Abenteuerliche Reise ins klassische Portugal
Als der Phönizier Epidemais mal wieder an der Küste Aremoricas anlegt, wo das berühmte gallische Dorf liegt, bringt er den Lusitanier Schnurres mit. Dieser fragt bei den Galliern um Hilfe an. Sein Freund Schãoprozes wurde von den Römern gefangen genommen. Er stellt die Fischsause Garum her, die Cäsar so gern mag, doch nun wird ihm vorgeworfen, Cäsar damit vergiften zu wollen. Und so brechen Asterix und Obelix mit Schnurres nach Lusitanien auf, um Schãoprozes zu finden, ihn zu befreien und zudem noch seine Unschuld zu beweisen.
Nach kurzer Zeit erreichen sie die lusitanische Küste und gehen in Schãoprozes‘ Heimatdorf Miesinmãomão an Land. Hier treffen sie auf Schãoprozes‘ Tochter Oxala, die sie nach Olisipo, dem heutigen Lissabon schickt, wo ihr Vater eingekerkert ist. Auf dem Weg dorthin treffen Asterix und Obelix viele neue Freunde und finden schließlihc im Hafen von Olisipo heraus, wer der größte Konkurrent als Garumlieferant ist. Inzwischen hat der intrigante Karies, der für eben diesen Konkurrenten Croesus Lupus arbeitet, von der Anwesenheit der Gallier Wind bekommen und bekommt den Auftrag, diese auszuschalten. Doch da haben die Römer wohl nicht mit der Listigkeit von Asterix und Obelix und der Mitarbeit der Einwohner Olisipos gerechnet. Und nun hat sich auch noch Cäsar in Olisipo angekündigt, um die Pax Romana hier persönlich durchzusetzen…
Konkurrenz um Fischsauce
In ihrem insgesamt 41. Abenteuer sind die Gallier Asterix und Obelix mal wieder in der damals bekannten Weltgeschichte unterwegs, um Freunden gegen die Römer zu helfen. Gemäß der Maxime, dass die Abenteuer immer im Wechsel entweder in Gallien oder woanders spielen, werden die beiden in diesem Abenteuer erstmals nach Lusitanien, dem heutigen Portugal, geschickt, um einen dortigen Garumlieferanten nach römischen Intrigen vor einem Auftreten in der Zirkusmanege zu retten.
Das Autorenteam ist dasselbe wie beim Vorgänger „Die weisse Iris“. Der Autor der Geschichte, Fabcaro, hat sich ebenso gut und intensiv auf das Thema Portugal eingelassen wie der Zeichner Didier Conrad. Bei beiden spürt man in jedem Panel, dass sie die portugiesische, leicht melancholische Seele in sich aufgesogen haben. Die Texte stellen die Figuren mit wirklich originellen Namen, die alle auf “-es“ enden, (tolle und bewährte Übersetzung ins deutsche: Klaus Jöken) vor, die Zeichnungen sind gerade in den großen Bildern sehr detailverliebt und stecken voller kleiner Überraschungen (wer entdeckt den Fussballer Ronaldo als kickenden Knirps?).
Alt, neu und originell zugleich
Die Geschichte ist nicht kompliziert (muss ja auch nicht), besticht aber durch ihre Detailverliebtheit und macht durch viele Wortspiele und immer wiederkehrende Running Gags (Obelix mag einfach keinen Kabeljau) viel Spaß. Als die beiden Gallier in die Firma Garum Lupus kommen, den Konkurrenten von Schãoprozes, müssen sie zu Beginn Name und Passwort nennen, was zu einer kuriosen Situation führt, die natürlich die Moderne anspricht, aber auch an die Musterung in „Asterix als Legionär“ oder das „Haus das Verrückte macht“ aus „Asterix erobert Rom“ erinnert. Das ist alt, neu und originell zugleich und ist nur einer von vielen Hinweisen auf frühere Asterix-Bände, womit sich dieser problemlos in den „Kanon“ der Asterix-Bände einreiht.
Höhepunkt des Bandes dürfte die Szenen sein, als Asterix und Obelix sich verkleiden und sich dazu die Haare schwarz färben lassen, um als Lusitanier durchzugehen. In diesen zwei Szenen bekommt der Humor des Bandes eine neue Dimension, so hat man die Gallier noch nicht erlebt! Am Ende bietet der Band alles, was man erwarten darf: Humor, Geschichte, Altes, Neues, Fado, Essen, Cäsar, die Piraten, eine ausgelassene Orgie, viele neue Gesichter, alte Gesichter, ein tolles Setting und eine Geschichte ohne Längen. Was will man mehr?
Fazit:
Der 41. Asterix-Band „Asterix in Lusitanien“ ist eine würdige Fortsetzung der Comic-Reihe mit gelungener Geschichte, einem tollen Setting, vielen Möglichkeiten zur Entdeckung in den Panels, etwas lusitanischer Melancholie und vor allem, und das ist ja das Wichtigste: viel Humor. Spätestens mit diesem Band hat das „neue“ Team dem Ur-Team mit Goscninny und Uderzo als würdig erwiesen, und man kann neuen Bänden mit Freuden entgegensehen. Empfehlenswert!

Fabcaro, Didier Conrad, Egmont












































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