Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Es geht nahtlos weiter und die Konflikte verhärten sich. Neue Charaktere sorgen zudem für frischen Wind… bräuchte es bei einem gerade mal zweiten Band zwar nicht zwingend, nimmt man aber an, wenn sie schon mal da sind.

Zeichnung

Erstklassige Bilder, tolle Atmosphäre und leuchtende Farben. Eine ungewöhnlich bunte Endzeit, in die man sich gerne einsaugen lässt.

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Marcel Scharrenbroich
Wer will noch mal, wer hat noch nicht?!

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Dez 2019

Nur nichts anbrennen lassen

Wir erinnern uns: Endzeit, blabla… Goodwoody-Brüder, blabla… schwer erziehbar, letzte Chance in „Fort Apache“, blabla… „Weiße Plage“, draußen gefährlich, blablubb. SOOO. Zack und Archer haben sich nun widerwillig mit ihrer Lage arrangiert und mehr oder weniger in Siedlung Nr. 16 eingelebt. Der jüngere der Brüder, Zack, erlegte nach einem Angriff auf das Fort einen der weißen, affenähnlichen Reißer mit einer Axt, was ihm gleich mal eine ordentliche Portion Respekt unter den Gleichaltrigen eingebracht hat. Doch während die Mädels Zack schöne Augen machen, erntet er auch neidvolle Blicke. Holden, Sohn des Kill-Team-Mitglieds Morgan, der mit seinen Männern außerhalb des Forts regelmäßig gegen die „Weiße Plage“ antritt, macht mit seiner Idioten-Gang nicht nur ihm das Leben schwer, sondern auch dem älteren Archer. Dieser verschaffte sich nämlich Zugang zum Lager und deckte sich mit reichlich nützlichen Waren ein, die ihm nicht gehörten. Nachdem der selbsternannte Frauenschwarm von Holden angeschwärzt wurde und die Petze sich eine handfeste Auseinandersetzung mit Zack lieferte, heißt es Strafdienst für Archer… und ein Date für seinen kleinen Bruder. Die attraktive Pauline krallt sich den jungen Goodwoody und lässt nackte Tatsachen sprechen. LG… Life’s good… zumindest für den Moment.

Aufregung kommt auf - zur Abwechslung mal nicht durch die Goodwoody-Brüder ausgelöst -, als zwei Unbekannte in Sichtweite der Wachposten geraten, die sich zu Fuß dem Fort nähern. Bei ihnen handelt es sich um Tanaka Hasegawa und seine Tochter Yuki, die sich blutverschmiert durch die Gefahrenzone gekämpft haben. Hasegawa wurde als neuer Trainer für die „Fort Apache“-Bewohner angefordert, sollte aber eigentlich mit dem sicheren Zug anreisen. Dieser wurde laut Aussage der Neuankömmlinge von einer großen Horde Reißer angegriffen und sie mussten zahlenmäßig unterlegen die Flucht ergreifen. Für den nächsten Tag soll ein Erkundungstrupp zusammengestellt werden, da der Zug eine beachtliche Menge Waffen gelagert hatte, die wiederum dem Fort bei einem vermuteten Großangriff der „Weißen Plage“ dienlich sein sollten.

Während der neue Sensei den lahmen Haufen im Fort so richtig schleift, schickt dessen Tochter Yuki den großmäuligen Archer gekonnt auf die Bretter. „Die hat echt Dampf“, denkt sich Zack und sein brennendes Interesse an dem hübschen Mädchen ist geweckt. Dennoch lässt er sich von Pauline verführen. Yuki beobachtet heimlich, wie Pauline gänzlich unmusikalisches Flöten-Training am lebenden Beispiel praktiziert, was dem (logischerweise) abgelenkten Zack zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar ist. So dreht sich das Teenie-Liebeskarussell in der Siedlung munter weiter, während bei kurzen Zwischenstopps Eifersucht, Verlangen und ein paar Hormone zusteigen. Zeitgleich entdeckt der ausgesandte Erkundungstrupp, dass der überfallene Zug entgleist ist… und zwar auf gerader Strecke. Die geladenen Waffenvorräte? Verschwunden… Hierfür sind wohl kaum die Reißer verantwortlich.

