Lucky Luke 99: Fackeln im Baumwollfeld

Erschienen: November 2020

Couch-Wertung

10
Story
Zeichnung

Story

Trotz des ernsten Themas bleiben der Reihe viele ihrer Grundelemente erhalten, allen voran der Humor, darunter der versteckte ebenso wie der offensichtliche.

Zeichnung

Zeichner Achdé folgt weiterhin dem Geist der Reihe und lässt im 99. Band zahlreiche prominente Persönlichkeiten aufmarschieren.

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Carsten Jaehner
Comic-Spaß mit brisanter Aktualität

Comic-Rezension von Carsten Jaehner Nov 2020

Lucky Luke, der einsame Cowboy, möchte mit seinem Pferd Jolly Jumper ein paar Tage Urlaub in Nitchvoga, Kansas machen. Im Saloon trifft er zufällig Bass Reeves, einen schwarzen Sheriff, der gerade die vier Daltons gefangen genommen hat. Da erscheint der Notar der Stadt und teilt Lucky Luke mit, dass er einer der reichsten Männer Louisianas sei, da Luke gerade von einer verstorbenen alten Dame in der Gemeinde Breaux Bridge die größte Baumwollfarm geerbt hätte. Zwar interessiert Luke das Geld nicht, doch um des Friedens willen legt ihm der Notar nahe, sein Erbe anzutreten, damit die dortigen Arbeiter versorgt werden.

So macht sich Lucky Luke auf den Weg und trifft auf der Farm schwarze Angestellt, die mit ihrer Arbeitssituation unzufrieden sind. Zudem werden sie von reichen weißen Farmern aus der Gegend terrorisiert. Doch Luke verfolgt weiter seinen Plan, seine Erbschaft unter den schwarzen Farmern aufzuteilen. Inzwischen sind auch die Daltons wieder einmal ausgebrochen und suchen Luke, da sie ihn töten und ihm seinen neuen Reichtum abnehmen wollen. Als der Ku-Klux-Klan Luke gefangen nimmt, droht die Situation endgültig zu eskalieren.

Neue, originelle Geschichte

Lucky Lukes 99. Abenteuer ist wieder eine Originalgeschichte mit Text von Jul und Zeichnungen von Achdé, der seit 2003 nach dem Tod des Lucky Luke-Erfinders Morris die Reihe übernahm. Er folgt damit dem Geist der Reihe, in dem unbekannte Begebenheiten des Wilden Westens aufgezeigt werden, wie in diesem Fall der erste schwarze Sheriff der Vereinigten Staaten, Bass Reeves, der tatsächlich gelebt hat, wie auch auf der letzten Seite des Bandes mit einem Originalfoto belegt wird.

Zudem ist Luke nach „Am Mississippi“ erst zum zweiten Mal in Louisiana, kleine Kommentare verweisen gelegentlich auf den 20. Band der Reihe, was zu gelegentlichem Amüsement führt. Die ausgebrochenen Daltons verirren sich in den Sümpfen des Landes, und finden nur heraus, da Jack Dalton von einem Bücherwagen ein Buch über Louisiana geklaut hat, das er nun dauernd liest und den Brüdern in den passendsten und unpassendsten Momenten kleine Referate halten kann. Das ist geschickt, denn somit können auch dem Leser Zusatzinformationen innerhalb der Handlung untergejubelt werden.

Auftritt: Ku-Klux-Klan

Lukes Plan, seine Erbschaft unter den schwarzen Mitarbeitern aufzuteilen, damit er weiter als lonesome Cowboy durch den Wilden Westen reiten kann, führt in zum ersten Plan zu Baumwollfeldern, kaum zu glauben nach 98 Abenteuern in den USA. Von seinem neuen Nachbarn Quincy Quarterhouse (von den Schwarzen „QQ“ genannt) wird er auf eine Feier eingeladen, in der die Weißen ihre Überlegenheit über die Schwarzen feiern und zelebrieren. Das geht Luke schnell über seine Hutschnur, und das Konfliktpotenzial ist spätestens hier gelegt.

Gerade hier und später, wenn der Ku-Klux-Klan Lucky Luke verbrennen will, zeigt sich, wie nah die Lucky Luke-Reihe am Puls der Zeit liegt und wie aktuell dieser Band ist. Dass sich Weiße als den Schwarzen überlegen ansehen, ist nichts neues, gerade in den USA, und dieser Band legt den Finger in die Wunde und zeigt schmerzlich, dass die Menschheit nur schwer dazulernt.

Humor und Wissen vereint

Trotz des ernsten Themas bleiben der Reihe viele ihrer Grundelemente erhalten, allen voran der Humor, darunter der versteckte ebenso wie der offensichtliche. Jolly Jumpers bissige Kommentare laden zum Schmunzeln ein, viele Gags sind den kleinen Details der liebevollen Zeichnungen zu entnehmen (bereits auf dem Cover verstecken sich Vertreter des Ku-Klux-Klans), und neben Bass Reeves treten noch andere bekannte Prominente auf, die aber hier nicht verraten werden sollen.

Einzig dass der Konflikt am Ende durch einen „Deus ex machina“ gelöst wird, ist etwas störend, ist aber für einen großen positiven Gesamteindruck nicht ausschlaggebend.

Fazit:

In seinem 99. Abenteuer zeigt der lonesome Cowboy wieder einmal, warum ihn die Gauner fürchten und die Damen ihm zu Füßen liegen. Lucky Luke zeigt sich in Bestform und der Band kann durch seine thematische Aktualität als ein neuer Höhepunkt der Reihe bezeichnet werden. Empfehlenswert.

Lucky Luke 99: Fackeln im Baumwollfeld

Lucky Luke 99: Fackeln im Baumwollfeld

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Letzte Kommentare:
23.11.2020 00:32:43
Comicer der 68er

Eine einzige Katastrophe. Dieser Lucky Lucke Band ist mit großem Abstand der schlechteste, unkomischste und peinlichste Band dieser Reihe. Dialoge ohne Witz und Hintersinn stattdessen moralintriefendes Gutmenschenblabla. Die Schwarzen sind alle gut, die weißen alle schlecht, ganz im Sinne der derzeit herrschenden PC. Goscinny hätte sich niemals zum Sprachrohr der BLM-Bwegung gemacht, sondern hätte den Fanatismus und die moralische Selbsterhöhung ihrer Aktivisten mit beissendem Spott kommentiert. Das hat Jul leider überhaupt nicht verstanden.

Alita:
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