Text: Jean-Yves Ferri   Zeichner: Didier Conrad

Asterix 39: Asterix und der Greif

  • Egmont
  • Erschienen: Oktober 2021
Asterix 39: Asterix und der Greif
Asterix 39: Asterix und der Greif
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Carsten Jaehner
9

Comic-Couch Rezension von Carsten Jaehner Dez 2021

Story

Auch im 39. Abenteuer werden die beliebten Gallier nicht müde. Der neue Band bietet ein frisches Setting und ein Running Gag jagt den nächsten. Besonders sei die Kreativität bei der Namensgebung der Charaktere erwähnt. Fakenius... hihihi.

Zeichnung

Zeichner Didier Conrad hat Asterix & Co. hervorragend übernommen und überzeugt mit Detailreichtum und einladenden Landschaften.

Gewohnt solides Abenteuer in neuer Umgebung

Cäsars Geograf Globulus berichtet ihm von einem starken, kämpfenden Wesen, dass im östlichen Barbaricum leben soll: Ein Greif. Cäsar sieht im Greifen eine Gelegenheit, sich bei Volk beliebt zu machen, wenn er dieses Wesen im Circus auftreten lässt, und schickt Globulus auf Expedition, diesen Greif zu fangen. Zeitgleich erleidet in einem kleinen gallischen Dorf der Druide Miraculix einen seltsamen Zusammenbruch: Er hat von einem befreundeten Schamanen im Barbaricum eine spirituelle Nachricht erhalten, dass sie von den Römern angegriffen werden. Gemeinsam mit Asterix, Obelix und Idefix macht sich Miraculix auf den Weg nach Osten, wo Schnee und seltsame Dorfbewohner warten…

Bereits der fünfte neue Streich

Mit „Asterix und der Greif“ legt das Autorenteam Jean-Yves Ferri (Text) und Didier Conrad (Zeichnungen) bereits seinen fünften Asterix-Band vor, regelmäßig im Zwei-Jahres-Rhythmus und der Prämisse folgend, dass abwechselnd ein Abenteuer „zu Hause“ spielt und im nächsten dann Asterix und Obelix auf Reisen sind. In diesem Band verschlägt es die Gallier ins Reich der Sarmaten, etwas im heutigen südöstlichen Teil des Urals wo der Schamane Terrine bereits auf sie wartet.

Das Schamanenvölkchen ist trefflich ersonnen, die Männer haben Frauennamen und hüten die Jurte und die Kinder, während die Frauen wie Amazonen auftreten und als Kriegerinnen über die Gegend herrschen. Hier kommt es auch immer wieder zu Differenzen zwischen Asterix und Matrjoschkowa, der Anführerin der Frauen und nebenbei Ehefrau von Terrine. Terrine hat als Schamane den Hinweis ertrommelt, dass die Gallier ihnen gegen die Römer helfen werden, „vor allem von dem Kleinsten unter ihnen“, was die Frauen eher als altbacken abtun. Zudem ist das Herz der Amazone Casanowa noch frei und sie hat sich noch nicht zwischen Asterix und Obelix entschieden, würde rein äußerlich aber durch ihre stattliche Erscheinung und die langen roten Haare eher zu Obelix passen.

Kämpfe an mehreren Fronten

Überhaupt hat Obelix hier fast mehr Raum als Asterix, dessen Zaubertrank eingefroren ist und der dadurch an Wirkung verliert. Asterix kämpft gegen die Römer und gegen die Amazonen an, während Obelix Idefix vermisst, der sich mit seinen „Verwandten“, den Wölfen, in den Wäldern herumtreibt.

Die Expedition der Römer hingegen schreitet voran, des Öfteren wird man an die Heerscharen der Varusschlacht erinnert, wenngleich es nicht zu einer derartigen Schlacht kommt. Zwar wird die Zahl der Römer an einer Brücke dezimiert, das erinnert aber eher an die Brücke am Kwai. Zudem haben die Römer in der Amazone Kalaschnikowa eine Geisel dabei, die mehr als nur einem Römer ordentlich den Kopf verdreht.

Die Running Gags jagen sich

Amüsant und in diesem Band ein Running Gag (neben vielen anderen) sind die verbalen Scharmützel des Geografen Globulus mit dem Zenturio Brudercus und dem Venator Ausdimaus, der auf Tierkämpfe spezialisiert ist und scheinbar nicht immer das Glück auf seiner Seite hat. Es gab da wohl mal eine Geschichte mit einem Zyklopen und eine mit einer Giraffe, die alle kennen, die im Heer legendär ist, aber nicht unbedingt heroisch gelaufen ist. Selbst Cäsar kann sich an die Giraffe erinnern, ein amüsantes Spielchen nebenher.

Die Zeichnungen von Didier Conrad sprühen vor Detailreichtum, gerade große Tableaus in der Winterlandschaft laden zum Entdecken vieler Kleinigkeiten ein. Die Texte, gerade auch in der gelungenen Übersetzung von Klaus Jöken, zeigen denselben Witz, wie eben die Sache mit dem Zyklopen und mit der Giraffe, aber auch die Namen der Figuren sind wieder sehr witzig. Die Sarmaten heissen etwa Gasturbine, Honigbine, Margarine und Dachlawine, und auch die Römernamen amüsieren, vor allem Fakenius, der falsche Nachrichten verbreitet, ein Hinweis auf aktuelle Gegebenheiten in der realen Welt. Natürlich werden hier auch Anspielungen auf die Corona-Pandemie gemacht, aber leise und versteckt (Abstand halten, Immunität usw.). Dass bekannte Franzosen karikiert werden, behält ebenso eine liebgewonnene Tradition bei, so trägt etwa der Geograf Globulus Züge des Philosophen Michel Houellebecq.

Fazit:

Das 39. Abenteuer der beliebten Gallier bietet wieder alles, was das Herz begehrt. Es gibt Running Gags nur für diesen Band, zudem die beliebten Running Gags durch die ganze Reihe und viele neue Figuren mit köstlichen Namen. Die Figuren wirken etwas modernisiert, bleiben aber immer noch im gewohnten Duktus. Die Geschichte selber hat Irrungen und Wirrungen und die Auflösung mag nicht für jeden zufriedenstellend sein, zudem ist Asterix selber nicht immer die tragende Figur. Aber es ist eben ein neues Abenteuer aus dem Asterix-Universum, und das ist Grund zur Freude genug. Hinweis: Während der Geschichte kamen keine Tiere oder Römer zu Schaden. Amüsant.

Asterix 39: Asterix und der Greif

Jean-Yves Ferri, Didier Conrad, Egmont

Asterix 39: Asterix und der Greif

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