Text:   Zeichner: Brüno

Lucky Luke - Hommage 7: Dakota 1880

Lucky Luke - Hommage 7: Dakota 1880
Lucky Luke - Hommage 7: Dakota 1880
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Carsten Jaehner
8101

Comic-Couch Rezension vonApr 2026

Story

Übersetzt von Klaus Jöken, bietet die Vorlage weniger Humor und mehr Melancholie und Realismus als die Ur-Reihe.

Zeichnung

Realistischere Zeichnungen als üblich, farblich immer dem einzelnen Kapitel angepasst. Gelungen.

Wie Lucky Luke zu seinem Namen kam

Im Jahr 1880 eskortiert Lucky Luke zusammen seinem langjährigen Freund und Kutscher Hank Bully eine Kutsche auf dem Weg nach Kalifornien. Dabei hat er allerlei Begegnungen mit Gaunern, Indianern, Sklaven, Revolverhelden und einem redegewandten Fotografen. Dabei reiten sie durch Wind und Wetter, Schnee, Hitze, Regen, diese Reise ist ein Schnitt durch alle Möglichkeiten, die einem auf der Fahrt passieren können. In sieben Kapiteln wird die Geschichte erzählt, und diese sieben Begegnungen prägen Lucky Luke, bevor er richtig berühmt wurde.

Eine Geschichte in sieben Kapiteln

Im ersten Kapitel wird ein Lehrer eskortiert, im zweiten Teil lernt Luke den schwarzen Jungen Baldwin Chenier und seine Großmutter Gumbo kennen, von der er letztlich auch seinen Spitznamen „Lucky“ bekommt. Teil drei wird bestimmt durch die Schützin Annie Oakley, in Teil vier gibt es einen gehörigen Dauerregen, bei dem die Kutsche im Schlamm stecken bleibt. In Teil fünf wird ein langjähriger Streit zwischen zwei Freunden geschlichtet, in Teil sechs bestimmt ein riesiges Feuer das Geschehen, und im letzten Kapitel nervt ein Fotograf alle Mitreisenden durch seine Schwätzerei.

„Dakota 1880“ ist der siebte Band der „Hommage“-Reihe, in der sich bekannte Zeichner und Texter in ihrem jeweils eigenen Stil vor Lucky Luke und seinen Schöpfern verbeuge, indem sie die Figur adaptieren und ihnen ihren eigenen Stempel aufdrücken. Der französische Zeichner Brüno und der in Tunesien geborene Texter Apollo haben sich für diesen Band zusammengetan und eine ruhige Geschichte in sieben Geschichten erdacht, die vor dem Ruhm spielt, bevor Luke der Mann wurde, der schneller zieht als sein Schatten.

Ruhiger und weniger Humor

Der Zeichenstil ist anders als der der regulären Reihe, er ist realistischer und farblich in jedem Kapitel einheitlicher. Gerade in Kapitel drei, wo Luke als Schütze gefragt ist, überwiegen die Farben Gelb, schwarz, blau und rot, aus denen auch Lukes berühmtes Outfit besteht. Dennoch ist Luke durchweg ein junger Mann und bereits ein Cowboy, der sicher mit der Waffe agiert und unabdingbar auf der Seite des Gesetzes steht. Sein treues Pferd Jolly Jumper hat er noch nicht, aber es gibt trotzdem einige Figuren, die entweder real waren oder die man bereits aus anderen Abenteuern kennt, wie den Kutscher Hank Bully (aus „Die Postkutsche). Reale Figuren sind die spätere Revolverheldin Annie Oakley oder der Fotograf Curly Wilcox, der den Niedergang des Wilden Westens an sich voraussieht, in Aktien investiert und sich vor allem der Fotografie verschrieben hat. Somit bleibt Luke zumindest historisch korrekt und interessant.

Die Dialoge sind oft spärlich und auch weniger humorvoll und weniger pointiert, auf einer Kutschfahrt gibt es nicht immer viel zu erzählen. Man hat auch gelegentlich das Gefühl, die Kapitel würden nicht zu Ende erzählt, aber man muss sich als Leser dann denken, wie ausgeht, aber als Fan des Cowboys weiß man, wie es ausgeht, und am Ende des Epilogs, der von Baldwin Chenier erzählt wird, reitet Luke wie gewöhnlich in den Sonnenuntergang und singt sein Lied vom „poor lonesome cowboy“.

Gaststars des Wilden Westens

In vielen Bänden gibt es eine Zusatzseite, in der noch einmal die reale Person vorgestellt wird, die im Band vorkam, wie Belle Starr oder Calamity Jane. In diesem Band gibt es hinten ein zweiseitiges Interview mit dem vermeintlichen Literaturdozenten der Abilene State University namens Sigismund Freudenreich, in dem dieser über Baldwin Chenier spricht und darüber, dass Lucky Luke eine reale Person war, über dessen Figur bereits in anderen Schriften und Groschenromanen berichtet wurde, der Name in den Abenteuern aber geändert wurde. Alle Geschichten von Luke seien genauso passiert, und vor allem gibt es eine Fotografie von Curly Wilcox, auf der Lukes Gesicht leider im Schatten liegt, aber sonst wäre das Foto eine Sensation. Ob es stimmt, wer weiß?

Fazit:

„Dakote 1880“ ist der siebte Band der Reihe „Hommage an Lucky Luke“, und man erfährt neben der Geschichte, wie Luke zu seinem Spitznamen kam, weitere Details aus Lukes Vergangenheit und einige interessante Geschichte aus dem Wilden Westen. Die Zeichnungen sind realistischer als die für Luke-Comics sonst üblichen, die Dialoge sind spärlicher und weniger humorvoll, es fehlt ein wenig das Ironische in den Geschichten, dafür sind sie eben realistischer gehalten. Einige Geschichten haben ein für manche Leser etwas unerwartetes und enttäuschendes Ende. Schließlich bleibt aber eine Hommage, die ins Bild der anderen Hommagen passt und Lucky Luke von einer neuen Seite zeigt. Für Fans ein Muss, für alle anderen zumindest als Einstieg in die Welt Lukes nicht geeignet.

Lucky Luke - Hommage 7: Dakota 1880

Appollo, Brüno, Egmont

Lucky Luke - Hommage 7: Dakota 1880

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