Negalyod

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André C. Schmechta
10

Comic-Couch Rezension vonSep 2022

Story

Ein packender Science-Fiction-Fantasy-Western, der beinahe epische Ausmaße annimmt.

Zeichnung

Vincent Perriot entwirft mit feinem Strich beeindruckende, filigrane Bilder. Akribisch werden Details ausgearbeitet, Großzügig variieren die Panels in ihrem Format. Die harmonische Kolorierung schafft eine durchweg einnehmende Stimmung mit effektvollen Akzenten.

Science-Fiction? Fantasy? Western? Alles zusammen! Und auf jeden Fall ein außergewöhnliches Comic-Erlebnis.

Jarré ist Saurierhirte. Mit seiner Herde streift er durch die Wüste. Doch eines Tages werden alle Tiere vernichtet und Jarré macht sich auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Von karger Wüste zu hoch technologischer Zivilisation

Nein, dies ist keine dieser bekannten Rachegeschichten, die man jetzt vorschnell vermuten könnte. Es gibt auch keine rauchenden Colts oder staubigen Saloons vor denen Dinosaurier statt Pferden auf ihre volltrunkenen Besitzer warten, die sich zuvor eine wilde Schlägerei mit zwielichtigen Gestalten geliefert haben. „Negalyod“ ist vollkommen anders und entwickelt sich schon bald zu einem packenden Science-Fiction-Fantasy-Western, der beinahe epische Ausmaße annimmt.

Vincent Perriot spannt einen weiten Bogen von der kargen Wüste und dem einfachen Nomadenleben hin zu einer hoch technologischen Zivilisation. Und genau diese Gegensätzlichkeit ist das, was „Negalyod“ so besonders macht und die das Titelbild bereits zur Schau stellt.

In dieser für Jarré neuen, fremdartigen Welt geht es natürlich auch mal wieder um Kontrolle und Macht. „Das Netz“ steuert das ungleiche Zusammenleben, die Zuteilung von Ressourcen. In diesen gesellschaftlichen und politischen Rahmen bettet Perriot ökologische und philosophische Aspekte. Es halten Spiritualität und die mögliche Existenz einer höheren Lebensform Einzug. Und so bewegen wir uns auch im Wechselspiel zwischen irdischen und geistlichen Ebenen.

All diese unterschiedlichen Facetten hält Perriot stets gut im Griff. Er verzettelt sich nicht, die Geschichte wird nicht in unverständlicher Komplexität erdrückt. Das liegt auch an einigen weiteren gut angelegten Figuren. Zugegeben Jarrie gerät mir dabei gelegentlich etwas zu grob gestrickt.

„Negalyod“ sieht fantastisch aus - in jeder Hinsicht.

Dabei sind die ersten Seiten noch gar nicht so spektakulär. Doch das soll sich schnell ändern. Vincent Perriot entwirft mit feinem Strich beeindruckende, filigrane Bilder. Akribisch werden Details ausgearbeitet, mit Schraffuren nuancierte Schatten erzeugt und flächige Strukturen konturiert. Großzügig variieren die Panels in ihrem Format. Glücklicherweise dürfen wir auch mal auf ganzen oder sogar einmal auf einer Doppelseite weite Landschaften, imposante Stadtarchitektur oder ungewöhnliches Fluggerät bewundern.

Die harmonische Kolorierung schafft eine durchweg einnehmende Stimmung mit effektvollen Akzenten und betont vor allem auch den zuvor geschilderten Gegensatz der Welten, die Perriot in „Negalyod“ entwirft. Mal sanfter, mal kräftiger stehen sich erdige warme Farben einem eher modern anmutenden, petrolgrünen Farbspektrum gegenüber.

Und wer oder was ist nun „Negalyod“? Das erfahren wir leider nicht. Aber möglicherweise klärt Band 2, der nun erschienen ist, auf.

Fazit:

Science-Fiction? Fantasy? Western? Alles zusammen! Vincent Perriot hat ein außergewöhnliches und faszinierendes Comic-Erlebnis geschafften.

Negalyod

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