Maggy Garrisson: 2. Der Mann in meinem Bett

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Marcel Scharrenbroich
8

Comic-Couch Rezension vonFeb 2018

Story

Stimmige Fortführung der Geschichte, die den Leser einen Schritt weiter in Londons Unterwelt führt.

Zeichnung

Sorgfältig und geradlinig gezeichnet. Blasse, aber warme Farben harmonieren mit der Geschichte.

Queen Maggy II.

Seeeehr verdächtig…

Der zweite Band von „Maggy Garrisson“ schließt nahtlos an den Vorgänger an und führt dessen offenes Ende weiter. Nachdem sich Maggy mit dem Kleinganoven Alex zusammengetan hat und man sich auch auf privater Ebene nähergekommen ist, verfügt sie über ungeahnten (und vor allem ungewohnten) Reichtum. Die Beute wird natürlich 50/50 geteilt… Ganovenehre… will aber auch fachmännisch verstaut werden. Man will ja keinen Verdacht erregen, indem man das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster wirft. Alte Gewohnheiten werden beibehalten… bloß nichts anmerken lassen und aus dem Rahmen fallen. Maggy wandert auf einem schmalen Grat und hat die Linie, Richtung Kriminalität, bereits überschritten. Doch auch ihre neu gewonnene Polizisten-Freundin Sheena spielt nicht mit offenen Karten und somit ist Vorsicht geboten. Nur wohin mit dem schlanken Sümmchen von 15.000 Pfund?

In ihrer Stammkneipe wird der frischgebackenen Detektivin vom Barkeeper ein Mann namens Stephen vorgestellt. Dieser beauftragt Maggy damit, die Wertsachen, inklusive Bargeld und Schmuck, seiner verstorbenen Mutter zu finden. Er beschuldigt seine Schwester, sich Zutritt zur Wohnung der Verblichenen verschafft zu haben, um die Erbschaft für sich einzusacken. Die Schwester wiederum behauptet, dass ihr Bruder das wertvolle Hab und Gut entwendet hat. Da Maggy ja den Schein zu wahren versucht, um nichts von ihrem plötzlichen Geldsegen preiszugeben, nimmt sie den Auftrag gerne an. Ihr Quasi-Arbeitgeber, Privatdetektiv Anthony Wight, scheint mit dem Fall ebenfalls vertraut zu sein und so macht man sich gemeinsam auf die Pirsch.

In diesem Band lernen wir auch Maggy Garrissons Mutter kennen und bekommen so einen weiteren kleinen Einblick in das Privatleben der jungen Frau. Maggy beschließt, die alte Dame zu besuchen und verbindet direkt das Nötige mit dem Nützlichen. Gute Wahl… dauert es doch nicht lange, bis ihre Wohnung auf links gedreht und verwüstet zurückgelassen wird. War da jemand auf der Suche nach der Beute vom Pier? Und wer ist Maggys unheimlicher Schatten, der sie auf Schritt und Tritt verfolgt? Die Sache ist größer, als sie sich ausgemalt hätte und eine Konfrontation mit Polizistin Sheena scheint auch unausweichlich…

Business as usual

Auch der zweite Band der „Maggy Garrisson“-Reihe macht so ziemlich alles richtig. Der rote Faden aus ihrem Debüt wird weiterverfolgt und einen neuen Fall gibt es auch für die aufstrebende Detektivin. Das alles wird nicht lieblos heruntergekurbelt, sondern wirkt sehr homogen. Die Handlungsstränge werden zusammenhängend erzählt und keines dieser Elemente kommt dem Leser wie ein Fremdkörper vor. Der Plot scheint von Autor Lewis Trondheim gut durchdacht und man spürt eine Entwicklung bei den Charakteren. Auch der Einblick in Maggys Privatleben, über das wir bisher eigentlich nicht viel wissen, macht neugierig. Ebenfalls den zynischen Wortwitz seiner schlagfertigen und trinkfesten Heldin hat Trondheim erfreulicherweise beibehalten. Humorvolle Dialoge und Gedankengänge lassen den Leser innerhalb weniger Panels breit grinsen und passen zum schlagfertigen Charme, den schon der erste Band ab der ersten Seite versprühte.

Das Autoren-/Künstler-Team Trondheim/Oiry ergänzt sich auch im Nachfolger-Band perfekt und neben der Geschichte wird auch der Zeichenstil auf gleichbleibendem Niveau weitergeführt. Gerade Linien, grobe Zeichnungen und trübe, eher düstere Farben, die den Inhalt passend unterstreichen. Glücklicherweise ist dies der Fall, denn wenn den Leser bunte und knallige Farben anspringen würden, wäre das ein wirklicher Kritikpunkt, da die Atmosphäre darunter zu leiden hätte. Zeichner Stéphane Oiry bleibt hier seinem Stil treu.

Die Qualität von „Maggy Garrisson – 1. Lach doch mal, Maggy!“ wird auch in „Maggy Garrisson – 2. Der Mann in meinem Bett“ gehalten. Inhaltlich und optisch reiht sich das Werk flüssig ein und auch die Veröffentlichung vom Schreiber & Leser-Verlag lässt erneut keine Wünsche offen. Ein gelungenes Hardcover im Alben-Format mit hochwertigem Druck und dementsprechenden Papier.

Fazit:

Die Geschichte des Erstlings wird konsequent und schlüssig weiter erzählt und um einige Faktoren ergänzt. Die smarte Jung-Detektivin, die um keinen sarkastischen Kommentar verlegen ist, macht auch im zweiten Anlauf Spaß und würde ihrem Ermittler-Kollegen Sherlock Holmes bei einem (sehr unwahrscheinlichen) Aufeinandertreffen die Schamesröte ins lange Gesicht treiben. Kombiniere: ein erneuter Volltreffer… i am very amused.

Maggy Garrisson: 2. Der Mann in meinem Bett

, Stéphane Oiry, Schreiber & Leser

Maggy Garrisson: 2. Der Mann in meinem Bett

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