Once & Future - Band Drei: Das Parlament der Elstern

Once & Future - Band Drei: Das Parlament der Elstern
Once & Future - Band Drei: Das Parlament der Elstern
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Marcel Scharrenbroich
8

Comic-Couch Rezension vonMär 2022

Story

Weniger Leichtigkeit, mehr Komplexität. Ob man sich mit dem Ton-Wechsel einen Gefallen getan hat, muss jeder für sich entscheiden. Noch immer gut… aber ein Stück Originalität ging verloren.

Zeichnung

Action auf Top-Niveau. Dan Mora liefert mit detaillierten Zeichnungen erneut sauber ab. Bonvillains Kolorierung ist wieder das atmosphärische i-Tüpfelchen.

Erste Längen

Alle Augen auf…

…den Gral. Hinter jenem heiligen Kübel, der bereits Indiana Jones in arge Bedrängnis brachte, ist noch immer der wiedererweckte König Artus her. In der Anderswelt wartet der Untote darauf, wieder auf den Thron zu steigen und unsere Welt ins Chaos zu stürzen. Strippenzieherin hinter diesem diabolischen Plan ist Mary, die Tochter der mit allen Wassern gewaschenen Heimbewohnerin Bridgette, die seit Jahrzehnten professionell Dämonen und finstere Sagen-Gestalten jagt, und Mutter des eher unscheinbaren Akademikers Duncan McGuire, welcher unfreiwillig in dieses für ihn noch recht neue Familiengeschäft hineingeboren wurde. Mary hatte als Inkarnation von Elaine von Corbenic, Mutter des Ritters Galahad, eine rassistische Gruppierung um sich geschart, um mit Hilfe des wiedergeborenen Königs das „alte England“ wieder aufleben zu lassen. Der Plan ging allerdings recht schnell nach hinten los. Galahad ist mittlerweile aus dem Rennen, und während Duncan immer mehr in die ihm zugedachte Rolle schlüpft und Erfahrung im Beseitigen von mythischen Monstern sammelt, müssen der ungeduldig wartende Artus und sein zwielichtiger Haus-und-Hof-Zauberer Merlin auf Alternativen zurückgreifen.

Die Geschichtsdoktorin Rose, die mittlerweile mit Duncan auf Tuchfühlung geht, hat erfreulicherweise ein Talent für Vorhersagungen. Mit ihrer Hilfe können Bridgette und Duncan den Nazi-Haufen aufspüren, der einst mit Elaine gemeinsame Sache gemacht hat. Die nette Plauderei wird allerdings von einem ungebetenen Gast gestört: dem Grünen Ritter.

Aus dem Ruder gelaufen

Hatten wir Beowulf und Grendel mit dem zweiten Band der „Once & Future“-Reihe bereits abgefrühstückt, bereitet „Das Parlament der Elstern“ (nicht zu verwechseln mit dem „Rat der Eulen“) den Boden für neue Spielgefährten aus der bunten Mythen-und-Sagen-Welt. Neben dem Grünen Ritter betritt jetzt auch der Ritter Lancelot das Feld. Und nach den ziemlich starken Vorgängern bekommt man nun das Gefühl, dass die ganze Nummer zum Schaulaufen für das Who-is-who der Artus-Sage werden könnte. Ein erster Dämpfer. Zudem fällt es schwerer, der zunehmend komplexen Story noch einigermaßen zu folgen. Während Duncans Mutter als Mary, Elaine und neuerdings Nimue gleich drei Persönlichkeiten vereint, erklärt diese der (verständlicherweise) überforderten Rose, wie es um das familiäre Geflecht bestellt ist. Dem geneigten Leser ploppen indessen mehrere Fragezeichen über dem Kopf auf und man fragt sich (ebenfalls verständlicherweise) wohin die Reise denn noch gehen soll. Der spritzige Humor schaltet einige Gänge zurück, was enorm schade ist. Waren es doch vor allem die treffsicheren Geplänkel, die den Abenteuer/Fantasy-Mix bislang so unterhaltsam machten. Interessant wird es hingegen, weil nun noch weitere Parteien in dem düsteren Spiel um Macht mitmischen. Und wenn wir über „düster“ und „Macht“ sprechen, kann es eigentlich nur um eines gehen: die Regierung.

Good ol‘ days

Auch wenn die Leichtfüßigkeit ein wenig flöten geht und die Story an Komplexität zunimmt, ist das kein Grund, „Once & Future“ vorzeitig den Rücken zuzukehren. Es bleiben noch genügend Pluspunkte, die diesen Band deutlich über dem Durschnitt abschneiden lassen. Ich gehe auf Grund neuer Figuren und Entwicklungen auch nicht davon aus, dass die Reihe ihren Zenit nach dem dritten Sammelband (enthalten sind die US-Einzelhefte #13 bis 18 bzw. das dritte US-Paperback) bereits überschritten hat. Im Mai 2022 steht für US-Leser Heft #25 an, was bedeutet, dass noch einige Wendungen auf uns warten. Mal schauen, ob inhaltlich wieder etwas angezogen wird.

Die Story mag ein paar Federn gelassen haben, was man vom Artwork aber keineswegs behaupten kann. Dan Moras Zeichnungen sind weiterhin auf einem unglaublich hohen Niveau. Da gibt es seit Kapitel Eins keinerlei Durchhänger. Die Gefühle der Charaktere spiegeln sich wunderbar in deren Mimik wider, während die Action wie gewohnt brachial in Szene gesetzt wird. Die grandiosen Farbexplosionen von Tamra Bonvillain spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle. In Kombination mit Moras ausdrucksstarken Bildern ist und bleibt dies eine wahre Pracht. Ein saftiger Cliffhanger und eine Cover-Galerie (jeweils mit regulärem und Variant-Motiv des jeweiligen Einzelhefts) runden den Band ab.

Fazit:

Ich bin gespannt, wie der etwas ernstere Ton allgemein aufgenommen wird. Mir fehlt ein wenig die Popcorn-Unterhaltung, welche „Once & Future“ auf Anhieb so sympathisch machte. Zwar bleiben die Charaktere weiterhin interessant und vielschichtig, dennoch will man mit den neuen Verstrickungen und Entwicklungen für meinen Geschmack zu schnell zu viel.

Once & Future - Band Drei: Das Parlament der Elstern

, Dan Mora, Cross Cult

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