U.C.C. Dolores - Band 1: Der Pfad der Neuen Pioniere

Erschienen: Juli 2019

Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Ein gelungener Startschuss für ein Space-Abenteuer nach Maß… irgendwo zwischen „Glauben“ und „voll auf die Fresse“. Weiterhin guten Flug!

Zeichnung

Nicht wunderschön, dafür detailliert und kreativ. Atmosphärischer Bonus geht an die gelungene Kolorierung und die Tiefe-gebenden Schattierungen.

Leser-Wertung

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Marcel Scharrenbroich
BIS ZUR UNENDLICHKEIT! UND NOCH VIEL WEITER… Amen.

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Aug 2019

Vom Kloster ins Weltall

Achtzehn Jahre ist es her, seit Mony als Säugling im Vorhof der Kirche der Neuen Pioniere zurückgelassen wurde. Nur in eine Korsarenflagge der Konföderierten als Decken-Ersatz gehüllt und in einer klapprigen Kiste verstaut, lag sie schreiend da. Als einzigen Abschiedsgruß der Erzeuger, ihren Namen auf die kleine Stirn geschrieben (für eine Absender-Adresse war wahrscheinlich kein Platz mehr…). Achtzehn Jahre war Mony in der Obhut des Ordens. Achtzehn Jahre… und jetzt folgt der Arschtritt. Mit Erreichen der Volljährigkeit wird die junge Frau vor die Tür gesetzt und in die weite(n) Welt(en) entlassen. Ein feuchter Händedruck, ein gutgemeintes „Tschö‘ Willi“ und dann „Gute Reise“… allerdings nicht, ohne noch ein verschlossenes Kästchen mit auf den Weg zu bekommen, welches zusammen mit Mony in der Kiste lag, in der sie aufgefunden wurde. Angeblich das Einzige, was dort neben dem Baby zurückgelassen wurde… doch wir Leser wissen es besser. Sehen wir doch, dass sich dort noch rote Kristalle befanden, die vor Mony geheim gehalten wurden und wohl noch eine größere Rolle spielen werden. Die Rückseite des Auftaktbandes listet nämlich bereits zwei weitere Ausgaben, welche sich noch inVorbereitung befinden und zusammen mit dem vorliegenden Start den „Zyklus des Roten Kristalls“ bilden werden.

Tja, DEN Geburtstag hatte sich Mony aber anders vorgestellt. Und dann auch noch der Achtzehnte! Wie sonst sollte man so einen Tag besser feiern, als vor der verschlossenen Tür der Ex-Familie? Mutterseelenallein, frisch verstoßen und auf sich gestellt? Richtig… könnte ich mir auch nicht schöner vorstellen. Wenigstens gibt es ein kleines Geburtstagsständchen von… ja, von wo überhaupt? Wo kommt die plötzliche Musik her, die Mony zum Schlüpftag gratuliert? Sie kommt aus dem kleinen Kästchen, das sich nach einer ersten, überraschten Betrachtung urplötzlich mit einem *klick* öffnet. Der Inhalt: Ein Zettel mit der kryptischen Botschaft „Kümmere dich um Dolores“ und der Schlüssel zu einem Schließfach.

Tatsächlich fällt dieses Schließfach etwas größer aus als gedacht, beinhaltet es doch ein waschechtes und ausgewachsenes Raumschiff. Besser gesagt, ein Kosmo-Korsarenschiff der konföderierten Armee. Das legendäre Kriegsschiff „U.C.C. DOLORES“. Ein wahres Prachtstück!

Dumm nur, dass Mony die Mühle bis zum Abend aus dem Hangar gekarrt haben muss, da der Mietvertrag im Langzeit-Parkhaus an just diesem Tag – ihrem achtzehnten Geburtstag – ausläuft. Die hilfsbereiten (und abgewichsten) Aliens, die die „Dolores“ am liebsten mit einer gehörigen Provision verhökert sehen würden, geben Mony noch einen Tipp mit auf den Weg, wo sie einen fähigen Piloten aufgabeln könnte. In einem Abschaum-Bezirk, gegen den der Raumhafen von Mos Eisley wie der Edel-Strich von Monaco wirkt…

Vom Weltall ins Chaos

Dort trifft Mony eher ungewollt auf den raubeinigen (und immer noch verkaterten) Kash, der in einem Käfig-Kampf ordentlich die Kuh fliegen lässt und dem Mädchen anschließend den Allerwertesten rettet, indem er erst einem Alien im Wolfspelz gepflegt auf die Schnauze schlägt und dann der fetten Qualle, an die der wolfige Außerirdische Mony verhökern wollte, ordentlich in die Visage ballert… was darin mündet, dass der ganze Puff in den Orkus geblasen wird. Kash kann sich und Mony gerade noch retten und *schwuppdiwupp* schon ist ein geeigneter Pilot für die „Dolores“ gefunden.

