Mouse Guard 1: Herbst 1152

Erschienen: April 2008

Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Inhaltlich fehlt es der Mäuse-Saga im Mittelalter noch etwas an Tiefe. Allerdings ist allein die kreative Idee einen Blick wert und der toll ausgearbeitete Nager-Kosmos verdient es, dass man ihm Aufmerksamkeit schenkt.

Zeichnung

Das kreative Mäuse-Universum strotzt nur so vor Details und ist extrem liebevoll gestaltet. Warme Farben unterstreichen das mittelalterliche Setting, welches mit rauem Strich seinen ganz eigenen Stil besitzt.

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Marcel Scharrenbroich
Von Mäusen und Mäusen

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Mai 2019

A Song of Brie and Cheddar

Die Mäusewache kann im Jahre 1152 wieder den Aufgaben nachgehen, für die sie eigentlich gegründet wurde. Der Winterkrieg gegen einen Wiesel-Feldherren liegt drei Jahre zurück. Soldaten werden nun nicht mehr benötigt und die Wächter agieren wieder als Späher, Leibwächter, Fährtensucher und Geleitschutz für Händler, die zwischen den Territorien hin- und herpendeln. Ihre Städte sind gut versteckt. Geschützt und nicht auf den ersten Blick sichtbar, liegt auch die Ortschaft Lockhaven… die Heimstatt der Mäusewache. Tief in einen Felsen gegraben und mit Efeu bedeckt, operieren die Wächter von hier aus und beheimaten Schmiede und Schreiner, die die Nager-Elite mit Waffen und Kleidung angemessen ausstatten. Karten der Festung sind außerhalb der Mauern strengstens verboten, da detaillierte Pläne die Sicherheit der Wache nicht mehr gewährleisten könnten, sollten sie in die falschen Hände geraten. Und obwohl die große Schlacht der Vergangenheit angehört, lauern in der Wildnis weitere zahlreiche Bedrohungen. Schlangen, Krabben, Wölfe und andere Fressfeinde. Aber auch aus den eigenen Reihen droht Gefahr…

Die drei Mausketiere

Die Wächter Lieam, Kenzie und Saxon wurden für einen neuen Auftrag ausgesandt. Sie gehören zu den Besten der Wache und sollen einen Getreidehändler ausfindig machen, der auf seiner Route von Rottwallow nach Barkstone war, seinen Zielort jedoch nie erreichte. Findig, wie die drei ausgebildeten Fährtensucher nun mal sind, dauert es auch nicht lange, bis sie auf eine heiße Spur stoßen. Den umgestürzte Karren, samt Ladung… von der Kornmaus aber weit und breit keine Spur. Da die Dämmerung bereits hereinbricht, beschließen die Drei, an Ort und Stelle zu nächtigen.

Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen zu sehen, hat Saxon an einem Pfad Kornreste gefunden, die neben auffälligen Abdrücken im Boden verstreut sind. Diese Abdrücke führen zu einem Loch im Boden. Noch ehe die Mäuse herausgefunden haben WAS sich unter der Oberfläche verbirgt, baut sich die Antwort bedrohlich vor ihnen auf… eine riesige Schlange! Furcht kennen die kampferprobten Wächter nicht, auch wenn der Feind sie um ein vielfaches überragt. Unerschrocken stürzen sie sich in den Kampf, aus dem sie auch als Sieger hervorgehen. Im Inneren der toten Schlange finden sie dann auch das Ziel ihrer Mission… den verspeisten Händler.

Eigentlich wäre die Aufgabe der Drei mit der standesgemäßen Beerdigung der Kornmaus beendet, doch Kenzie offenbart seinen Gefährten, was er im umgekippten Karren entdeckt hat: eine detaillierte Karte von Lockhaven, Heimat der Mäusewache. Diese offenbart die geheimen Verteidigungsanlagen und markiert zudem wichtige Standorte innerhalb der Festung. Wem wollte der Verräter, dem die hungrige Schlange einen Strich durch die Rechnung machte, die Karte übergeben? Und wem könnte daran gelegen sein, die gutgehüteten Geheimnisse der Mäusewache zu kennen? Die Spur führt Lieam, Kenzie und Saxon nach Barkstone… dem geplanten Zielort des verräterischen Händlers.

Zeitgleich zu den Geschehnissen der drei Gefährten, macht sich die Wächterin Sadie auf, um ihren Kollegen Conrad am nördlichen Uferposten aufzusuchen. Sie soll dort nach dem Rechten sehen, da Conrad schon seit längerer Zeit keinen Bericht mehr erstattete. Am Ufer angekommen, findet Sadie weitere Nachrichten der Wache… alle noch ungeöffnet. Nach genauerem Durchforsten der Umgebung stößt Sadie auf eine Behausung, versteckt im ufernahen Schilf. Auf den ersten Blick scheint das Häuschen verlassen, doch ehe sich Sadie umschauen kann, hat sie auch schon einen Angelhaken an der Kehle. Dieser befindet sich in der Hand von Conrad, der sie damit eiskalt überrumpelt hat. Er offenbart der Wächterin, dass er sich nicht mehr sicher sein kann, wem er vertrauen kann und dass er Sadie erst für eine Verräterin gehalten hat. Noch bevor Conrad sein Misstrauen erläutern kann, bricht er vor ihren Augen zusammen.

Wieder zu Kräften gekommen, erzählt Conrad, dass er bereits länger Verdacht schöpfte, dass sich jemand Zutritt zu seiner Behausung verschafft hat, als er nicht anwesend war. Daraufhin habe er sich auf den Dachbalken auf die Lauer gelegt und wurde tatsächlich Zeuge eines geheimen Treffens. Er wurde Zeuge, wie eine im Schatten verborgene Gestalt eine Karte an einen Händler gab, der seine Dienste anbot. Die Stimme aus dem Schatten sprach nur ein Wort… „Lockhaven“.

