Austria Comic Con 2019

von Thomas Breuer (04.2019) / Titelbild: © garage-inc.at

Von Helden und Monstern… und einigen Überraschungen

Mitten im Herzen des Bundeslandes Oberösterreich befindet sich die malerische Stadt Wels. Ein Ort, der in den Geschichtsbüchern steht. 1519 verstarb hier der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Erzherzog von Österreich Maximilian I. Sein Beiname „Der letzte Ritter“ ist unter dem Volk geläufiger. Ein Held seiner Zeit. 500 Jahre nach Maximilians Tod sind in Wels wieder Helden anzutreffen. Helden, bekannt aus Comics, Film und Fernsehen. Am 13. und 14. April 2019 fand hier die „Austrian Comic Con“ statt.

Morgens, halb zehn in Österreich

Ist in Wels „Comic Con“, nutze ich die Gelegenheit natürlich aus. Nicht zuletzt, weil ich nur ein paar Kilometer von diesem Ereignis entfernt wohne. Obwohl die Tore zur Messehalle erst um zehn Uhr öffnen, wollte ich die Gelegenheit nutzen, mich schon früh auf den Weg zu machen. Zu gut kenne ich die Parksituation dieser Stadt, daher war mein Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“

Kurz nach neun Uhr hatte ich mein Gefährt sicher geparkt und schlenderte Richtung Stadt. Ich dachte, dass ich noch Zeit habe, gemütlich noch ein Tässchen Kaffee trinke, dann werde ich mich zur Messehalle begeben. Freudig sah ich mich schon ein warmes Getränk schlürfen, denn es hatte gerade mal 4° C, da kreuzten die ersten Cosplayer meinen Weg. Ich blickte den beiden noch nach, als mir mein Bauchgefühl sagte, ich könnte ja doch schon mal zum Messegelände schauen, ob nicht bereits etwas los ist.

Mein Bauchgefühl hatte recht behalten! Von weiten sah ich bereits eine lange Schlange. Zu meinem Glück war dies nur der VIP-Eingang. Denn meine Schlange vor der Tageskasse war zu diesem Zeitpunkt etwas kürzer. In dieser Zeit entdeckte ich so manche Computerspiellegenden, wie Mario oder Sonic, die trotz VIP-Status ebenfalls anstanden.

Heiße Kostüme in eisiger Kälte

Nicht nur in Westeros kommt der Winter, auch in Wels war es ziemlich frisch, wenn vor den Toren der „Comic Con“ angestanden wurde. So zitterten sicher einige Cosplayer, obwohl sie fesch anzusehen waren, nicht vor Aufregung, sondern vor Kälte.

Doch das frühzeitige Warten zahlte sich aus. Schon als ich eintraf sah ich eine Horde Orks vor der Tür, die sich freudig - naja, gelächelt haben sie nicht – mit den Messepublikum fotografieren ließen. Ich sollte die Orks wiedersehen und so unbekannt waren sie mir auch nicht, aber dazu später noch ein paar Worte.

Eine weitere Überraschung fand ebenfalls kurz vor Messebeginn statt. Ein Zug aus Rittern, Soldaten und Dämonen marschierte durch die Menge. Dass es sich hierbei um eine LARP (Live Action Role Play)-Truppe handelte und was LARP ist erfuhr ich nachher. Jetzt war die Stimmung aufgewärmt und die Freude groß für die „Comic Con“.

Treffen der Helden früher, sowie heutiger Tage

Einer meiner Gründe um die „Comic Con“ zu besuchen waren selbstverständlich die Stargäste. Ganz besonders freute ich mich auf einen. Ein Held, der dafür sorgte, das ich zig Nachmittage vor der Glotze verbrachte. Er kämpfte für die Menschen, gegen die Willkür der Götter. Die Rede ist von niemand anderem als Kevin Sorbo, alias „Hercules“. Zu den ersten Dingen, welche ich sofort erledigen musste, gehörte, dass ich mir ein Autogramm von meinem Kindheitshelden holte. Ehrlich gesagt war das Treffen für mich etwas peinlich, da ich nur mit piepsiger Stimme zu Herrn Sorbo sagen konnte: „You are the hero of my childhood!“

Zu den weiteren Stars, welche fleißig Autogramme verteilten und sich ablichten ließen, gehörten unter anderem die „Game of Thrones“-Stars Tom Wlaschiha (Jaqen H’ghar) und Daniel Portman (Podrick Payne). Ebenso bekannt aus meiner Kindheit, sah ich Noah Hathaway, der Atrèju in der „Unendlichen Geschichte“ spielte.

