Androiden – 01: Wiederauferstehung

Erschienen: November 2017

Couch-Wertung

7
Story
Zeichnung

Story

Intelligent, unterhaltsam. Das thematische Spannungsfeld ist komplex, die Auflösung positiv überraschend. 64 Seiten sind hier aber zu wenig!

Zeichnung

In eher dunkle Farben getauchtes Setting und viele kontrastreiche Lichteffekte schaffen eine düstere, cineastische Atmosphäre!

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B:9.3333333333333
V:3
André C. Schmechta
Unterhaltsame, intelligente Science Fiction mit Ausbau-Potential.

Comic-Rezension von André C. Schmechta Nov 2017

Willkommen in einer Welt, in der die Sterblichkeit besiegt ist. Kleine blaue Kapseln -„Die Mischung“ genannt und von der Regierung kostenlos verteilt - sind der Schlüssel zu ewigem Leben. Der Preis: Frauen sind unfruchtbar. Seit 500 Jahren wurde kein Kind mehr geboren. Androiden und Roboter mit ausgereifter künstlicher Intelligenz unterstützten hingegen das Leben und den Alltag auf dem Planeten.

Polizistin Liv wird mit ihrem Roboter-Partner „Job“ zu einem Mordfall gerufen. Der Direktor eines Museums liegt erschossen in seiner Wohnung, Überwachungskameras wurden manipuliert, eine verdächtige Person ist auf der Flucht. Liv kann den Verdächtigen stellen, doch bevor dieser alle Details offenbaren kann, wird auch er erschossen.

Kunstrestauratorin Anna plagen ganz andere Probleme: Übelkeit, Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch. Ihr Mann ist ratlos. Nicht nur die Frauen unter uns dürften aber schnell eine erste mögliche Diagnose stellen können. So ist es auch wenig überraschend, wenn Professor Castle nach seiner Untersuchung Anna die Mitteilung macht, dass sie schwanger ist. Nur ist das eigentlich unmöglich!

Atmosphärischer Einstieg

Gleich die Einstiegssequenz in „Wiederauferstehung“ ist gelungen. Großzügige Panels, und spannende Perspektivwechsel erzählen von einer von Androiden bewachten Raumstation, die im Meteoritenhagel zerstört wird. Polizistin Liv hingegen präsentiert viel nackte Haut. Und dieser Hauch Erotik unterstreicht wirkungsvoll die menschlichen Aspekte, die im reizvollen Gegensatz zu einer sonst kühlen, anonymen Großstadtumgebung stehen.

Mit einem insgesamt durchweg in eher dunkle Farben getauchten Setting und vielen kontrastreichen Lichteffekten schaffen Zeichner Jesús Hervás Millán und Olivier Héban - der für die Farben zuständig ist - eine düstere, cineastische Atmosphäre. Da kommt durchaus ein Hauch Blade Runner Flair auf.

64 Seiten sind zu wenig

Die verschiedenen Handlungsstränge der Hauptdarsteller sorgen für Abwechslung, allerdings manchmal etwas zu viel. Gerade erst ist man mit einer Szene warm geworden, wird in die nächste Sequenz gesprungen. Zu häufig werden längere Dialoge auf wenige Panels gepresst. Das nimmt die Kraft aus den einzelnen Sequenzen und Szenen – die Bilder können sich nicht mehr entfalten, die Story wirkt zwar rasant aber unnötig hektisch. Gelegentliche ruhigere, großzügigere Passagen hätten die Dramaturgie unterstrichen und vor allem Gelegenheit gegeben, darüber die emotionale Tragweite der Geschichte und die Hauptdarsteller etwas mehr auszuarbeiten. Dies ist auch mein wesentlicher Kritikpunkt eines sonst intelligent angelegten, unterhaltsamen Science-Fiction Abenteuers aus der Feder von Jean-Luc Istin. 64 Seiten sind hier zu wenig!

Isaac Asimovs Robotergesetze stehen dem Science Fiction Abenteuer voran. Dass diese im Laufe der Geschichte gebrochen werden, ist eigentlich wenig überraschend, es markiert aber dennoch einen wesentlichen Wendepunkt in der Geschichte, denn auch niemand geringeres als „Job“ – Partner von Liv – bricht sie! Der Verdächtige im Mordfall hat nach dem Absturz der Raumstation eine überraschende Entdeckung gemacht. Eine Geiselnahme, in die Liv ebenfalls verwickelt wird, weckt in Liv Zweifel. Ist die Abhängigkeit von einer Kapsel noch ein selbstbestimmtes Leben? Das thematische Spannungsfeld ist entsprechend reizvoll und komplex, die Auflösung der Geschichte rüttelt an den Grundfesten menschlichen Lebens und ist positiv überraschend. Existentielle und aktuelle Fragen werden im ersten Band von „Androiden“ aufgeworfen: Die Frage nach der eigenen Identität, nach dem Stellenwert von künstlicher Intelligenz, und schießlich die Frage nach der Unsterblichkeit.

Fazit

Der Auftakt der auf insgesamt vier Einzelbände ausgelegten Comic-Reihe "Androiden" ist spannend und kurzweilig inszeniert. Die Handlungsstränge werden mit einem raffinierten und überraschenden Plot aufgelöst. Mehr Länge hätte dem Werk gut getan, um die durchaus komplexe und reizvolle Thematik ruhiger entfalten und den Protagonisten etwas mehr Tiefe verleihen zu können. "Androiden – 01 Wiederauferstehung" ist unterhaltsame Science Fiction mit Ausbau-Potential. Band 2 "Glücklich wie Odysseus" erscheint im März 2018.

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