Stellt sich nur noch die Frage, wohin die Reise gehen soll und was man mit dem neuerworbenen Pracht-Schiff anstellen möchte? Mony möchte Gutes tun und sich humanitären Aufgaben widmen. Das ehemalige Kriegsschiff in die Dienste der Menschheit stellen, um quasi vergangene Taten wiedergutzumachen. Sehr ehrenhaft! Mit guten Absichten und dem Papst in der Tasche, geht die wilde Fahrt also los… doch in den Weiten des Alls gibt es nicht nur wohlgesonnene, friedfertige Kreaturen und so kommt es, dass sich schon bald der erste intergalaktische Bodensatz an die Fersen der gutmütigen Mony und ihres bärbeißigen Begleiters heftet. Außerdem eilt ihr Ruf der „Dolores“ voraus, gehörte sie doch einst dem sagenumwobenen General MC Monroe, weswegen es aufzuklären gilt, warum gerade ein als Säugling ausgesetztes Mädchen, dass ihre gesamte Kindheit in einem Kloster verbrachte, in Besitz einer solch verschollen geglaubten Mühle geraten ist…

Up & Away

Mit dem ersten Band von „U.C.C. Dolores“ bahnt sich ein Abenteuer mit sympathischen und gegensätzlichen Charakteren an, das das Zeug zu einer großen Space Opera hat. Alle Zutaten sind zuhauf gegeben und der Auftakt wirft die richtigen Fragen auf, um auch die Erwartung an die kommenden Bände hochzuhalten. Die Charaktere werden extrem gut eingeführt, was erfreulicherweise gut strukturiert und nicht mit dem Holzhammer geschieht. Alles baut aufeinander auf und erscheint aus einem Guss. So ist der Story jederzeit gut zu folgen, was gerade beim Einstieg in eine neue Serie sehr wichtig ist… jedenfalls für mich. Was nützt mir ein Auftakt, bei dem ich mir die gegebene Welt quasi selbst zusammenreimen muss und ständig das Gefühl habe, dass ich mittendrin eingestiegen wäre und dauernd denke, ich habe drei bis vier Bände verpasst, obwohl eine große „1“ auf dem Cover prangt? Richtig… NÜSCHT! Hier haben die kreativen Köpfe hinter der Serie jedenfalls alles richtig gemacht.

Schon das Cover versprüht richtiges Space Opera-Feeling, erinnert es doch nicht von ungefähr an große Sci-Fi-Klassiker wie „Star Wars“, „Star Trek“, „Kampfstern Galactica“, „Blade Runner“ oder „Das fünfte Element“, was zumindest die Darstellung des Motivs angeht. Hier versammeln sich Helden und Schurken perfekt positioniert vor einer eindrucksvollen Space-Kulisse. Ja, mehr braucht es nicht, um den geneigten Science Fiction-Freund zum sabbern zu bringen. Händereibend und mit dem schicken Büchlein unterm Arm, an einem verregneten Nachmittag mit Hechtsprung gen Couch stürzend, konnte ich eine gute Zeit mit der „Dolores“-Crew verbringen und bekam genau DAS, was ich erwartet hatte: Flotte, kurzweilige Unterhaltung, die genau SO VIEL offenlegt, dass die Story mich weiter neugierig macht.

Hatte der französische Comic-Zeichner und -Autor Didier Tarquin in der Vergangenheit noch alle Hände mit den verschiedensten Veröffentlichungen aus den „Lanfeust“- und „Troy“-Universen zu tun, startet er mit „U.C.C. Dolores“ seine komplett eigene Reihe, die er zusammen mit Lyse Tarquin zu Papier brachte, welche nicht zum ersten Mal für die Kolorierung seiner Bilder zuständig war. Dabei wissen Didier Tarquins Bilder zwar zu gefallen, gehören aber nicht zur Crème de la Crème der Zeichenkunst. Der dreckig-raue Stil passt jedoch gut zum abgewrackten Setting, das größtenteils einen Charme der rustikaleren Art versprüht. Hier gibt es keine blitzblankgeputzten Raumschiffe oder sterile Räumlichkeiten, auf deren Boden nach einem gepfefferten Faustschlag noch nie Zähne und Blutspritzer zu finden waren. Alles sieht benutzt und verbraucht aus… so auch die meisten Charaktere. Kern-Asis aus dem hinterletzten Loch der hinterletzten Galaxie. Tolle Schattierungen und stimmungsvolle Farben unterstreichen den rauen Weltraum-Look und heben ihn auf ein überdurchschnittliches Niveau.

Fazit:

Dahin gehen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist… oder ein Alien… oder was da sonst im All so kreucht und fleucht. So (oder so ähnlich) könnte das Motto der „Dolores“-Besatzung lauten und HELL, YES… ich hatte Bock drauf! Und nach dem Lesen kann ich getrost sagen, dass ich mindestens genauso viel Böcke auf die Fortsetzungen hab.

U.C.C. Dolores - Band 1: Der Pfad der Neuen Pioniere

U.C.C. Dolores - Band 1: Der Pfad der Neuen Pioniere

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