Lucky Luke 100: Die Ursprünge - Western von Gestern

Erschienen: März 2021

Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Ursprünglich noch recht einfache Geschichten, die jedoch schon Elemente erkennen lassen, die die Reihe bis heute ausmachen.

Zeichnung

Zum Beginn seiner Karriere war der "lonesome Comwboy" noch kleiner und rundlicher dargestellt. Markante Details fehlten noch. Dennoch ein schöner Sprung in die klassischen Ursprünge.

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Carsten Jaehner
Gelungener Jubiläumsband mit Sprung in die Anfänge

Comic-Rezension von Carsten Jaehner Apr 2021

Lucky Luke wird 75 Jahre alt! Man sieht es dem Cowboy, der schneller zieht als sein Schatten nicht an. Oder doch? Lucky Lukes Geburtstag fällt zufällig genau in das Erscheinen des Bandes mit der Nummer 100, also ein doppelter Grund zum Feiern. Und wie könnte man das passender tun, als mit der allerersten Geschichte, mit der der Cowboy 1946 das Licht der Welt erblickte, und zwar am 14. November im Spirou Almanach 1947. Die Geschichte „Arizona 1880“ und ihr Nachfolger „Die Goldmine von Dick Digger“ sind beide Bestandteil des vorliegenden Bandes 100.

Seinen ersten Auftritt in „Arizona“ hat Lucky Luke am Ende der dritten Seite, nachdem ein Bande eine Kutsche überfallen hat und er mit seinem damals schon treuen Pferd Jolly Jumper hilft, den unter der Kutsche eingeklemmten Kutscher zu befreien. Die Banditen haben das Gold aus der Kutsche gestohlen, und im nächsten Ort Nugget City trifft Luke im Saloon direkt einen der Banditen, Big Belly. Es gibt eine ordentliche Rauferei, an dessen Ende Luke den Banditen in sein Quartier nachschleicht.

In „Die Goldmine von Dick Digger“ trifft Lucky Luke auf eben den namensgeben alten Goldschürfer Dick Digger, der eine Goldader gefunden hat und diese eintragen lassen will und sich damit die Rechte daran sichern will. Den Plan hat er in einer Whisky-Flasche versteckt. Luke begleitet ihn und im Saloon, wo beide übernachten, schmeißt Digger gleich eine Lokalrunde. Das ruft natürlich direkt Banditen auf den Plan, darunter auch Big Belly, den wir schon aus dem ersten Comic kennen, und seinen mexikanischen Kumpan. Es kommt wie es kommen muss, und eine wilde Verfolgungsjagd mit Schießereien und Prügeleien beginnt, die am Ende nur einen Sieger kennen kann.

Harmlose Geschichten

Bereits auf dem Cover des Bandes kann man erkennen, wie sehr sich Lucky Luke in 75 Jahren verändert hat. Die Jeans war noch nicht blau, das gelbe Hemd noch kariert, die Figur im Ganzen runder und kleiner, aber der Rest ist gleich, und so ist das Cover und auch das Revers des Albums eine schöne und gelungene Referenz an die Anfänge. Dass man sich statt des gelben Banners, in dem der Name „Lucky Luke“ steht, ausnahmsweise ein goldenes leistet, ist dem Jubiläum angemessen und zeigt gleichzeitig auf, worum es in den vorliegenden Geschichten geht.

Natürlich haben die Geschichten noch nicht den satirischen Biss, den sie später haben werden. Karikaturen berühmter Persönlichkeiten fehlen noch, und die Figuren sind an sich runder und einfacher gestaltet. Es sind einfache Westerngeschichten, die hier erzählt werden, und doch sind bereits einige Elemente zu erkennen, die die Reihe ausmachen, wie Lucky Lukes Pferd Jolly Jumper, der bereits in der ersten Geschichte ein eigenständiges Wesen mit bissigen Kommentaren ist und dessen Humor uns in den kommenden 75 Jahren begleiten wird. Luke prügelt sich häufiger und ausgiebiger als in neueren Bänden, und allgemein steht das Western-Gehabe mehr im Vordergrund, die Geschichten sind einfacher und die Leute noch leichtgläubiger, man könnte fast sagen klischeehafter.

Interessante Entwicklung

Doch er hat sich entwickelt, unser Cowboy, und dieser gelungene Band 100 ist eine schöne Hommage mit Rückblick in die Anfänge. Gerne hätte man noch mehr über die Entwicklung der Figur erfahren, vielleicht hätten man ein paar Extraseiten hinzufügen können. Immerhin raucht Luke hier (noch) nicht und hat es ja später auch wieder aufgegeben. Sein erster Ritt in die Abendsonne wird noch nicht durch sein Lied des „lonesome Cowboy“ begleitet, hier spielt der Cowboy noch selbst die Mundharmonika. Aber der Humor, der seine Abenteuer durchzieht, der ist bereits vorhanden. Was Morris erfunden hat, führt Achdé erfolgreich fort, und so kann es gerne noch 100 weitere Bände geben.

Fazit:

Eine gelungene Jubiläumsausgabe mit einem Blick in die Anfänge des berühmtesten Comic-Cowboys, die gerne ein paar Extraseiten hätte vertragen können. Die beiden Geschichten sind zwar eher harmlos, aber es ist interessant zu entdecken, was in den Anfängen bereits vorhanden war und was erst später dazukam. Für Fans ein Muss, wir warten gespannt auf die nächsten neuen Geschichten.

Lucky Luke 100: Die Ursprünge - Western von Gestern

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