Once & Future - Band Eins: Der König ist untot

Erschienen: Oktober 2020

Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Eine rasante Achterbahnfahrt, die die britische Sagen-Geschichte auf den Kopf stellt und gleichzeitig Artus‘ Tafelrunde auf Links dreht. Eine riesige Überraschung für Abenteuer- und Fantasy-Fans!

Zeichnung

Ein düsteres Feuerwerk mit strahlenden Highlights. Zeichner und Koloristin liefern hier sehr schön ab, was sich in optischer und farblicher Vielfalt entlädt.

Leser-Wertung

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Marcel Scharrenbroich
„Großmutter, warum hast du so viele… Waffen?“

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jan 2021

Der ungelenke Enkel

Mitten in Bristol sitzt der schüchterne und eher unscheinbare Akademiker Duncan McGuire bei einem Date. Vermutlich das Date seines Lebens, denn ihm gegenüber sitzt die bildschöne Rose, Doktorin der Geschichte. Aus seiner Sicht spielt sie wohl in der Champions League, wenn man das so sagen kann…, während Duncan sich die Knochen in der Kreisliga aus den Gelenken kicken lässt. Dabei ist er gewiss kein Totalausfall, erscheint auf seine unsichere und leicht tölpelhafte Art nur schwer überfordert mit der Situation. Nachdem das Dinner eher schleppend verläuft, klingelt ihn ein Telefonanruf aus der fast schon unangenehmen Lage. „OMAS HEIM“ erscheint auf dem Display seines Smartphones. Man mag nun denken, dass Duncan der fürsorgliche Enkel ist, der sich rührend um seine liebe Omi kümmert, doch die rüstige Dame kann ganz gut auf sich allein aufpassen. Die gute Bridgett ist allerdings getürmt und bestellt Duncan mitten in die düstere Pampa. Sofort macht er sich auf den Weg, weiß er doch noch nicht, was ihn erwartet…

Die knallharte Omi

Grund für Bridgetts flotten Abgang waren die Nachrichten. Ja, bei dem Chaos, über das uns da täglich berichtet wird, kann man eigentlich nur die Flucht ergreifen, aber bei der alten Dame war eine ganz besondere Meldung der Auslöser. Der Sprecher berichtete von einem Mord an einer Grabungsstätte in Cornwall. Der oder die Täter entwendeten dort einen alten Gürtel mit einer Schwertscheide aus dem 6. Jahrhundert. Grund genug, dass bei Oma die Alarmglocken schrillten…

Im finsteren Wald angekommen, ist es eigentlich Duncans Bestreben, seine Großmutter heil und schnell wieder in ihre Altersresidenz zu bringen, doch das, was sie da im finsteren Wald ausbuddelt, verschlägt ihm die Sprache: Waffen… eine große Kiste mit Waffen, mit denen man den dritten Weltkrieg beginnen und Rambo ein kreisrundes Grinsen in die kantige Visage zaubern könnte. Gänzlich fällt Duncan die Kinnlade aus der Verankerung, als Oma offeriert, dass sie einst die Vampire ausrottete und auch sonst noch ganz fit auf den Beinen ist. Wie man sein Gegenüber überzeugend mit einer Waffe einschüchtert, hat sie nämlich nicht verlernt. Noch einschüchternder ist allerdings der grüne Nebel, der langsam durchs Dickicht wabert. Begleitend von lautem Hundegebell. Noch ehe er sich versieht, wird Duncan von einem gigantischen, Drachen-ähnlichen Monstrum durch den Wald gejagt. Mit Mühe und Not kann er sich gegen das Questentier, ein Monster mit Rehbeinen und einem Bauch voller Hunde, verteidigen, bevor dieses vorerst den Rückzug antritt. Geschockt, geschüttelt und gerührt, weiß Duncan jetzt wenigstens, dass Omi keinen Stuss gelabert hat. Mit bleihaltiger Unterstützung überzeugt Bridgett ihren Enkel, dass sie den Gürtel samt Schwertscheide wiederbeschaffen müssen. Die Diebe haben damit nämlich nichts Gutes im Sinn, dessen ist sie sich sicher. Er verfügt über die Macht, alle Wunden wieder zu heilen. Bekannt ist über dieses ebenso seltene wie magische Exponat wenig. Eher über das zugehörige Schwert… Excalibur.

