Aristophania - 3. Die Morgenrot-Quelle

Erschienen: März 2021

Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Band 3 macht gehörige Schritte nach vorne. Feinste Fantasy-Kost in einem Setting, an dem man sich noch nicht sattgesehen hat. Ein echtes Genre-Highlight zwischen dunkler Magie und erwachsenem Märchen.

Zeichnung

Ein angenehm klassischer Stil, der durch Schraffuren gut die Zeit der Handlung wiederspiegelt. Der mehrseitige Bonusteil liefert einen netten Blick hinter die Kulissen.

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Marcel Scharrenbroich
Getrennte Wege

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jun 2021

Zersplittert

Zunächst sind die Francoeur-Geschwister Calixte und Victor auf sich allein gestellt. Calixte folgte dem Azur, jener magischen Kraft, die in kleinen Mengen jedem Menschen innewohnt, und findet sich nun an einem fremden Ort wieder. Sollte Aristophania Bolts Plan aufgehen, dass das Mädchen dazu imstande ist, die legendäre Morgenrot-Quelle aufzuspüren, könnte dies die dunklen Pläne des verbannten Königs vereiteln. Dieser geht in die Offensive und dezimiert derweil die Anhänger des Hofes von Azur. Währenddessen kommt der schüchterne Victor gerade noch mal mit einem blauen Auge davon, als Arbeiter ihn in einer Fabrik aus einem mit einer brakigen Flüssigkeit gefüllten Bassin ziehen. Die alte Fabrik ist Dreh- und Angelpunkt des Bezirks, welcher nur durch die Industrie am Leben gehalten wird. Dafür zahlen die Anwohner einen hohen Preis, denn der „rote Berg“ produziert Calamyrh… das Gift, welches Adèle Francoeur, die Mutter der Halbwaisen, befiel und das Azur in Schach hielt. Seitdem befindet Adèle sich in einem komatösen Zustand, aus dem ihre Kinder sie mit aller Macht befreien wollen. Die Fabrik-Arbeiter befinden sich ebenfalls unter dem Einfluss des Calamyrh und verloren sämtliche Lebensfreude.

Die Zeit drängt, denn mit der Calamyrh-Herstellung im Akkord, hätte der Hof von Azur seinem dunklen Gegenpart, und somit dem verbannten König, nichts… aber auch gar nichts entgegenzusetzen. Aristophania und ihr treuer, wortkarger Gehilfe Cayenne beschließen, dass es am sichersten wäre, das Schloss am Hof aufzugeben und Unterschlupf bei der Königin zu suchen. Deren Behausung steht auf einer alten Azur-Quelle, was einem bevorstehenden Kampf nur förderlich zu Gute kommen kann. Doch diese hegt berechtigte Zweifel am Können der Kinder. Und Calixte, auf der noch immer Aristophanias Hoffnung ruht, die rettende Morgenrot-Quelle aufzuspüren, bleibt weiterhin verschwunden…

Der Hitzkopf Basile, der dritte im Bunde der Francoeur-Geschwister, macht sich kurzerhand im Alleingang auf den Weg nach Marseille. Vom Angriff auf den Unterschlupf der Königin bekommt der Junge nichts mit. Basile will dort das Mädchen Garance warnen, da er den verbannten König in ihrer unmittelbaren Nähe befürchtet. Das ist er auch… und der diabolische Gedeon macht dem Jungen ein nur zu verlockendes Angebot.

Wendepunkte und Offenbarungen

In „Die Morgenrot-Quelle“, dem nunmehr dritten und somit vorletzten Band, überschlagen sich die Ereignisse regelrecht. Wir erfahren mehr über die Hintergründe des schon seit ewigen Jahren andauernden Krieges zwischen den beiden Parteien, was noch mal ein ganz anderes Licht auf die Kontrahenten wirft. Schwarz und Weiß vermischen sich und die jeweiligen Motive müssen sich hinterfragen lassen. Rückblenden vertiefen die Geschichte. Zudem gibt es erschütternde Wendungen, die alles gehörig durchschütteln.

Autor Xavier Dorison hat dafür genau den richtigen Zeitpunkt gewählt. Bislang leistete sich keines der Alben nennenswerte Schwächen, was schnell hätte passieren können, hätte man sich jeden großen Twist fürs Finale aufgehoben. So hat jeder Band erzählerisches Gewicht und ist viel zu gut ausbalanciert, um sich über Füllmaterial von Highlight zu Highlight zu hangeln. Das hohe Niveau ist gleichbleibend und für mich mit „Die Morgenrot-Quelle“ bereits auf dem Story-Höhepunkt angelangt.

Fazit:

Die Entwicklung ist nicht nur bei der Story spürbar. Auch die Charaktere - allen voran die Francoeur-Kinder Calixte, Victor und Basile - bekommen ordentliche Schübe in unvorhersehbare, jedoch nachvollziehbare Richtungen. Einem großen, epischen Finale sollte nun eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Der Abschlussband „Der rote Berg“ wird es zeigen…

Aristophania - 3. Die Morgenrot-Quelle

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