der Barbar“ von 1984 (Regie: John Milius), darf man Herrn Schwarzenegger natürlich nicht erwarten, jedoch könnte dies ein toller – wenn auch arg verspäteter – Abschluss werden. Verdammt… jetzt hab ich wieder den grandiosen Score von Basil Poledouris im Ohr!

Nachdem „unser Mann in Hollywood“ Ralf Möller („Hai-Alarm auf Mallor…HAAAHAHA!!!) in die Rolle des TV-Conans trat und somit in die Sandalen-Abdrücke seines BFF Arnie, hüpfte ein anderes Schwergewicht ins Rampenlicht. „Aquaman“-Darsteller Jason Momoa („Game of Thrones“). Dieser verkörperte „Conan“ 2011 im gleichnamigen Streifen des deutschen Regisseurs Marcus Nispel („Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre“, „Pathfinder“, „Freitag der 13.“). Obwohl mit Rose McGowan, Stephen Lang, Rachel Nichols und Ron Perlman einigermaßen prominent besetzt, ging die Produktion an den Kinokassen baden, was vielleicht auch der hohen Altersfreigabe geschuldet war… oder einfach, weil der Film nicht wirklich gut war.

Wie dem auch sei… „Conan“ ist aktuell wieder in aller Munde und US-Leser werden von allen Seiten mit Variant-Covern diverser MARVEL-Reihen zugeballert, die den barbarischen Hünen in allen erdenklichen Posen präsentieren. Dies passiert natürlich nicht ohne Grund, denn so wird werbewirksam der Start einer neuen #1 zelebriert. Anfang Januar startete in den USA die neue Ongoing-Serie „Conan the Barbarian“ und nur einen Monat später ging auch „Savage Sword of Conan“ mit einer fünfteiligen Storyline von Autor Gerry Duggan an den Start. MARVEL setzt jedoch noch einen drauf und wirft Conan in einen weitaus größeren Topf! Tatsächlich trifft der „Barbar“ - zu dem er übrigens erst in den Comics gemacht wurde und von Schöpfer Howard nie so betitelt wurde – auf andere bekannte Helden des MARVEL-Universums und kreuzt so die Wege des Punishers, der Avengers oder von Wolverine. Nicht zum ersten Mal, denn bereits in MARVELs langjähriger Was-wäre-wenn-Reihe „What if ?“ durfte der Muskelprotz erstmals Superhelden-Luft schnuppern. Auf eine deutsche Veröffentlichung müssen wir allerdings noch warten, können jedoch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Immerhin veröffentlicht der Panini Verlag, der in Deutschland die Helden von MARVEL vertreibt, im April 2019 einen wuchtigen Hardcover-Band, der die klassischen 70er-Jahre „Conan“-Comics auf wahnsinnigen 780 Seiten beinhaltet. Man darf also gespannt sein, wie es mit dem martialischen Burschen weitergeht…

Wer nicht warten möchte, oder wem die MARVEL-Stories egal sind und sich lieber an den Original-Geschichten aus der Feder von Robert E. Howard erfreuen möchte, kann freudig den Met-Becher erheben und ein Kamel mit einem gekonnten Fausthieb aus den Hufen dreschen! Der Bielefelder Splitter-Verlag hat nämlich eine ganze Reihe neuer und klassisch angehauchter Abenteuer im Gepäck und markiert deren Start mit „Conan der Cimmerier: Die Königin der schwarzen Küste“.

Barbarischer Auftakt

Merke: Don’t f***k with Conan! Dies muss auch irgendein Richter Schießmichtot auf die rustikale Art lernen. Was lässt der Kerl den herzensguten Conan auch vor Gericht schleifen und nöhlt ihn dann auch noch mit Endlos-Monologen voll? Und das auch noch nach einer durchzechten Nacht? Na, da würde mir aber auch das Schwert locker sitzen! Gesagt, getan… schnipp-schnapp, Rübe ab. Seine halsbrecherische Flucht zu Pferd, durch das zivilisierte Städtchen Argos, führt Conan dann direkt zum Hafen, wo er unter heftigem Pfeil-Beschuss – immer noch den Gaul unterm Allerwertesten – in die rettenden Fluten springt. Glücklicherweise tuckert gerade ein seetüchtiger Kahn vorbei und Conan ist so freundlich, sich als Mitreisender selbst einzuladen. Tito, Marinekommandant im Auftrag vom Hafen von Argos, der mit seiner Mannschaft auf dem Weg ist, um Handel in entfernten Regionen zu betreiben, nimmt Conans großzügiges Angebot, den Trupp gegen Bezahlung zu beschützen, nur zu gerne an… klar, sonst wäre sein Schädel wohl der nächste, der von den Schultern gefegt würde.

