Die Ewigen - 1. Uma

Die Ewigen - 1. Uma
Die Ewigen - 1. Uma

Erschienen: Oktober 2005

Erschienen: Oktober 2005

Couch-Wertung

7
Story
Zeichnung

Story

Der Band macht das, was man von einem Reihen-Auftakt erwartet. Er führt die Charaktere ein und bringt die Story langsam ins Rollen.

Zeichnung

Ein klassischer Look, bei dem Freunde des frankobelgischen Stils sich sofort heimisch fühlen dürften. Die digitale Kolorierung ist leider deutlich als solche zu erkennen. Aquarell hätte dem Luxus-Setting in der Welt der Diamanten wohl besser zu Gesicht gestanden.

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Marcel Scharrenbroich
Es bleibt in der Familie

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jul 2021

„Eine Familie, die keine schwarzen Schafe hat, ist keine charakteristische Familie.“
-Heinrich Böll (deutscher Schriftsteller; 1917 – 1985)

Die Mittzwanzigerin Uma arbeitet im Anthropologischen Institut in Paris. Dort rekonstruiert sie für die Polizei menschliche Überreste. Erstellt anhand von Schädeln und digitaler „Magie“ realistische Abbilder unbekannter Opfer. Tagtäglich umgeben von Tod und Leid… kein Wunder, dass Uma mit Depressionen zu kämpfen hat. Da kann sie von Glück sagen, dass sie auf ihren Polizisten-Kollegen Mehdi zählen kann. Dieser trifft nämlich gerade bei Uma ein, als sie einen Suizidversuch unternimmt… mal wieder. Diesmal eine Kombination aus Gas und Valium, zurückzuführen auf Umas unglückliches Händchen für Männer. Für Mehdi schon fast ein gewohntes Bild, doch lange Zeit zum Erholen bleibt beiden nicht. Die Chefetage macht Druck und verlangt in einem besonderen Fall Ergebnisse. Im Institut macht Uma sich an die Arbeit und staunt nicht schlecht, als der Computer nach den Schädel-Berechnungen eines Brandopfers ein ganz besonderes Bild ausspuckt: ihr eigenes.

Das glaubt zumindest Mehdi und hält es für einen Scherz, doch der geschockten Uma ist absolut nicht zum Lachen zumute. Kein Witz der Kollegen… und es ist auch nicht ihr Gesicht. Es ist das ihrer Schwester. Mira. Die, die ihr wie ein Ei dem anderen gleicht. Und die, die sie vor zwölf Jahren allein bei den Adoptiveltern zurückließ. Das letzte, was Uma von Mira bekam, war eine Postkarte aus Südafrika. Danach Funkstille. Und jetzt ist Mira… tot? Gefunden in einem ausgebrannten Wagen? Nähere Ermittlungen ergeben, dass zwischen den Kiefern des Schädels ein schwarzer Diamant gefunden wurde. Ein interessantes Detail ist, dass die Adoptiveltern der Mädchen Diamantenhändler waren. Das kann doch kein Zufall sein!

Als wären diese neuen Erkenntnisse nicht ausreichend für einen versauten Feierabend, wird es noch mysteriöser, als es an der Haustür von Uma klingelt und die Stimme an der Gegensprechanlage sich mit Mira vorstellt. Kann das sein? Noch bevor Uma sich vergewissern und einen Blick auf das Gesicht des unangekündigten Besuches werfen kann, wird sie mit einem Gas betäubt und entführt…

Vorspiel mit Rollentausch

Geschaffen vom französischen Szenaristen Yannick Le Pennetier (alias Yann), ist die Thriller-Reihe „Die Ewigen“ mit sechs Alben komplett im Verlag BUNTE DIMENSIONEN erschienen. So nimmt der erste Band sich die nötige Zeit, um die Figuren einzuführen und das Grundszenario abzustecken: Uma, dank ihrer familiären Vorkenntnisse eine Expertin für Diamanten und deren Geschichte, soll den Platz ihrer Schwester bei einer Geheimorganisation einnehmen. Solche Doppelgänger/Rollentausch-Thematiken kennen wir bereits seit „Das doppelte Lottchen“ oder den Filmen „Dave“, „The Lookalike“ und „Der talentierte Mr. Ripley“. Zuletzt auch aus der norwegischen Serie „Twin“. „Die Ewigen“ bedient sich ebenfalls dieser beliebten Prämisse und fügt noch Thriller-Elemente hinzu. Das Ganze ist recht spannend ausgefallen, da Uma charakterlich das komplette Gegenteil ihrer vermeintlich toten Schwester ist und erstmal beweisen muss, ob sie mit der taffen Mira in einer Liga spielt. Und wie könnte das besser gehen, als in einem Feldversuch unter realen Bedingungen? Im Auftrag eines weltweit agierenden Diamanten-Konzerns stürzt sich Uma (ihren Namen muss sie übrigens nicht ändern, da Mira unter dem Decknamen ihrer entfremdeten Schwester operierte) mit „den Ewigen“ ins Getümmel. Mitten in Antwerpen, dem Zentrum des weltweiten Diamantenhandels. Dieses ist im Gegensatz zu den funkelnden Steinchen jedoch alles andere als glänzend, sondern brandgefährlich.

Zwischen Roh- und Altschliff

Der 1961 geborene Comic-Zeichner Félix Meynet, bekannt für „Ein Kriminalfall mit Fanfoué“, „Sauvage“ und „M & M“ (erschienen bei SALLECK PUBLICATIONS), bedient sich eines semi-realistischen Stils, der ganz in bekannter frankobelgischer Tradition steht. Mit klaren, festen Linien, ist an der optischen Präsentation wenig auszusetzen. Speziell die detailreichen Umgebungen sorgen dafür, dass Tiefe entsteht. Müsste ich etwas bemängeln, wären dies die teils steife und gelegentlich ungelenke Haltung der Charaktere. Die Farben von Dominique & Félix Meynet sind kräftig. Manchmal zu kräftig, was hier und da künstlich erscheint und deutlich als digitale Einfärbung zu erkennen ist. Da wäre sicherlich auch 2003, das Jahr, in dem „Les Éternels“ erstmals das Licht der Welt erblickten, mehr drin gewesen.

Fazit:

Ein angenehmer Einstieg, der durchaus Lust auf mehr macht. Auch wenn die Rollentausch-Thematik alles andere als neu ist, ist die luxuriöse und gleichsam brandgefährliche Welt des Diamantenhandels eine ansprechende Kulisse für spannende Ent- und Verwicklungen.

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