Die versetzte Traumfrau

Laut alter Prophezeiung bahnt sich Fürchterliches an. Die Attentäter von der Grabungsstätte haben nichts anderes vor, als Artus, den König auf Camelot, von den Toten zu erwecken. Dieser soll die alte Ordnung wiederherstellen. Eine erste Begegnung in Glastonbury, wo Bridgett und Duncan Augenzeugen von der Auferstehung des skelettierten Königs wurden, überlebten sie gerade noch so. Dort wurde Bridgett auch klar, wie ernst die Lage ist, denn die Anführerin der nationalistischen Attentäter, die sich als Artus‘ neue Ritter sehen, war eine alte Bekannte.

Allem Anschein nach verfügt Elaine, die größenwahnsinnige Terroristin, über einen Galahad. Jenem sagenumwobenen Ritter, der als Sohn von Lancelot und Elaine von Corbenic geboren wurde. Ihr eigener Sohn wurde schon mit der Bestimmung aufgezogen, dem erweckten König zu dienen und ihm den heiligen Gral zu bringen. Sollte der frisch gebackene Galahad sein Schicksal erfüllen, droht die ganze Welt im Chaos zu versinken. Nun ist guter Rat teuer, denn Bridgett und Duncan brauchen Unterstützung, um dem Wahnsinn ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Geschichtliche Unterstützung. Ein Glück, dass Rose, Duncans versetztes Date, Geschichtsdoktorin ist! Also geht es zurück nach Bristol, wo Omi McGuire wieder all ihre „Überredungskünste“ einsetzt, um die verdutzte Rose zum Mitkommen zu bewegen. Gemeinsam setzt das ungleiche Trio alles daran, den drohenden Untergang abzuwenden.

Monster, Mythen, flotte Sprüche

Man muss kein Geschichtsexperte sein, um diesem Abenteuer/Fantasy-Mix komplett zu verfallen. Die bekannte Artus-Sage wird hier nämlich nicht nur recht frei, sondern auch sehr turbulent und haarsträubend interpretiert. Leidet die Story darunter? Ganz im Gegenteil! Sie legt ein hohes Tempo vor, bietet großartige Charaktere und rasante Action. Eine packende Schnitzeljagd, bei der der anfangs heillos überforderte Held über sich hinauswachsen muss und sich im Laufe der Geschichte immer mehr Details offenbaren. Dazu gibt es humorvolle Seitenhiebe von Bridgett, die die „coole Omi“ auf ein ganz neues Level schraubt. Actionlastig irgendwo zwischen „Indiana Jones“, „Das Vermächtnis der Tempelritter“ und einer geisterhaften Version von „Tomb Raider“ angelegt, erwartet den Leser hier ein wilder Sagen-und-Mythen-Ritt, der von Anfang an Spaß macht und bei dem es nicht zimperlich zur Sache geht.

Der britische Autor Kieron Gillen ist im Comic-Business ein vielbeschäftigter Mann. Für MARVEL schrieb er bereits am Donnergott „Thor“, verfasste eine Mini-Serie zum ebenfalls Hammer-schwingenden „Beta Ray Bill“ und setzte sich mit „Iron Man“, den „Young Avengers“ und den „Dark Avengers“ auseinander. Im STAR WARS-Universum schrieb er neben der Hauptreihe an „Darth Vader“ und „Doctor Aphra“, während er für AVATAR PRESS die knüppelharte Alternativ-Zweiter-Weltkriegs-Reihe „Über“ verfasste. Hochgelobt ist auch seine Serie „The Wicked + The Divine“, die monatlich bei IMAGE erscheint. „Once & Future“ wird von den US-Kollegen von BOOM! STUDIOS herausgebracht und bringt es aktuell (Stand: Januar 2021) auf 15 Heft-Ausgaben.

Hexenwerk!

Die ersten sechs Ausgaben sind im nun vorliegenden Band von CROSS CULT vertreten, die den Spaß als edles Hardcover auf den deutschsprachigen Markt bringen. Angehängt gibt es noch Cover-Abbildungen der verschiedenen Auflagen der US-Einzelhefte. Lohnendes Beiwerk, denn in der Galerie gibt es einige tolle Arbeiten zu bestaunen.

