Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Trondheim packt inhaltlich noch ein Pfund drauf und setzt die durchgehende Handlung gekonnt fort.

Zeichnung

Wie gehabt: übersichtlich und sauber gezeichnet. Farblich trüb, der Handlung angemessen.

Leser-Wertung

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Marcel Scharrenbroich
Aller guten Dinge sind drei

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Feb 2018

„Die Maggy, dat is ‘ne Marke, do!“

So oder so ähnlich würde man wohl bei uns im Ruhrpott über das kaltschnäuzige Großstadt-Original mit dem losen Mundwerk reden, denn ähnlich, wie es uns Pottlern gerne mal nachgesagt wird, trägt auch Lewis Trondheims „Maggy Garrisson“ das Herz oft auf der Zunge. Nachdem mit „Lach doch mal, Maggy!“ bereits ein ordentliches Fundament gegossen wurde und man den Rohbau mit „Der Mann in meinem Bett“ hochgezogen hat, verpassen Trondheim und Zeichner Oiry dem bedruckten Neubau nun ein formschönes Dach.

Mit „So war das nicht gedacht“ liegt beim Schreiber & Leser-Verlag nun der vorerst letzte Band der „Maggy Garrisson“-Reihe vor und folgt dem roten Faden der beiden Vorgänger. Neu eingeflochtene Fälle gilt es ebenfalls zu lösen und so erwartet uns ein charmant humorvolles Krimi-Lesevergnügen, mitten aus dem Leben.

Mach’s noch einmal, Maggy

Schon auf der ersten Seite springt einen wieder der typische Humor der Reihe an und Leser der Vorgänger fühlen sich schnell heimisch. Wir folgen Maggy und ihrem „Partner in Crime“ Alex zu einer Container-Versteigerung. Ashley, einer von Alex‘ zwielichtigen Freunden, der passenderweise auch noch Polizist ist, hat eine dieser Lagerboxen erstanden und bietet Maggys besserer Hälfte eine dort gefundene Browning-Handfeuerwaffe zum Kauf an. Die Detektiv-Aspirantin ist nicht gerade begeistert und es sollte auch nicht verwundern, dass diese Waffe noch für Schwierigkeiten sorgen wird. In dem Container fällt Maggy ein altes Fotoalbum auf und sie beschließt, den Besitzer ausfindig zu machen… immerhin sollten sich so ein paar schnelle Pfund verdienen lassen.

Die erste Anlaufstelle in ihren Ermittlungen ist ihr Arbeitgeber, Privatdetektiv Anthony Wight. Dieser bearbeitet gerade einen eigenen Fall, bei dem eine Witwe behauptet, dass man ihrem verstorbenen Mann im Bestattungsinstitut die Goldzähne entwendet hat. Als hätte die problembeladene Jung-Ermittlerin nicht bereits genug zu tun, beschließt sie, Wight bei der Überführung der Täter zu unterstützen, da ihre ersten Anhaltspunkte im Fotoalbum-Fall im Sande verlaufen.

Währenddessen sieht sich Alex in einer moralischen Zwickmühle, da er seinem Cousin, einer anerkannten Unterwelt-Größe, für die er Botengänge erledigt und auch mal als „Mann fürs Grobe“ fungiert, einen prekären Gefallen ausschlägt. Neben einem Kennenlernen von Alex‘ Mutter schleicht sich Maggy auch noch „undercover“ in eine Buchhandlung ein, in der ein Mitarbeiter sich regelmäßig an den Einnahmen bedient.

Als wäre dies nicht schon alles genug, taucht auch noch Maggys ehemalige Freundin, die korrupte Polizistin Sheena, erneut auf der Bildfläche auf und sorgt für Ärger.

Klingt nach einer Menge Stoff für 48 Seiten, oder? Aber wer Maggy Garrisson und ihre Art, Probleme zu lösen bereits kennt, sollte nicht überrascht sein, dass die sympathische Power-Frau mit der stoischen Gelassenheit auch diesen Ärger heil überstehen wird… und ihn gegebenenfalls mit zwei, drei, vier Bierchen in ihrem Stamm-Pub runterspült.

Fälle, die das Leben schreibt

Autor Lewis Trondheim, der seine Ehefrau Brigitte Findakly erst vor Kurzem zeichnerisch bei ihrem autobiografischen Buch „Mohnblumen aus dem Irak“ unterstützte, bei dem die in Mossul geborene Autorin einige Stationen aus ihrer Kindheit beleuchtet, setzt auch im dritten Band seiner erfolgreichen Reihe auf Kontinuität. Fäden aus den Vorgängern werden weitergesponnen und logisch ergänzt. Die Charaktere wachsen und Hintergründe werden beleuchtet. Auch neue Elemente finden ihren wohlverdienten Platz und lassen zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen.

Auch Zeichner Stéphane Oiry macht einen erneut guten Job und behält den bekannten und etablierten Stil gekonnt bei. Trotz der bis unters Dach vollgepackten Geschichte lässt er den Leser nie die Übersicht verlieren und erzählt in herrlich unaufgeregten Panels die Abenteuer der mittlerweile lieb gewonnenen Figuren. Brachiale Action wäre für die Reihe ebenso unangebracht, wie ganzseitige Darstellungen und so führt Oiry ruhig und entspannt durch die Handlung. Die Farbgebung ist, wie bereits bei den Vorgängern, blass und gediegen, was aber ein absoluter Pluspunkt für die Darstellung ist. Jeder Akteur hat, trotz der minimalistischen, aber punktgenauen Zeichnungen, seine charakteristischen Merkmale und verfügt über einen Wiedererkennungswert, der dem Leser raschen Zugang zu den Charakteren bietet.

Fazit:

Mit „Maggy Garrisson – 3. So war das nicht gedacht“ hat sich die sympathische Detektivin mit der großen Klappe endgültig in mein Herz ermittelt. Als London-Fan und großem Freund von Sir Arthur Conan Doyles Pfeife rauchendem Meister-Detektiv war „Maggy Garrisson“ ein absoluter Glücksgriff für mich. Der Zynikerin aus dem Londoner East-End gelingt es mühelos, den Leser mit Wortwitz und sarkastischen Kommentaren um den Finger zu wickeln, auch wenn Lewis Trondheim seine Hauptdarstellerin des Öfteren mal die Grenzen der Legalität überschreiten lässt. Maggy hat das Herz am rechten Fleck und agiert realitätsnah, was ihre Abenteuer so sympathisch macht. Eine rauchende, trinkende und fluchende „Heldin“ einer neuen Generation, die mit unkonventioneller Art auf ihre Vorbildfunktion pfeift… i am still amused!

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