Dune: Haus Atreides - Buch 3

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Marcel Scharrenbroich
8

Comic-Couch Rezension vonAug 2022

Story

Liebhaber der Romane können bedenkenlos zugreifen. Die Kernpunkte der Vorlage bleiben erhalten, was die gestraffte Umsetzung in Comic-Form zu einem gelungenen Beitrag im „Dune“-Universum macht.

Zeichnung

Pramanik wandelt auf einem schmalen Grat zwischen „hervorragend“ und „AUTSCH!“. Die positiven Eindrücke überwiegen aber. Hinzu kommen die tollen Farben von Alex Guimarães.

Die Schlinge zieht sich zu

Machtwechsel

Der Herzog ist tot, lang lebe der Herzog… Nach dem Tod seines Vaters hat der junge Leto dessen Amt übernommen. Bereit ist er für diese Aufgabe aber nicht. Die wichtigsten Untertanen bleiben dem Hause Atreides jedoch erhalten und unterstützen das unerfahrene Oberhaupt. Erste Untersuchungen zum Tode des früheren Herzogs liegen bereits vor, und eines ist klar: es war Mord. Sind die verfeindeten Harkonnen für den Anschlag verantwortlich? Oder kommt der Mörder gar aus den eigenen Reihen?

Währenddessen haben die Tleilaxu mit Hilfe der dort arbeitenden Suboiden den Planeten Ix unter ihre Kontrolle gebracht und das Haus Vernius gestürzt. Das wäre ganz im Sinne des Imperators Elrood IX, wollte dieser Ix doch als ideale Produktionsstätte für synthetisches Spice nutzen. Wollte…, denn der Plan seines Sohnes Shaddam geht endlich auf. Er entmachtete seinen Vater, indem er ihm das Leben nahm. Langsam und qualvoll. Künftig soll er als Padishah-Imperator Shaddam IV das Imperium regieren. Um sich zu vergewissern, dass die synthetische Spice-Produktion wie geplant vonstattengeht, entsendet er seinen Vertrauten Graf Fenring in die unterirdische Stadt auf Ix.

Das muntere Machtwechsel-Spiel bleibt auch auf dem Planeten Giedi Prime, Heimat der Harkonnen, nicht ungehört. Ebenso wenig, dass der künftige Imperator mit künstlich hergestelltem Spice experimentiert und dem Baron damit seine Melange-Monopolstellung streitig machen könnte. Immerhin kontrollieren die Harkonnen das auf Arrakis gewonnene Spice. Die Entwicklung eines sogenannten „Nicht-Feldes“, welches Schiffe perfekt tarnen und damit für Gegner unsichtbar machen kann, soll dem Baron für seinen teuflischen Plan dienen. Er will einen Krieg entfachen, indem er ein Tleilaxu-Transportschiff angreift. Und als Sündenbock soll das Haus Atreides herhalten. Als Motiv würde ganz simpel Rache dienen, denn das Haus beherbergt die Kinder von Vernius, nachdem Ix in die Hände der Invasoren fiel. Die lachenden Dritten wären die Harkonnen. Bei der Krönung des neuen Imperators, zu der alle wichtigen Häuser-Vertreter eingeladen sind, soll die Falle zuschnappen.

Packender Abschluss der Vorgeschichte

Der Einstieg in den dritten und letzten Band der Vorgeschichte gestaltete sich deutlich einfacher als noch beim unmittelbaren Vorgänger. Das mag daran liegen, dass nun viele Fäden zusammenlaufen. Zwischen familiären Machtspielen, politischen Rangeleien und sogar der Anzettelung eines Krieges, lässt der Hardcover-Band kaum Luft zum Atmen. Die Atmosphäre ist enorm dicht und da ist es fast schade, dass die Story „Haus Atreides“, basierend auf dem ersten Teil der „Wüstenplanet“-Roman-Trilogie „Die frühen Chroniken“, nun endet. Oktober und November 2022 stehen aber ebenfalls im „Dune“-Zeichen, da der SPLITTER-Verlag neben einem Band mit One-Shots im Spätherbst noch den zweiten Teil der Graphic Novel-Adaption des Herbert’schen Hauptwerks in die Läden bringt. Das verkürzt die Wartezeit auf den nächsten Kinofilm, der aktuell für November 2023 terminiert ist.

Zeichner Dev Pramanik (unterstützt von Mariano Taibo) liefert gewohnt solide ab, wobei es immer wieder Ausreißer nach oben und unten gibt. Alex Guimarães‘ Kolorierung ist erneut über jeden Zweifel erhaben. Der häufige Wechsel der Örtlichkeiten sorgt auch für Abwechslung für die Augen. Es gibt satte Farben und einige schöne Farbverläufe. Auf die Cover-Galerie mit Abbildungen der im US-Verlag BOOM! STUDIOS erschienenen Einzelhefte braucht man auch hier nicht zu verzichten. Es finden sich schöne Motive der enthaltenen Ausgaben #9 bis 12, sowie einige Exclusive-Variants der ersten Hefte.

Fazit:

Eine runde Sache, würde ich sagen: „Haus Atreides“ wird mit diesem Band gelungen beendet. Das Spiel um Macht und Spice spitzt sich zu und fügt lose Enden zusammen. Auf dem Niveau darf es mit Adaptionen weiterer Werke gerne weitergehen.

Dune: Haus Atreides - Buch 3

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