Vampire State Building - Teil 1

Erschienen: April 2020

Couch-Wertung

7
Story
Zeichnung

Story

Im Hochhaus ist die Hölle los und weit und breit kein Bruce Willis in Sicht… Also sind zahlreiche Touristen und Angestellte auf sich gestellt. Das kann ja was geben…

Zeichnung

Düster und trist. Also vollkommen angemessen und weit entfernt vom bunten Hochglanz.

Leser-Wertung

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Marcel Scharrenbroich
Vampire in Brook… äh, Manhattan

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jul 2020

Wenn ein überdimensionaler Affe, der auf dem Dach rumturnt, zum kleinsten Problem wird…

King Kong brauchte für seine Besteigung bedeutend länger als für den Abstieg, Tom Hanks und Meg Ryan fanden dort übernächtigt zueinander, Superman rückte die Antenne gerade und Roland Emmerichs Aliens pusteten gleich den ganzen Bau in die Luft. Ja, das Empire State Building – in seiner Gesamtheit stolze 443 Meter hoch – hat wahrlich schon viel gesehen… aber noch keine Vampire. Bis jetzt.

Eigentlich sollte es ein launiger Abend werden. Terry hat sich von seiner Cousine Ashley breitschlagen lassen, noch einmal einen schönen Tagesausklang mit den gemeinsamen Freunden zu verbringen. Terry ist nämlich ein Idiot. Hat ein Universitäts-Stipendium abgelehnt und sich für einen Einsatz in Afghanistan verpflichtet. Damit will er in die Fußstapfen seines Vaters treten, der dort sein Leben ließ. Als die Freunde auf der Aussichtsplattform des Empire State Buildings ankommen, darunter auch Terrys Ex-Freundin Mary, genießen sie noch einmal den letzten gemeinsamen Sonnenuntergang.

Einige Etagen tiefer finden währenddessen Renovierungsarbeiten statt. Zwei Bauarbeiter stoßen dabei auf einen geheimen Raum, der nur durch etwas Putz verdeckt war. Im Inneren finden sie unzählige, scheinbar indianische Schriftzeichen, mit denen die Wände verziert sind. Doch die größte Überraschung kommt unverhofft durch die Decke geplumpst…

Zeitgleich werden mehrere obdachlose New Yorker vom Empire State Building angezogen. Als sie dieses erreichen, ist ihre Transformation schon vollendet und sie stürmen wie wilde Bestien ins Gebäude. Terry, Ashley und ihre Freunde sitzen in der Falle. Und mit ihnen hunderte potentielle Blutspender auf unfreiwilliger Basis.

Creature-Swap

Kaum sind die „Toten“ zu Ende „gelaufen“, nachdem Robert Kirkmans schier unendliche Zombie-Saga überraschend und ohne große Vorankündigung mit US-Ausgabe #193 von der Comic-Bühne abtrat, tobt Zeichner Charlie Adlard sich an anderer Stelle aus. So ganz wollte man sich aber doch nicht von „The Walking Dead“ verabschieden und so erschien dieser Tage in den USA die Sonderausgabe „Negan Lives!“, die sich noch einmal dem Saviors-Anführer widmet. Zwar soll es laut offizieller Stelle ein einmaliges Revival sein, da Kirkman und Adlard die durch die Corona-Krise stark strauchelnden Comic-Shops unterstützen wollen und die Kopien ohne Gewinnbeteiligung zur Verfügung stellen, doch ich könnte einen mittleren einstelligen Betrag wetten, dass es nicht bei EINER Stippvisite im erfolgreichen Zombie-Kosmos bleibt.