Während ich durch die Messehalle schlenderte kam mir eine andere Berühmtheit entgegen. Es war Nick Knatterton, der für sein Musical „Nick Knattertons Abenteuer – Ein klarer Fall von Falle“ im „Theater in der Innenstadt“ warb. Natürlich nutzte ich die Gelegenheit, um mich mit dem Comic-Detektiv ablichten zu lassen.

Vorsicht, es wird gekämpft! Aber nicht gebissen!

In einer Halle entdeckte ich neben einer abgesperrten Zone – diese stellte sich später als Kampfarena heraus – die Ritterstruppe von heute Morgen wieder. Ich ging zu ihren Stand und ein fröhlicher junger Ritter sprach mich an. Ich gratulierte ihm zu ihren heutigen Auftritt und er erklärte mir, dass sie eine LARP-Gruppe hier aus der Gegend sind. Ich musste etwas fragend geblickt haben, denn sofort wurde mir erklärt wofür LARP steht. LARP bedeutet „Live Action Role Play“. Hierbei schlüpfen die Personen in einen fiktiven Charakter, sei es Fantasy, Horror oder Steampunk. Je nach Geschichte, die erzählt wird, erleben die Spieler Abenteuer und auch Kämpfe.

Natürlich fand kurz darauf ein Kampf statt. Wie den Zuschauern erklärt wurde, ist Fairness und Sicherheit besonders wichtig bei diesen Kämpfen, denn es ist nicht bekannt, wie so ein Kampf endet. Gut, dass ich mich an den Sicherheitshinweis hielt, denn den Hauch so manchen Schwerthiebes konnte ich spüren.

Einer meiner nächsten Zielorte war der Künstlerbereich. Lee Townsend und Andrea Freccero unterhielten sich emsig mit den Messebesuchern. Auch sah ich die Zeichner von „ASH“ (Austrian Superheroes) und „LDH“ (Liga deutscher Helden). Nur am Ende der Zeile schien es etwas ruhiger zu sein. Langsam ging ich näher, da sprach mich schon ein Host an: „Keine Angst, der beißt nicht!“ Zwar ging ich davon aus, dass keine Gefahr herrschte, aber ich erkannte den Künstler leider nicht sofort. Bei diesem nichtbissigen Zeichner handelte es sich um Dave Lung. Neben seinen Werken, die ich interessiert betrachtete, konnte ich mich locker mit dem Zeichenkünstler unterhalten. So erzählte er mir von seinen Anfängen bei DC und später bei Marvel. Einzig, als ein Journalist uns mit Blitz fotografierte, wurde der Zeichner etwas bissig, wodurch ich die Warnung des Hosts im Nachhinein verstand.

Einer meiner letzten Stopps waren die Orks, die schon in der Früh für Stimmung sorgten. Genauergesagt ihr Lager mit einen hohen Turm. Auch hier ließen sie sich wieder mit dem Publikum ablichten. Bei genauerer Betrachtung ihres Vereins, fiel endlich der Groschen. Es waren junge Leute aus meinem Dorf, welche mit ihren Kostümen die Leute beeindruckten und für gute Stimmung auf dem Gelände sorgten. Die kreativen Kostüm-Tüftler von „Garage Inc.“ konnten vom begeisterten Publikum sogar einen vierstelligen Betrag sammeln, den sie komplett einem Erlebnishof für krebs- und schwerkranke Kinder spenden. Großartig, Ihr Lieben!

Fazit:

Auch heuer war die „Austrian Comic Con“ wieder sehr gut besucht. Es gab für mich nette Gespräche, beindruckende Kostüme und neue Erfahrungen. Leider hatte ich nicht genügend Zeit, um mir alles anzusehen, wie zum Beispiel den Anime-Marathon. Ich kann nur sagen: Es war ein schönes Erlebnis. „Austrian Comic Con“… du wirst mich auch 2020 wiedersehen und jetzt geh ich mit einem Ork was trinken.

Logo: © austriacomiccon.com
Foto "Thomas & Nick" © Thomas Breuer (mit freundlicher Genehmigung vom "Theater in der Innenstadt")