Die Chroniken von Under York - 2. Besessenheit

Die Chroniken von Under York - 2. Besessenheit
Die Chroniken von Under York - 2. Besessenheit
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Marcel Scharrenbroich
8

Comic-Couch Rezension vonJan 2022

Story

Im Vorwärtsgang preschen wir aufs Finale zu. So richtig anspruchsvoll ist die Gut vs. Böse-Story nicht, weswegen man ein Ende vielleicht schon vorausahnen könnte. Nun, warten wir’s ab…

Zeichnung

Das Auge ist ja bekanntlich mit, was im Comic-Medium durchaus auf der Hand liegt. Und Andolfo sorgt immer wieder für ein ausreichendes Sättigungsgefühl… bis zum nächsten Heißhunger.

Dysfunktionales Familien-Treffen

Schluss mit dem Hogwarts-Quatsch!

Reiten auf Besen, Zauberschulen, Wedeln mit dem Stab und mit einem >Hokuspokus< schüttelt man lässig etwas Magie aus dem Ärmel. Vergesst das ganz schnell…, denn die ECHTE Magie funktioniert nicht auf solch eine blauäugige Art und Weise. Die 19-jährige Alison Walker weiß das aus erster Hand. Und dank ihr, wissen wir es nun auch. Wer sollte es sonst wissen, schließlich entstammt sie dem Hexen-Geblüt, welches sich unter New Yorks niemals schlafender Oberfläche breitgemacht hat. Dort leben Hexerinnen und Hexer in verschiedenen Clans. Man toleriert und akzeptiert sich, jedoch geht jedes Volk weitestgehend eigene Wege. Die Nachkommen werden innerhalb ihrer Familien in der Kunst der Magie unterrichtet. Ihre Lehre endet mit dem 18. Lebensjahr. Für Alison ist dieses dunkle Kapitel unter der Erde allerdings beendet. Ohne Blick zurück, zog es die junge Malerin an die Oberfläche. Dort, wo sie sich frei entfalten konnte… bis die Magie sie einholte.

Das undynamische Duo

Notgedrungen muss Alison mit ihrem entfremdeten Bruder Bayard zusammenarbeiten. Aus gutem Grund, denn der verbannte Dämon Marduk hat sich aus der Dimension der schwarzen Winde befreit. Als wäre dies nicht schon Gefahr genug, hat er Alisons Eltern unter Kontrolle und sich des Körpers ihres jüngsten Bruders bemächtigt. In dessen Gestalt bringt Marduk seinen teuflischen Plan langsam ins Rollen. Zwar ist ihm fremd, wie der Hase in unserer Gegenwart läuft, doch er lernt schnell. Um Kontrolle zu erlangen, bedarf es Macht. Macht kauft man sich… mit Reichtum. Dieser befindet sich nicht in Schatztruhen, mit Gold vollgepackten Kellern oder in prall gefüllten Schatzkammern. Nein, der Jackpot schwirrt virtuell an uns vorbei, fließt durch Bits und Bytes in Nullen und Einsen von einem Ort zum anderen. Dreh- und Angelpunkt für den Finanzverkehr ist die New Yorker Wall Street. Ein fast schon zu leichtes Spiel für Marduk. Mit einem randvoll gefüllten Konto ließe sich kinderleicht eine Armee aufbauen. Und dafür eignen sich die primitiven Menschen bestens...

Währenddessen nimmt der Bürgermeister-Kandidat Stenford, der Alison bei ihrer ersten Ausstellung schöne Augen machte, ebenfalls übernatürliche Hilfe in Anspruch. Er schließt einen Pakt mit dem irischen Clan von Under York, um die anstehende Wahl für sich zu entscheiden. Von seinem Geschäftspartner erfährt der ambitionierte Jung-Politiker, dass es bislang niemand ohne Hexer-Hilfe an die Spitze schaffte. Bürgermeister, Sport- und Filmstars… ja, sogar Präsidenten. Da wird Stenfords Konkurrent mit Sicherheit nicht die große Ausnahme darstellen. Wie die Wahl auch ausgehen mag, hat Marduk großes Interesse daran, dem künftigen „König“ in seinem perfiden Schachspiel eine wichtige Rolle zukommen zu lassen.

Flotte Mitte

Der erste Band, „Der Fluch“, hat bereits ausreichend Interesse geweckt, um die mit drei Bänden überschaubare Reihe bis zum Ende zu verfolgen. Da nun schon der Mittelteil vorliegt, zieht das Tempo entsprechend an. Glücklicherweise. Es geht rasant zu, was vor allem den immer wieder tollen Bildern von Mirka Andolfo zu Gute kommt. Die dynamische Panel-Anordnung und die angenehme Kolorierung mit einigen Farb-Highlights bieten was fürs Auge, während erneut Auszüge aus Alisons Tagebuch tiefere Einblicke liefern. Außerdem erfahren wir mehr über ihre turbulente Vergangenheit vor ihrer überstürzten Flucht aus Under York. Zum Ende gibt es noch ein paar getuschte Seiten ohne Text und Kolorierung.

Fazit:

Ein magischer Fast-Food-Snack mit tollen Zeichnungen und schönen Farben. Obwohl Autor Sylvain Runberg das Gaspedal etwas weiter durchdrückt und einige Rückblenden serviert, fehlt noch der gewisse Kick, der „Die Chroniken von Under York“ aus der Liga der soliden Comic-Werke katapultieren könnte. Es bleibt durchaus interessant, jedoch fiebere ich dem Finale nicht voller Ungeduld entgegen. Allzu lange ist die Wartezeit eh nicht, da SPLITTER im April 2022 mit „Die Konfrontation“ Runbergs und Andolfos Mini-Serie abschließen wird.

Die Chroniken von Under York - 2. Besessenheit

, Mirka Andolfo, Splitter

Die Chroniken von Under York - 2. Besessenheit

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