Das Ziel von Sadie und Conrad ist somit klar und die beiden Mäuse beschließen, so bald wie möglich aufzubrechen. Dann stellen sie fest, dass etwas Großes und Gefährliches ihnen den Weg nach draußen versperrt… höchste Zeit, die Waffen sprechen zu lassen.

Auftakt zum Mäuse-Epos

David Petersen bedient sich dem klassischen Stoff, dem so gut wie jede Fantasy-Erzählung zu Grunde liegt… dem Kampf Gut gegen Böse. Kämpfe, Intrigen, Mut und Ehre. All diese Zutaten finden sich in hochkarätigen Genre-Vertretern, epochalen Meisterwerken der phantastischen Literatur und auf weltweiten TV-Bildschirmen. „Mouse Guard“ verlegt den Schauplatz in kleinere Dimensionen. Hier wird nicht auf gigantischen Schlachtfeldern gemetzelt und keine riesigen Drachen radieren ganze Armeen mit einem feurigen Hauch aus. Hier will auch keiner seinen Hintern auf einem Thron parken oder einen Ring in den heißen Schlund eines Vulkans befördern. Nein, trotz der Verlegung in ein ganz eigenes Mäuse-Universum ist Petersens Geschichte erstaunlich bodenständig. Schon nach wenigen Seiten vergisst man als Leser, dass putzige Nager die Handlung vorantreiben und sich heldenhaft den Gefahren stellen.

Auch wenn der Story-Auftakt mit „Herbst 1152“ etwas dünn ist und inhaltlich für Genre-Veteranen mit wenigen Überraschungen aufwarten kann, ist es bemerkenswert, wie akribisch David Petersen seine Welt durchgeplant hat. Auf der einen Seite agieren die kleinen Nager wie Menschen… sprechen, laufen aufrecht, agieren gekonnt mit dem Schwert, gehen handwerklichen Tätigkeiten nach und verfügen über soziale Kompetenzen. Andererseits werden auch die animalischen Eigenschaften der Nager herausgearbeitet und fließen in die Handlung ein. Eine hervorragende Mischung, die beweist, mit wieviel Liebe sich der Schöpfer mit seinen Figuren auseinandergesetzt hat.

Vor allem künstlerisch kann „Mouse Guard: Herbst 1152“ punkten. Die liebevoll designte Welt, in der die anthropomorphen Nager agieren, wurde perfekt in Szene gesetzt und versprüht stilistisch pures Mittelalter-Flair. Farblich wird das Herbst-Thema klar in den Vordergrund gestellt und warme Orange- und Braun-Töne dominieren. Ein rauer Look mit tiefschwarzen Schraffierungen rundet das abenteuerliche Setting mit hohem Detailgrad ab. Ein eigens kreiertes Mini-Universum, dessen Entdeckung unglaublich viel Freude bereitet.

Quadratisch, praktisch, gut

„Mouse Guard: Herbst 1152“ folgten die Bände „Mouse Guard: Winter 1152“ und „Mouse Guard: Die Schwarze Axt“, welches die Vorgeschichte erzählt. In der dreibändigen Anthologie-Reihe „Mouse Guard: Legenden der Wächter“ kommen dann namhafte Künstler wie Skottie Young, Ted Naifeh, Dustin Nguyen, Ramón K. Perez, Stan Sakai, Eric Canete, Terry Moore und weitere Comic-Größen zum Zug, um David Petersens wunderbarer Welt ihren Stempel aufzudrücken. In „Mouse Guard: Balduin der Tapfere und andere Geschichten“ richtet Schöpfer Petersen sich dann mit sechs Mäuse-Fabeln an das jüngste Publikum. Alle Bände der Reihe sind im Cross Cult Verlag erschienen.

„Herbst 1152“ umfasst die ersten sechs US-Hefte des amerikanischen Überraschungserfolgs und teasert im Epilog bereits den Nachfolger an. Die Herbst-Story ist mit ihren sechs Kapiteln aber in sich abgeschlossen und lässt den Leser nicht mit einem fiesen Cliffhanger zurück… obwohl das Interesse an den herannahenden „Winter 1152“ geweckt wird. Im Anhang des quadratischen Hardcovers (20 x 20cm) findet sich noch ein ausgiebiger Bonusteil, der neben Karten, Beschreibungen der Territorien und Tätigkeiten der Mäuse, einer Galerie von Zeichner-Kollegen und Einzel-Illustrationen von David Petersen auch noch ein ausführliches, mehrseitiges Gespräch beinhaltet, welches Christian Endres mit dem Schöpfer geführt hat und tolle Einblicke in die Entstehung von „Mouse Guard“ offenbart. So wird aus dem hochqualitativen Büchlein eine ebenso qualitative und runde Nummer.

Fazit:

All-Ages-Dark Fantasy im Mittelalter-Setting mit anthropomorphen Helden… was kann da schon schiefgehen? Nicht viel! Ein gelungener Auftakt, dessen etwas dünne Story sich verschmerzen lässt. Dafür ist der Inhalt bereits für Leser ab 8 Jahren aufwärts geeignet und überzeugt mit hervorragenden Illustrationen, die künstlerisch für sich stehen. Also… auf in den Kampf! Mäuse, wollt ihr ewig leben??? LÜLÜLÜLÜLÜLÜLÜLÜLÜ!!!!!

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