So segelt man durch die hyborische See und der wilde Cimmerier tut bei drohenden Piraten-Angriffen das, was er am besten kann. Genau… die Nummer mit dem Schwert und dem Kopf. Anders ist es jedoch, als man mit Belit, der Königin der schwarzen Küste konfrontiert wird. Zu einer ordentlichen Schlacht sagt ein Conan natürlich nicht „Nö“ und metzelt sich mal kurzerhand im Alleingang durch die wilde und maskierte Horde der Angreifer. Beim Handgemenge mit der schönen Belit haben jedoch Amors Pfeile auch noch ein Wörtchen mitzureden und ein Blick reicht, bis beide einander verfallen sind. Belit bietet Conan kurzerhand an, an ihrer Seite zu bleiben, was der ehrenhafte Cimmerier natürlich nicht ausschlägt… mach’s gut, Tito.

Was folgt, ist eine leidenschaftliche und blutige Romanze. Es wird geschnetzelt und geknattert. Körperlichen Lüsten gefrönt und Körperteile von Rümpfen getrennt. Heiße Liebe, die durch den Körper gleitet und kalter Stahl, der… ebenfalls durch Körper gleitet. Gemeinsam mit Belits Freibeuter-Crew – beziehungsweise mit dem, was Conan von ihnen übrig gelassen hat – machen sich die Liebenden auf, in eine entlegene und sagenumwogende Stadt. Eine Stadt, die viele unentdeckte Reichtümer beherbergen soll. Na dann… volle Fahrt voraus!

Kampf über 12 Runden: Round 1… FIGHT!

„Conan der Cimmerier: Die Königin der schwarzen Küste“ ist der erste Band einer zwölfteiligen Reihe, die jeweils von verschiedenen Kreativ-Teams betreut wird und von unterschiedlichen Stationen im Leben des Cimmeriers handelt. Hier wird keinerlei Kontinuität gefolgt, ganz wie es die Intention des Schöpfers Robert E. Howard ursprünglich war. Ist Conan in der einen Geschichte noch König, irrt er in der nächsten wieder allein durch die Wildnis, ohne auch nur jemals einen Thronsaal von innen gesehen zu haben. So ist jederzeit ein leichter und unkomplizierter Einstieg möglich und es entfällt der rote Faden, welcher Vorkenntnisse voraussetzen würde.

Für den Auftakt-Band der ersten europäischen „Conan“-Reihe, die 2018 zuerst im französischen Glénat-Verlag das Licht der Welt erblickte, orientierte sich Autor Jean-David Morvan sehr an der Original-Vorlage von Robert E. Howard. Dies gelingt über weite Strecken auch hervorragend. Die Story ist natürlich Low-Fantasy vom Feinsten, aber Morvan macht nicht mehr aus ihr, als sie ist. Erfreulicherweise! Er behält die konsequente Erzählstruktur von Howard bei und liegt so sehr nahe am literarischen Vorbild. Hier müssen keine Wirrungen und Wendungen hinzugedichtet werden, um die Geschichte zu strecken. Nein, denn es ist der verdammte Conan… und hier bekommt der Leser auch das, was draufsteht und was er erwartet.

Ungewöhnlich ist jedoch die grafische Umsetzung. Erwartet man hier eine düstere, realitätsnahe (zumindest was die Charakter-Gestaltung betrifft) Inszenierung, wird man mit cartoonigen und schwungvollen Illustrationen überrascht. Kann das funktionieren? Bei Crom, das kann es! Pierre Alary zieht den Cartoon-Stil eiskalt durch und belohnt den verblüfften, aber neugierigen Leser mit hervorragenden Bildern. Kräftige Outlines, eine kreative Panel-Anordnung und imposante Splash-Pages, die mit hohem Detailgrad durchs Schlachtgetümmel peitschen. Alles getaucht in atmosphärische Farben, die nie aufdringlich wirken und gut zum Ton der Story passen. Einen hyborischen Daumen nach oben!

Abgerundet wird das erste Abenteuer durch interessante Fakten im Bonusteil. Der Splitter Verlag sorgt mit seinem großformatigen Alben-Format dafür, dass die tollen Illustrationen den nötigen Platz haben, um perfekt wirken zu können. Das hochwertige und handfeste Hardcover verhindert zudem, dass sich bei der ebenso handfesten und krachenden Klingen-Ballade die Buchdeckel biegen.

Fazit:

Ein gelungener Einstand des Europa-„Conan“. „Die Königin der schwarzen Küste“ legt schon mal ordentlich vor und stachelt die Vorfreude auf die kommenden Bände an. Mit Action satt, knisternder Erotik, ordentlicher Action, toller Optik, actionreicher Inszenierung, einer Prise Humor, actionlastigen Kämpfen, phantastischen Kreaturen und handfester Action, liefert der Erstling alles, was „Conan“-Freunde glücklich machen dürfte. Ach ja, es gibt auch noch jede Menge Action… falls die untergegangen sein sollte.

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