American Gods - 6: Die Stunde des Sturms - Buch 2/2

Erschienen: Juni 2020

Couch-Wertung

7
Story
Zeichnung

Story

Der eigentliche Höhepunkt kommt und geht sehr schnell, danach wird aufgeräumt. Das ruhige Tempo ist angenehm, wird einem Abschlussband aber nicht ganz gerecht.

Zeichnung

Besonders die Hintergründe sind diesmal farblich sehr ansprechend gearbeitet, und manche der Nahaufnahmen-Panels erlauben komplexe Gesichtsausdrücke. „Schön“ anzuschauen ist der Stil aber nur bedingt.

Leser-Wertung

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Yannic Niehr
In dieser elenden Welt ist das Symbol das Ding

Comic-Rezension von Yannic Niehr Aug 2020

Der große Götterkrieg steht kurz bevor, und nur Shadow kann dem Spuk ein Ende bereiten. Zu dumm nur, dass er die Totenwache für Odin alias Wednesday nicht überlebt hat. Doch wäre er nicht der erste, den Easter zurückgeholt hat. Schließlich muss offenbart werden, dass hinter der ganzen Schlacht ein falsches Spiel steckt. Gleichzeitig kommt auch Shadows zombifizierte Ex am Schauplatz des Geschehens an, und darf doch noch eine überraschend große Rolle im großen Ganzen spielen. Nachdem Schall und Rauch verflogen sind, scheint nicht mehr viel zu tun – doch es stehen noch ein paar Wettschulden aus, und alte Rechnungen wollen beglichen werden …

„Ich bin lieber Mensch als Gott. Wir brauchen niemanden, der an uns glaubt. Wir machen einfach weiter. So ist das.“

Damit ist sie also nun vorbei, die Graphic-Novel-Adaption von Neil Gaimans Meisterstück American Gods. Leider gerät der letzte Band für ein großes Finale etwas zu schwach. Die Probleme ergeben sich zum Teil aus der Art und Weise, wie das Ausgangsmaterial konstruiert ist: Der Plot changiert zwischen mäandernd und vorpreschend, und die Auflockerung durch die Zwischenspiele wird nicht bis zum Ende beibehalten. Sicher wollte Gaiman viel der Fantasie der Leserschaft überlassen, und sicher sollte das Tempo gegen Ende angezogen werden; doch ein kleines bisschen mehr Text bei all dem Subtext bleibt der Autor dann doch schuldig. Man würde sich einfach noch viel mehr Hintergründe über die Legenden der USA wünschen – und über all diese Götter, die aus unterschiedlichsten Motiven auf diesem Kontinent wandeln.

Zum Teil ergeben sich die Probleme aber auch aus der physischen Präsentation der Graphic Novel in mehreren Bänden: Der vorletzte Band schließt an einer Stelle ab, wo man auf einen epischen Höhepunkt hinfiebert. Hier kommt dieser allerdings sehr abrupt, und für den Rest des Comics bleibt dann nur Auflösung übrig, um in einer Art langem Epilog lose Fäden zu verknüpfen. Auch dieser offenbart große Erzählkunst, kann aber einen eigenen Band nur gerade so tragen. Zum Glück ist die Story angenehm auf den zentralen Charakter Shadow konzentriert, und seine Geschichte verfolgt man gebannt bis zum Schluss. Erfrischenderweise wird auch die Jesus-Parallele seiner Auferstehung nicht zu übertrieben ausgereizt. Zudem eröffnet das geistreiche Postskript noch einmal eine andere Perspektive.

„Die Menschen glauben. So ist das eben. Und dieser Glaube lässt Dinge geschehen.“

Auch visuell bleiben die großen Kracher in diesem Band überraschend aus. Scott Hamptons kantiger Zeichenstil ist nach wie vor sehr eigen – was in gewisser Weise zum hohen Wiedererkennungswert von Gaimans Roman passt, zum anderen aber eine ohnehin schon sperrige Story voller Mysterien und Rätsel nicht gerade zugänglicher macht. Da in punkto der fantastischeren Passagen nicht mehr viele Highlights bleiben und es auch, wie bereits erwähnt, keine Zwischenspiele mehr gibt, fehlt es insgesamt ein wenig an Abwechslungsreichtum und ästhetischer Dynamik. Es gelingen jedoch einige schöne Momente in der Figurenmimik, die uns den Charakteren überraschend nahe bringen und die Handlung auf ein intimes Level zurückholen. Gerade die leiseren Zwischentöne gelingen diesmal außergewöhnlich gut, und Jennifer T. Langes Kolorierung – vor allem, was die Hintergründe angeht – übertrifft ihre Arbeit in beinahe jedem anderen Teil dieser Reihe. Eine schöne Ergänzung sind auch ein paar Einblicke hinter die Kulissen, die Hampton im Anhang bietet. Dieser Teil ist ein leider nur kurzer, aber interessanter Ausschnitt aus dem künstlerischen Prozess.

Fazit:

Möglicherweise hätte American Gods in visueller Form als Spin-Off noch besser funktioniert, welches das Universum der Vorlage erweitert. In der vorliegenden Form ist die Graphic Novel eine spannende visuelle Alternative zum Roman, die aber nicht immer ihr vollstes Potenzial als Adaption des (alles andere als makellos geratenen, aber durchweg faszinierenden) modernen Mythos, den Gaiman geschaffen hat, ausschöpft. Auf jeden Fall aber sollte sie – ganz so wie das Buch – als ein zusammenhängendes Werk am Stück begriffen und genossen werden!

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