Aristophania - 2. Der verbannte König

Erschienen: Juli 2020

Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Viel Licht und noch mehr Schatten. Die düstere Fantasy-Saga drückt die richtigen Knöpfe, um weiterhin neugierig zu machen. Der Plot bleibt spannend und entwickelt sich.

Zeichnung

Stimmungsvolle Zeichnungen mit hohem Detailgrad und abwechslungsreiche Perspektiven. Klassische Comic-Kost im fran-kobelgischen Stil.

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Marcel Scharrenbroich
Zurück auf die Schulbank

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Mai 2021

Einzelhaft

Adèle Francoeur, Mutter der Halbwaisen Basile, Calixte und Victor, wurde von der korrupten Polizei wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verhaftet. Ihre Kinder sind seitdem in der Obhut von Aristophania Bolt, einer eleganten älteren Dame, die eine Vertraute ihres Vaters Clément war. Sie war auch anwesend, als dieser vor Jahren sein Leben durch die Häscher des dunklen Hofs ließ. Clément Francoeur war im Auftrag eines magischen Geheimbundes unterwegs, um die legendäre Morgenrot-Quelle zu finden. Mit deren Kraft könnte der Krieg gegen den verbannten König und seinen dunklen Hof gewonnen werden. Diese Suche zahlte er vor neun Jahren mit dem Leben…

Auf Geheiß von „höherer Stelle“, wird Adèle Francoeur nun in ein anderes Gefängnis verlegt… scheinbar. In Wahrheit hat der verbannte König höchstpersönlich seine Finger im Spiel und veranlasst, dass die Gefangene zu ihm gebracht wird. Von ihr erhofft er sich Informationen zum Aufenthaltsort der mächtigen Quelle. Doch Clément wusste seine Familie zu schützen. Er hielt seine magische Mission geheim, was den finsteren König ganz und gar nicht überzeugt und noch weniger begeistert. Adèle ist sogar bereit in den Tod zu gehen, um ihre Kinder zu schützen, doch so einfach macht es der Widersacher ihr nicht. Mit seiner Kraft entzieht er der dreifachen Mutter das Azur. Jene magische Kraft, die zu gewissen Teilen in jedem Menschen innewohnt und in geballter Form nur von Aristophania Bolt oder den direkten Anhängern des Hofes von Azur kontrolliert und angezogen werden kann. Da es den Dienern des dunklen Hofs verwehrt ist, das Azur zu kontrollieren, entziehen sie dieses den Menschen. Dazu verwenden sie einen sogenannten Calamyrh. Der Calamyrh verhindert zudem, dass das Azur in den menschlichen Körper zurückkehren kann. Dieses Schicksal ereilt nun auch Adèle Francoeur, die dadurch in einen komatösen Zustand verfällt. Als sie im Kreise ihrer besorgten Kinder erwacht, ist von ihrer guten Seite nichts mehr übrig. Der Calamyrh kontrolliert ihren Körper und auch ihren Geist, sodass sie im Begriff ist, sich gegen ihre eigenen Kinder zu stellen. Dank Aristophania kann Schlimmeres verhindert werden. Sie tränkt Adèles dunkle Seite mit Azur und betäubt sie sporadisch. Dies kann freilich kein Dauerzustand bleiben, da Adèles verhexter Körper das magische Gegengift regelrecht aufsaugt… unersättlich und ohne Chance auf dauerhafte Genesung. Lediglich die Morgenrot-Quelle vermag Heilung zu verschaffen. Und diese muss erst einmal gefunden werden…

Aristophania trifft sich daraufhin mit der mysteriösen Königin, die über die Aufnahme der Francoeur-Kinder am Hof überhaupt nicht begeistert ist. Allerdings konnte die Gräfin bereits beobachten, dass Calixte, die jüngste Tochter von Adèle und Clément Francoeur, die Gabe besitzt, das Azur anzulocken. Das weckt Hoffnung, und Aristophania nimmt an, dass diese Fähigkeit auch in Calixtes Brüdern schlummert. Sie kann eine Frist von sieben Tagen aushandeln. Sieben Tage, um die Fähigkeit zu erlernen, das Azur zu kontrollieren. Sieben Tage, um in den Orden des Hofes von Azur aufgenommen zu werden. Sieben Tage, um ihre Mutter zu retten.

Es bleibt mysteriös

Xavier Dorison bleibt dem direkten Vorgänger treu und offenbart nur kleine Teile des Plots. Wir wachsen mit den Charakteren. Lernen mit ihnen, leiden mit ihnen. Somit bleibt das „große Ganze“ noch hinter einem Schleier verborgen und wir erfahren gerade so viel, dass es uns bei der Stange hält. Mehr noch, dass es uns fast unmöglich macht, nicht mehr und mehr herausfinden zu wollen. Das langsame Anfüttern klappt (zumindest in meinem Fall) hervorragend und macht unbedingt Lust auf den dritten Band.

Mit „Der verbannte König“ ist dann auch Halbzeit, was die düstere Mary Poppins-Variante betrifft. Mit „Die Morgenrot-Quelle“ ist das dritte Hardcover-Album bereits verfügbar. Lediglich der Abschluss ist noch nicht terminiert und in der aktuellen Herbst-/Winter-Vorschau des SPLITTER Verlags glänzt das Finale ebenfalls noch durch Abwesenheit. Sollte es auf dem hohen Niveau weitergehen, was übrigens auch die stimmungsvollen Zeichnungen von Joël Parnotte betrifft, werden es harte Monate bis zum Ende der „Aristophania“-Saga.

Fazit:

Das Autoren-/Zeichner-Gespann Dorison/Parnotte leistet sich in der Fortführung der Geschichte keinerlei Schwächen. Die Story gewinnt an Tiefe, was ebenfalls bei den Charakteren zu beobachten ist. Stück für Stück werden wir weiter in die düster-phantastische Welt von „Aristophania“ gezogen. Das Böse baut sich bedrohlich auf, was immer näher ans Unausweichliche führt.

Aristophania - 2. Der verbannte König

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