Bevor sich Charlie Adlard 2004 voll und ganz den Zombies verschrieb, zeichnete er „Judge Dredd“, „The Crow“, „Hellblazer“, „The X-Files“ und diverse Titel für MARVEL. „Vampire State Building“ ist sein erster Ausflug in frankobelgische Alben-Gefilde. Das Ganze schaukelt Adlard dann auch souverän über die Bühne. Trotz der beklemmenden Enge schafft er es, dass man stets den Überblick behält. Auch in hektischen Momenten bleibt es übersichtlich. Der enorme Einsatz von Tusche sorgt für reichlich düstere Stimmung und zwischenzeitlich bekommen wir einen neutralen Blick auf die eindrucksvolle New Yorker-Skyline. Die angenehme Kolorierung von Sébastien Gérard setzt dem tristen Horror-Cocktail dann noch die blutrote Kirsche auf. Insgesamt bin ich vom Artwork sehr angetan und auch überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass ein solch begrenzter Handlungsspielraum derart abwechslungsreich dargestellt werden kann.

Horror zwischen 102 Etagen

Dass Vampire nicht nur glitzern können und aussehen, als würden sie den lieben langen Tag nur Joghurt essen, haben einige handfestere Beispiele bereits gezeigt. Man denke nur an MARVELs Daywalker „Blade“ und seinen Kollegen „Morbius“, „30 Days of Night“ oder „Die Saat“, aus der Feder von Guillermo del Toro und Chuck Hogan. Später auch als TV-Serie „The Strain“ adaptiert. „Vampire State Building“ schlägt eher in diese Kerben und dementsprechend geht es ordentlich zur Sache.

Erdacht hat sich diesen klaustrophobischen Horror-Thriller ein dreiköpfiges, französisches Autoren-Team. In seiner Heimat bereits durch „Indicible“, „Hunter“ und „Les mondes de Lovecraft“ bekannt, debütiert der Szenarist Patrick Renault nun auch auf dem deutschsprachigen Markt. Unterstützt wird er vom erfahrenen Duo Ange, bestehend aus Anne und Gérard Guéro, die seit rund 30 Jahren gemeinsam schreiben. Neben Comics wie „Belladonna“, „Die Legende der Drachenritter“, „Das verlorene Paradies“, „Maries Drachen“ (alle bei Splitter) und „Das unsichtbare College“ (Epsilon) verfasst das Paar auch Romane. Darunter auch die die Fantasy-Reihe „Die Legende von Ayesha“ (Penhaligon).

Mit „Vampire State Building“ setzt das Trio nun wirklich keine neuen Maßstäbe, kann das Genre aber durchaus bereichern. Filmisch hatten wir schon „Snakes on a Plane“, „Haie im Supermarkt“, „Zombies am Kaufhaus“ und einen Schlingel, der am „Glockenseil“ hing… warum dann nicht mal ein paar wildgewordene Blutsauger in einem New Yorker Wahrzeichen? Wahrscheinlich der einzige Bau, den die „Ghostbusters“ noch nicht in eine andere Dimension geblasen haben. Wenn Hollywood den Comic in die Finger bekommt, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis wir diese Idee auf dem Bildschirm verwurstet bekommen. Immerhin liest sich „Vampire State Building“ rasant und spannend wie ein actionreicher Horror-Thriller. Auch an dramatischen Momenten mangelt es nicht, wenn unsere Truppe sich in schwindelerregender Höhe an der Fassade entlanghangelt. Tatsächlich gibt es sogar schon Parallelen zu einem vorhandenen Film… denn lässt man die Vampire weg und tauscht das Empire State Building gegen eine verlassene Kirche, könnte man durchaus annehmen, dass die Macher sich an John Carpenters „Die Fürsten der Dunkelheit“ (1987) orientiert haben.

Fazit:

Handfestes Horror-Fast-Food, das nicht lange fackelt und keinen ganzen Band braucht, um die Charaktere einzuführen. Wäre auch ein bisschen schade, denn mit dem zweiten Album, welchen der Splitter Verlag jüngst für sein November-Line-up angekündigt hat, endet der Blutsauger-Spaß dann auch schon wieder. Besser kurz und knackig, als das doch recht limitierte Setting bis zur Langeweile auszureizen.

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