Invincible 8

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Marcel Scharrenbroich
10

Comic-Couch Rezension vonJun 2022

Story

Nicht nur die Hauptstory rast rasant und konfliktreich voran, es wird auch großes Augenmerk auf erweiternde Neben-Plots gelegt. Diese haben ebenfalls ihren Reiz.

Zeichnung

Mit zwei Hauptzeichnern ist für Abwechslung gesorgt. Leider wechseln deren Stile zu sprunghaft. Das hätte besser (mit Gegenwart vs. Vergangenheit-Wechseln in jeweils anderen Stilen) aufgeteilt werden können.

Krieg und Frieden

Willkommen auf der Erde

Nolan Grayson, alias Omni-Man, hat es tatsächlich geschafft. Seine Frau Debbie hat ihm verziehen. Die beiden wollen einen Neuanfang auf dem Planeten Talescria wagen, dem Hauptquartier der Koalition der Planeten. Dort hat nun Allen der Alien das Sagen. Allen hatte während Nolans Abstecher zur Erde ein Auge auf dessen Sohn Oliver geworfen, Invincibles Stiefbruder. Für Oliver ist der Tapetenwechsel kein Problem, da er eh ein sehr schlechtes Bild von der Erde und erst recht der gesamten Menschheit hat. Da scheint der Viltrumit in ihm sehr ausgeprägt zu sein, denn das Volk seines Vaters hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Erde zu erobern. Nolan wurde einst auserkoren, dieses Vorhaben einzuleiten, scheiterte aber ausgerechnet am starken Willen seines anderen Sohnes, Mark… Invincible.

Dieser Vater/Sohn-Zwist ist mittlerweile überwunden und Nolan musste sich eingestehen, dass ihm nicht nur die Menschheit am Herzen liegt, sondern dass die Liebe zu seiner Familie stärker als die Loyalität zu seiner ehemaligen Heimat ist. Ehemalig deshalb, weil er sich längst abgewendet hat… aber auch aus dem Grund, dass man es mit vereinten Kräften geschafft hat, Viltrum in feinste Staubkörnchen zu zerbröseln. Herrscht nun also Frieden im All? Sind sämtliche Planeten diverser Sonnensysteme - inklusive der Erde - endlich sicher? Nein, denn eine kleine Gruppe Viltrumiten hat den Big Bang überlebt… und sucht ausgerechnet Zuflucht auf unserem „l(i)ebenswerten“ Planeten. Na schönen Dank auch… und viel Erfolg.

Invincible und Omni-Man wurden von den Invasoren vor die Wahl gestellt. Sie lassen die überlebenden Viltrumiten in Frieden und unerkannt unter den Menschen leben, um sich zu paaren und den Fortbestand ihrer Rasse zu sichern (genetisch sind beide Spezies nämlich fast auf einem Nenner) oder es knallt. Dann wäre es für unsere Erde aber mal GANZ schnell zappenduster. Wer nur EINEN Viltrumiten mal in Aktion gesehen hat, möchte nicht erleben, was dreißig von der Sorte anrichten könnten. Mit dem Versprechen, dass die Neuankömmlinge sich bedeckt halten und keine akute Gefahr von ihnen ausginge, ließen Mark und Nolan sie gewähren. Eine Nachricht, auf die Allen der Alien alles andere als glücklich reagiert, massakrierten die Viltrumiten doch eins sein Volk. Außerdem hat er als Anführer der Koalition der Planeten eine Verantwortung. Und zwar für unzählige Planeten und Milliarden von Lebewesen. Deshalb macht er sich seine Entscheidung nicht leicht… aber sie ist unumstößlich: die Viltrumiten müssen sterben.

Das künstlich hergestellte Geissel-Virus diente der Koalition kürzlich noch im großen Krieg gegen Viltrum. Eine der wenigen Waffen, die tödlich für die überpowerten Außerirdischen sind. Nun hat Allen beschlossen, dieses Virus auf der Erde freizusetzen. Obwohl ihm durchaus bewusst ist, dass eine erhöhte Chance besteht, gleich die ganze Menschheit mit auszulöschen, da beide Rassen über fast identisches Erbgut verfügen. Nolan, der fest davon überzeugt ist, dass die überlebenden Vertreter seiner Spezies ebenfalls lernen könnten, die Erde zu lieben, stellt sich klar gegen seinen Freund. Er appelliert an Allen, beißt aber auf Granit. Also lassen die Kontrahenten die Fäuste sprechen. Ginge es nach Oliver, könnte der ganze Planet ohne Umwege zur Hölle fahren, doch da hat der heimatliebende Invincible auch noch ein Wörtchen mitzureden…

Neue Sub-Plots

Während die Hauptstory sich immer weiterentwickelt, nutzt Autor Robert Kirkman die Zeit, um auch mal nach links oder rechts abzubiegen. So kommt zum Beispiel Invincibles Erden-Vertretung etwas Aufmerksamkeit zugute. Da sind vor allem die zwischenmenschlichen Momente ganz interessant. Der größte Part geht aber an Monster Girl und Robot. Die beiden waren mal ein Paar, was aber recht unschön endete. Sie hatte es für eine wortwörtliche Ewigkeit (schlappe 700 Jahre… aber auf der Erde gehen die Uhren anders) in eine ferne Dimension verschlagen, wo sie sich zwischen Gefangenschaft, Revolution und Krieg lieben lernten und wieder entfremdeten. Das ist toll in Rückblenden erzählt und äußerst tragisch. Da sieht man wieder, dass „Invincible“ immer für eine Überraschung gut ist.

Überraschend ist auch, dass „Invincible“-Co-Schöpfer Cory Walker einen nicht unerheblichen Teil der Zeichnungen übernommen hat. Er teilt sich die Arbeit mit Ryan Ottley, der wie gewohnt souverän abliefert. Walkers Zeichnungen stechen aber positiv heraus, was natürlich auch immer etwas mit persönlichen Vorlieben zu tun hat. Ich mag seine filigranere Art, die farblich dann auch etwas pastelliger daherkommt. Wie gewohnt werden von den Machern im üppigen Anhang noch haufenweise Charakter-Modelle, Tusche-Zeichnungen, Skizzen und humorvolle Unterhaltungen kredenzt.

Fazit:

Dank des Mitwirkens von Cory Walker ist (nach künstlerischen Beiträgen in Band 6) auch der nunmehr achte Sammelband wieder ein Highlight. Gerne hätte ich die künstlerische Höchstnote vergeben, aber dafür unterscheiden sich die Stile beider Künstler zu sehr, was innerhalb einer Storyline zu Verwirrungen führen kann und sich „bremsig“ auf den Lesefluss auswirkt.

Invincible 8

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