Lazarus - Eins: Die Macht der Familien

Erschienen: Januar 2015

Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Greg Rucka entfaltet eine äußerst spannende Erzählung, die ihren Reiz aus dem Beziehungsgeflecht einer Handvoll Personen mit ihren individuellen Interessen bezieht. Das alles in einer Zeit, in welcher der einzelne Mensch als Individuum nicht mehr viel zählt.

Zeichnung

Dynamik und Perspektive variieren, ausgeprägtes Schattenspiel gibt den Szenen Intensität und Tiefe. Das Farbspektrum betont mit kräftigen erdigen Farben und reduzierter Helligkeit den dystopischen Charakter der Geschichte.

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André C. Schmechta
Macht und Intrige in einem diktatorischen System

Comic-Rezension von André C. Schmechta Apr 2018

Irgendwann in der Zukunft. Die Welt wird von 16 Familien kontrolliert und beherrscht. Diese Familien sichern ihre Territorien - technologisch aufgerüstet mit entsprechendem Waffenarsenal und einer Armee. Natürlich geht es um Ressourcen und Macht. Die Menschen sind von ihnen in „Knechte“ und „Abfall“ unterteilt. Jede Familie besitzt einen sogenannten Lazarus - einen künstlich geschaffenen und genetisch manipulierten Menschen - als Beschützer, als Kriegsinstrument und Waffe. Die kämpferischen Fähigkeiten eines Lazarus machen ihn nahezu unbesiegbar, seine Selbstheilungskräfte nahezu unsterblich. Davon kann sich der Leser auch gleich im fulminanten und brutalen Auftakt der Geschichte überzeugen.

Forever ist der Lazarus der Familie Carlyle, die sich im Konflikt mit den Morrays befindet. Als Mr. Carlyle - das Familienoberhaupt - beschließt, wieder Handelsbeziehungen mit den Morrays aufzunehmen, führt das zu Unstimmigkeiten in der Familie. Es gibt Gegenspieler aus den eigenen Reihen – insbesondere Sohn Jonah spielt hier eine Hauptrolle. Intrigante Pläne werden geschmiedet. Mittendrin: Forever.

Packende Dystopie

Zugegeben, so zusammengefasst scheint die Geschichte ein wenig dünn. Doch Autor Greg Rucka entfaltet eine äußerst spannende Erzählung, die ihren Reiz aus dem Beziehungsgeflecht einer Handvoll Personen mit ihren individuellen Interessen bezieht. Das alles in einer Zeit, in welcher der einzelne Mensch als Individuum nicht mehr viel zählt.

Forever - attraktiv, stark, intelligent - ist zu keinem Zeitpunkt einer dieser einfachen sympathischen Protagonisten. Zu sehr ist auch sie Bestandteil eines diktatorischen Systems, in dem auch sie skrupellos handelt - handeln muss - um ihrer Bestimmung gerecht zu werden. Aber wir erkennen, dass sie eben auch ein Spielball der Familie ist. Nicht nur das Familienoberhaupt wiegt Forever in dem Glauben, seine leibliche Tochter zu sein.
Mr. Carlyles rechte Hand: James. Als Wissenschaftler und Arzt verantwortlich für die physische und psychische Konstitution Forevers. Auch er sorgt auf direkten Befehl dafür, dass Forever nicht zu sehr ihre Existenz und das System hinterfragt.

Vor diesem Hintergrund erhält Forever nach und nach die ganze Unterstützung des Lesers. Ihr Handeln ist nachvollziehbar und glaubwürdig. Und wir hoffen mit jeder Seite, dass sie dem falschen Spiel auf die Spur kommt.
Doch nachdem sie als Vermittlerin bei den Morrays auftaucht, kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall. Forever wird zur Zielscheibe und kämpft mit Joacquim - Lazarus der Familie Morray - ums Überleben.

Michael Lark taucht das bedrückende Szenario in faszinierende Bilder und verleiht der Geschichte sein besonderes Flair. Dynamik und Perspektive variieren, ausgeprägtes Schattenspiel gibt den Szenen Intensität und Tiefe. Santi Arcas grenzt das Farbspektrum in den einzelnen Story-Sequenzen ein und betont mit kräftigen erdigen Farben und reduzierter Helligkeit den dystopischen Charakter der Geschichte. Umso wirkungsvoller brechen die Zeichnungen aus dem Muster aus, wenn im finalen Kapitel mit satten Hintergründen in Lila, Gelb, Orange und Blautönen die Dramatik hervorgehoben wird und gnadenlose Action im Vordergrund steht.

Fazit:

Der Auftaktband endet mit einer Kurzgeschichte, die im Wesentlichen aus einem Dialog zwischen Mr. Carlyle und James besteht. Doch diese rückt mit aller Deutlichkeit den emotionalen Kern der Geschichte in den Fokus. Da läuft es einem schon ein wenig kalt den Rücken runter, wenn der Schöpfer des Lazarus auf die Frage, ob er Forever liebt antwortet: „Man liebt einen Gegenstand nicht wie eine Person, James… man liebt ein Haustier nicht so wie ein Kind…“

Jetzt möchte ich erst recht wissen, wie es weiter geht mit Forever, dieser ruhelosen Mischung aus weiblichem Terminator und zweifelnder Super-Heldin. In einer dystopischen Zukunft ist es ausgerechnet Sie, die am meisten Menschlichkeit aufzuweisen scheint. Künstlich geschaffen, mit einzigartigen Kräften agiert sie in einem Spiel aus Macht, Intrige, Gewalt und Verrat. Wird sie ihre Identität ergründen können? Erzählerisch und visuell packend umgesetzt ist „Lazarus – Eins“ ein überaus lesenswerter Serien-Auftakt.

Lazarus - Eins: Die Macht der Familien

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