Kein Platz für Kindheit

Die Bedrohung von außen ist stets präsent. Die Reißer sind wild, hungrig und unberechenbar… und dazu noch in der Überzahl. Doch auch innerhalb von „Fort Apache“ gibt es Gefahren. Korruption, geduldete sexuelle Handlungen mit Schutzbefohlenen, Machtspielchen, Drogen… die Liste ist lang. Nun auch noch zwei Störenfriede, die die augenscheinlich klar abgesteckten Hierarchien durcheinanderwirbeln, sich über Regeln hinwegsetzen und mit leichtfertigen Handlungen dort anecken, wo jeder Fehler der letzte sein könnte. Trotzdem sind die Goodwoody-Brüder eindeutig die Sympathieträger innerhalb der Siedlungsmauern, denn schlimmer geht immer. An einem Ort, an dem eigentlich Sicherheit herrschen und Kinder noch Kinder sein sollten, stellt sich heraus, dass es Reißer und „Plagen“ nicht nur in der Gefahrenzone gibt. Selbstverteidigung und Zusammenhalt wären das A und O… zumindest für ersteres ist durch den neuen Sensei gesorgt, am Rest muss noch gearbeitet werden.

Die Story steht und insgesamt fünf Bände sind geplant. „Ohne Rücksicht auf Verluste“ steht dem direkten Vorgänger in nichts nach und bringt frischen Wind ins Endzeit-Genre. Eine deutsche Produktion, die auch international bestehen kann. Kein Wunder also, dass seit Dezember 2019 auch der amerikanische Markt in den Genuss der Comic-Reihe von Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant kommt. Die erste Ausgabe wurde frisch - mit vier verschiedenen Cover-Motiven - vom US-Verlag Ablaze veröffentlicht, der unter anderem auch die bei uns 2020 erscheinende Horror-Reihe „Vampire State Building“ von Ex-„Walking Dead“-Zeichner Charlie Adlard, den Comic-Dauerbrenner „Die alten Knacker“, sowie die „Conan“-Story „Die Königin der schwarzen Küste“ für die Superhelden-verwöhnten Amerikaner veröffentlicht. Alle Daumen sind gedrückt, dass „Gung Ho“ dort ebenfalls gut aufgenommen wird.

Bildband-Qualität

Auch der zweite Band der mittlerweile auf vier Alben angewachsenen Reihe besticht durch sein grandioses Artwork, das bereits beim Vorgänger für große Augen sorgte. Die komplett digitalen Bilder brennen sich erneut mit enormer Strahlkraft in die Netzhaut. Farbenfroh, clean, jedoch nicht steril wirkend, was für Computer-gestütztes Zeichnen nicht immer ein positiv herausstechendes Merkmal ist. Zeichner Thomas von Kummant hat alle Knöpfe richtig gedrückt, womit es jedoch nicht allein getan ist. Talent und eine Menge Kreativität spielen dabei eine mindestens ebenso große Rolle, wovon beides unumstritten zur Genüge vorhanden ist.

In knalligem Pink springt einen das großformatige Cover des gebundenen Albums schon aus der Ferne an. Hochglänzend noch markanter, ist wie bei allen Bänden jeweils ein Charakter matt auf die Front gedruckt. Im Falle des zweiten Bandes der Neuzugang Yuki. Wer es farblich etwas dezenter mag, kann zur limitierten Vorzugsausgabe greifen. Auf 1.444 Exemplare begrenzt, kommt das Artwork dieser VZA nicht minder imposant daher und zeigt Yuki und Zack auf ihrer spektakulären Flucht vor den zähnefletschenden Reißern.

Fazit:

„Mad Max“ war gestern! Zwei rebellische Teenager mischen mit großer Klappe, offenem Hosenstall und reichlich Mumm in den Knochen die Endzeit auf. Eine gelungene Fortsetzung, die die Qualität des Vorgängers ohne Abstriche halten kann.

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