Apropos Arbeit und Bestaunen: Zeichner Dan Mora („Future State: Dark Detective“, „The Terrifics“, „Buffy the Vampire Slayer“, „Klaus“) lässt es im ersten Sammelband optisch ordentlich krachen und zeichnet mit viel Liebe fürs Detail aus unterschiedlichen und sehr interessanten Blickwinkeln. Sehr abwechslungsreich und stets auf den Punkt. Die Kolorierung von Tamra Bonvillain muss im gleichen Atemzug gelobt werden, denn dort, wo die Story eine düstere Farbgebung verlangt, findet die Künstlerin immer Mittel und Wege, die Situation mit kreativem Gespür zum Strahlen zu bringen. Mal mit erdigen Tönen, die an Kerzen als Lichtquelle erinnern, mal mit mitternächtlichen Blau-Variationen. Highlight sind dann tatsächlich die Highlights. Diese giftgrünen Explosionen brechen dann immer wieder durch, wenn Magie und Hexerei im Spiel sind.

Fazit:

Ein gelungener Auftakt, der sofort Riesen-Bock auf mehr macht! Ich hatte mit „Once & Future - Band 1: Der König ist untot“ noch mehr Spaß, als ich mir vorher ausgemalt hatte. Trotz zahlreicher Verweise auf Sagen und Mythen geht es alles andere als staubtrocken zu. Passender schwarzer Humor lockert die Handlung immer wieder auf und bindet uns an die Figuren, die in ihrer ungewöhnlichen Konstellation nicht besser getroffen sein könnten. Denn mal ehrlich: Wer erlebt schon das Abenteuer seines Lebens an der Seite seiner Traumfrau UND seiner Großmutter?

Once & Future - Band Eins: Der König ist untot

Once & Future - Band Eins: Der König ist untot

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Letzte Kommentare:
29.01.2021 11:22:38
TK

Make Britain Great Again! :D

Die Graphic Novel "Once & Future I: Der König ist untot" von Kieron Gillen und Dan Mora lässt die Legenden um König Artus und den Heiligen Gral in der heutigen Zeit und in einer actiongeladenen Handlung mit leichten Horror-Elementen und viel Humor wiederaufleben.

Duncan McGuire, Jungakademiker und Rugbyspieler, vermasselt gerade ein Date als er von seiner Oma angerufen und um Hilfe gebeten wird. Diese ist gerade aus dem Altenheim abgehauen, weil ein Mordfall in Cornwall dunkle Schatten auf die Zukunft der Britischen Inseln wirft. Dabei wurde ein antiker Gürtel mit Schwertscheide entwendet, mit dessen Hilfe König Artus von den Toten wiedererweckt werden soll, um Großbritannien erneut zu Größe zu führen. Duncan trifft seine Oma in einem Wald während diese gerade dabei ist, eine enorme Kiste voll mit diversen, teils schrägen Waffen zu öffnen. Kurz darauf sieht er sich bereits seiner ersten großen Herausforderung gegenüber: einer riesigen monströsen Kreatur, die aus Teilen von Schlange, Löwe, Leopard und Hirsch besteht und ihn als Mitternachtssnack verspeisen möchte...

Die Story von Kieron Gillen ist actionreich und enthält viel trockenen Humor. Das Duo aus Oma und Enkel ist oft einfach zum Schießen. Oma ist ein Charakter, den man so schnell sicher nicht vergessen wird und Duncan wächst einem als ungewollter Held, der seine Ausbildung direkt im Feld absolvieren muss, schnell ans Herz. Artus als Bösewicht ist für mich eher gewöhnungsbedürftig, die Handlung für meinen Geschmack teilweise etwas zu überhastet und ich hätte gerne noch mehr Hintergrund zu den Artus- und Gralssagen erfahren. Davon abgesehen, folgt der Aufbau einem soliden und zuverlässigen Konzept wie man es aus vielen verwandten Filmen und Serien kennt.

Neben dem tollen Humor trägt für mich vor allem die hohe Qualität der Zeichnungen von Dan Mora und der Colorierungen von Tamra Bonvillain zum hohen Unterhaltungswert des Buches bei. Dabei hat mich am meisten der Detailreichtum der Gesichter und Gesichtsausdrücke fasziniert. Auch die Darstellungsweise der Action-Szenen und der Bösewichte empfinde ich als sehr ansprechend.

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