Neue Lehren des Wikinismus
Sie sind wieder da, die Wikinger aus dem namenlosen Dorf, die grausam ihr Tagewerk verrichten, dabei mit Sarkasmus nicht sparen und sich mutig dem Feind und dem Tod in jeder Situation stellen. Häuptling Radolf versucht immer noch, seinem eher intellektuell veranlagten Sohn Arnulf das Kämpfen und das richtige Wikingerdasein beizubringen. Auf ihrer Tour geraten sie im Schneesturm nach Ödloch, das sie bereits früher überfallen hatten und das nach ihrer bisher eher erfolglosen Tour die letzte Gelegenheit auf ruhmreiche Beute sein soll.
Doch Ödloch ist vorbereitet und nun besser befestigt und schickt den Sohn seines Häuptlings in den Kampf. Da dieser besiegt werden kann, stellt man fest, dass es in Ödloch nichts zu holen gibt und entführt kurzerhand wenigstens den Bischof, um Lösegeld erpressen zu können. Bei Wind und Wetter geht es nach Hause, wo es einen zu erwartenden frostigen Empfang gibt. Mehr Erfolg hatte da Krivik der Schlächter, der mit seiner Flotte voller Beute nach Hause kommt und davon schwärmt, im Süden ein neues Land gefunden zu haben, Reichtümer ohne Ende, die besten Handwerker, die köstlichsten Speisen. Klar, dass sich Reidolf sofort auf den Weg in den Süden macht, mit genügend Fellen und anderen Dingen zum Tauschen, und er muss ja auch noch den Bischof loswerden, den irgendwie keiner haben will. Doch sie fahren tapfer in den Süden und müssen sich auf einen warmen Empfang der Sarazenen gefasst machen…
Im Land der Sarazenen
Das Autorenduo Lupano und Ohazar schickt seine tapferen Wikinger ein weiteres Mal auf Mission in unbekannte Gewässer und Regionen, und wieder verbreiten sie Angst und Schrecken und beherrschen die Weltmeere und … Naja, nicht ganz. Wieder einmal werden sie von der Realität eingeholt und sie müssen einsehen, dass das wahre Leben sich doch anders gestaltet, als es sich eigentlich vermuten lässt.
Reidolf und seine Mannen ziehen dieses Mal nach Süden ins Land der Sarazenen, von dem ihnen ordentlich vorgeschwärmt wurde. Den Bischof Wolf-Rüdiger im Schlepptau, wollen sie gute Beute machen und Ruhm im Kampf einheimsen. Nachdem sie vor Ort erst einmal ein gewaltiger Pfeilhagel empfangen hat, werden sie zum Emir gebracht, und dort lernt man sich besser kennen. Sie stellen fest, dass sie einiges gemeinsam haben, dass Christen dort nicht schlimmer behandelt werden als andere Religionen und dass man sich an die gewaltige Hitze dort irgendwie gewöhnen kann. Alles also wie im richtigen Leben, nur mit viel Humor und wikingischen Weisheiten gespickt. Dass sich Radolfs Sohn Arnulf dann noch in die Tochter des Emirs verliebt, scheint auch unausweichlich.
Valhalla Akbar
Passend zu diesen Ereignissen trägt der Band im französischen Original den Untertitel „Valhalla Akbar“, der schon die Reise in den Süden andeutet. Auch wenn es nicht so zündende Gags gibt wie im ersten Band, so schaffen die beiden Autoren es doch, dieses amüsante Abenteuer mit viel Humor und zeichnerischen Finessen zu erzählen. Der Running Gag mit dem entführten Bischof, den keiner haben will, sorgt immer wieder für Lacher und sarkastische Kommentare, auch was die Sache mit den Religionen an sich angeht.
Der Band aus dem Carlsen Verlag ist wie sein Vorgänger in kleine halbseitige Geschichten unterteilt, die, je südlicher man kommt, mehr Farbe bekommen, genau wie die Wikinger selbst. Die Wikinger versuchen, zu lernen und dies für künftige Missionen beizubehalten, und auch wenn sie nicht immer die richtigen Schlüsse ziehen, so sind sie doch zumindest bemüht, aus ihren Situationen das Beste zu machen. Die Quintessenz zeigt sich meist am Ende einer halbseitigen Geschichte – wenn überhaupt. Am Ende kehrt man mit neuen Weisheiten heim und wird bestimmt bald wieder in See stechen.
Fazit:
„Wikinger im Nebel 2“ setzt die Abenteuer des Wikingervolks aus dem ersten Band nahtlos fort, sowohl was die Handlung, als auch was die eigentliche Erfolglosigkeit der Wikinger angeht. Was schiefgehen kann, geht schief, aber die Kommentare dazu entlocken dem Leser Schmunzler und Lacher. Zwar zünden einige Gags nicht so sehr im ersten Band, dennoch kann dem geneigten Leser dieser Band 2 nur wärmstens empfohlen werden. Die 64 Seiten aus dem Carlsen Verlag bieten auf jeder Seite Neues und Witziges. Band 3 ist im französischen Original bereits erschienen und wird hoffentlich bald auch ins Deutsche übersetzt.

Wilfrid Lupano, Ohazar, Carlsen



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