Couch-Wertung

7
Story
Zeichnung

Story

Der erste Teil der Geschichte ist sehr spannend und mitreißend erzählt. Das fehlt beim zweiten Teil. Außerdem ist mir die Motivation vieler Figuren nicht klar geworden.

Zeichnung

Sehr schöne Farben, die sich je nach Schauplatz und Gefühlslage der Figuren verändern. Die Figuren haben alle sehr markante Züge, nur manche der Augen sehen leblos aus.

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Nina Pimentel Lechthoff
Der Schmuggler und das Kind

Comic-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Okt 2020

Von menschenfressenden Hornissen

Perdida könnte das Paradies auf Erden sein. Das Klima ist angenehm und überall gibt es bunte Pflanzen und Bäume. Doch in den heißen Sommermonaten müssen sich die Siedler, die sich auf Perdida niedergelassen haben, in ihre Häuser verbarrikadieren. Denn dies ist die Jahreszeit, in der die übergroßen Hornissen, die auf Perdida heimisch sind, sich paaren und nebenbei alles fressen, was sich nicht bei drei in einem Bunker hinter Stahltüren einschließt.

Doch noch ist die Paarungszeit der Hornissen nicht gekommen und Max besucht seine Freunde, die auf Perdida eine kleine Farm haben: Claude, Martha und der kleine Claudi. Doch lange kann Max nicht bleiben, denn er ist Schmuggler und wenn ihn die Behörden erwischen… Zum Abschied bekommt Max eine Art Ei geschenkt, ein von Martha entwickeltes Funkgerät, das die Kommunikation über Lichtjahre hinweg ermöglicht.

Kurz nach Max’ Abreise kommt es aber zur Katastrophe: Die Hornissen überfallen die kleine Farm und töten Claudis Eltern. Ganz auf sich alleine gestellt hat die titelgebende Waise von Perdida eigentlich keine Chance. Aber über das Ei kann Max mit Claudi kommunizieren. Max versucht so, Claudi am Leben zu halten, während Max sich schnellstmöglich auf dem Weg zurück nach Perdida macht.

Ein Spiel gegen die Zeit

Die Waise von Perdida basiert auf der Erzählung von Stefan Wul, die auch die Vorlage lieferte für den Zeichentrickkultfilm »Herrscher der Zeit« von René Laloux und Jean „Moebius“ Giraud. In dem Splitter-Band setzen Autor Regis Hautière und Zeichner Adrián diese Geschichte sehr spannend und herzzerreißend um. Die Handlungsstränge von Max und Claudi wechseln sich immer wieder ab – immer dann, wenn die eine Ebene sehr spannend wird, wird der Leser rausgerissen und muss gespannt warten, wie es weitergeht. Das ist aber nicht schlimm, denn sowohl wie Max alles versucht, um so schnell wie möglich nach Perdida zu gelangen, als auch wie der kleine Claudi ums Überleben kämpft, ist sehr mitreißend erzählt.

Leider ist diese Wechselwirkung zwischen den beiden Handlungssträngen mit dem Ende des ersten Teils der Story vorbei. Denn im zweiten Teil geht es nur noch darum, wie Max auf einem Wüstenplaneten in einem Mad-Max-Szenario versucht, seine Begleiterin aus den Fängen eines Despoten zu befreien und dabei gegen ein riesiges Monster in einer Arena kämpft. An dieser Stelle hatte ich einen krassen Flashback zum Star-Wars-Film „Angriff der Klonkrieger“.

Wo bleibt Claudi?

Bei diesem Teil der Geschichte ist, zumindest bei mir, etwas die Luft raus gewesen. Während ich den ersten Teil verschlungen habe, konnte ich mit dem Rest der Geschichte weniger anfangen. Die Dynamik zwischen Max und Claudi – bzw. wie ihre Geschichten miteinander verwoben sind – ist ganz klar der Höhepunkt von Die Waise von Perdida. Dafür sind mir die Beziehungen zwischen den Figuren, die auf Max‘ Raumschiff unterwegs sind, relativ egal geblieben. Warum hat Silbad sich einverstanden erklärt, mit einem wildfremden Menschen sich auf eine ungewisse Reise zu begeben? Wieso wollten Martin und Belle unbedingt raus aus Devil’s Balls? Mir sind die Motivationen der Figuren nicht klar genug, als dass ich eine Verbindung zu ihnen gespürt hätte.

Auch die Auflösung der Geschichte hat mich sehr kalt gelassen. Die letzte Wendung ist sehr früh klar gewesen, als dass es am Ende zu einem Aha-Erlebnis kommen könnte. Aber vor allem, wie Claudi, Max und Claudis Mutter Martha wirklich zueinanderstehen, hat mich echt enttäuscht. Es war so klar, dass ich mir echt gewünscht hätte, wenn Die Waise von Perdida dort mit dem Klischee gebrochen hätte.

Farben über Farben über Farben

Der Zeichenstil von Adrián hat mir sehr gut gefallen. Die Figuren sind sehr karikaturhaft und haben sehr markante Gesichtszüge. Martin hat eine lange, schmale Nase, der kleine Claudi hat ein sehr rundes, kindliches Gesicht und Max hat ein sehr eckiges Kinn und leuchtend blaue Haare. Was alle Figuren aber gemeinsam haben sind die Augen. Zwar variieren hier die Augenfarben, aber sie sind sehr ähnlich gezeichnet. Die Augen der Figuren sind nämlich alle rundlich gezeichnet und in einer einzigen Farbe gehalten. Das fällt bei den Figuren, die schwarze Augen haben, nicht weiter auf. Die Figuren mit hellen Augenfarben aber wirken dadurch in manchen Panels ein bisschen leblos in ihren Blicken.

Die Farbgestaltung der Panels ändert sich, je nachdem, wo sich die Handlung gerade abspielt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern hilft auch ein wenig, der Handlung zu folgen. In Perdida dominieren die Farben beige und grün – je nach Gefühlslage aber wirken die Farben sehr einladend oder alarmierend. Beispielsweise wirkt die Farm am Anfang von Die Waise von Perdida sehr gemütlich. Als jedoch die Hornissen kommen, bekommen die Panels einen kleinen Rotstich, zusätzlich kommen dazu die schwarzen Hornissen, die man nur grob als solche erkennen kann. Dadurch wirken sie noch bedrohlicher und aggressiver.

Fazit:

Mir hat die erste Hälfte von Die Waise von Perdida deutlich besser gefallen als die zweite Hälfte. Im ersten Teil ist die Handlung deutlich spannender, vor allem wegen der in sich greifenden parallelen Stränge von Max und Claudi. Dies fehlt mir im zweiten Teil. Dazu kommt noch, dass ich mit den restlichen Figuren, die mit Max zusammen im Raumschiff sind, nicht allzu warm geworden bin, sodass mir deren Schicksal etwas egaler war als das von Claudi. Die Bilder jedoch sind in beide Teile sehr schön gezeichnet. Mir hat vor allem die Farbauswahl sehr gut gefallen. Nur die teilweise sehr leblosen Augen einiger Figuren sind etwas seltsam.

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