Whodunnit? - Ein Murder-Mystery

  • Panini
  • Erschienen: August 2022
Whodunnit? - Ein Murder-Mystery
Whodunnit? - Ein Murder-Mystery
Wertung wird geladen
André C. Schmechta
8

Comic-Couch Rezension vonOkt 2022

Story

El Torres hält die wenigen nebeneinander laufenden Handlungsstränge gut zusammen, entwirft eine wendungsreiche, spannende Geschichte.

Zeichnung

Vicente Cifuentes inszeniert die Geschichte mit anthropomorphen Figuren, also Tieren in menschlicher Gestalt. Und er hat durchweg toll ausgestaltete Charaktere mit facettenreicher Mimik geschaffen. Das gesamte Setting ist äußerst stimmungsvoll aufgebaut und entfaltet das passende Noir-Flair.

Tierisch gute Krimiunterhaltung mit fantastischen Elementen

Dorry Quirrel liebt das Abenteuer, hat ihrer Tante aber versprochen diesen nicht weiter nachzugehen und vernünftiger zu werden. So landet sie eines Tages als einfaches Dienstmädchen im Hause Strutter, einer der reichsten Familien des Landes. Doch kaum dort angekommen ereignet sich ein Mord. Der Tote ist niemand geringeres als Hausherr Lord Strutter. Oberinspektor Forrester und Inspektor Wallcroft von Scotland Yard schicken sich an, die entscheidende Frage zu klären: „Whodunnit?“, wer hat es getan?

Ein klassischer Krimi …

Ich bin ein Fan des klassischen, britischen Rätsel-Krimis, der in der Versammlung aller Verdächtigen am Ort des Geschehens mündet, wo schließlich Hercule Poirot, Sherlock Holmes oder andere clevere Meisterdetektive die Ereignisse rekonstruieren und den Täter entlarven. Auch wir müssen in „Whodunnit?“ bis zum Ende der Geschichte warten, bis wir erfahren, um wessen Handgelenke sich die Handschellen schließen werden. Es gibt eine knappe Handvoll verdächtiger Personen. Lord Strutter hat per geheimnisvollen Brief Familienmitglieder geladen, um ihnen eine bedeutsame Mitteilung zumachen. Wer hätte ein Motiv für einen skrupellosen Mord?

… eine ordentliche Portion Mystery…

Auch wenn sich „Whodunnit?“ typischen Genre-Motiven bedient, darf aber nicht auf einen lupenreinen nostalgischen Kriminalfall ganz im Stile von Agatha Christie gehofft werden. „Whodunnit?“ offenbart schon recht schnell Mystery-Elemente, lässt das Fantastische ins Hause Strutter einziehen. Es zeigt sich, dass Dorry Quirrel eine ganz besondere Gabe hat: sie kann Geister sehen. Und davon gibt es auch im Hause Strutter offenbar eine ganze Menge. Dass sie zudem mit Inspektor Wallcroft befreundet ist, macht aus den beiden ein ungewöhnliches, sympathisches und zielstrebiges Ermittlerteam, mit dem wir nur zu gerne mitfiebern.

El Torres hält die wenigen nebeneinander laufenden Handlungsstränge gut zusammen, entwirft eine wendungsreiche, spannende Geschichte. Geheimgänge, schaurige Begegnungen, zwielichtige Momente und ein weiterer Todesfall, Torres macht Tempo und lässt keine Langeweile aufkommen. Dorry Quirell und Insepktor Wallcroft sollen schon bald einem düsteren Familiengeheimnis auf die Spur kommen.

Im Skizzenteil am Ende des Buches führen die Macher aus, dass sie ursprünglich den Plan hatten, zunächst langsam, mit der Ankunft aller Familienmitglieder im großzügigen Anwesen zu starten. Und gelegentlich wünschte ich mir tatsächlich ein wenig Gemächlichkeit, um die eine oder andere Figur noch mehr zu schärfen, den Entwicklungen mehr Zeit zu geben und den Spannungsbogen etwas weiter zu ziehen.

… und tierische Figuren.

Vicente Cifuentes inszeniert die Geschichte mit anthropomorphen Figuren, also Tieren in menschlicher Gestalt. Und er hat durchweg toll ausgestaltete Charaktere mit facettenreicher Mimik geschaffen, die ebenso wie die Geschichte immer mal wieder bekannte Vorbilder zitieren. So erinnert die imposante Erscheinung von Oberinspektor Forrester, als englische Bulldogge mit auffälligem Schnäuzer, Melone und Pfeife durchaus an eine Mischung aus Hercule Poirot und Sherlock Holmes. Er ist der nachdenkliche Ruhepol der Geschichte, der das dynamische Ermittlerpaar mit der quirligen, cleveren Füchsin Dorry ergänzt. Dass Mr. Ham - Koch im Hause Strutter – ausgerechnet ein Schwein ist, macht deutlich, dass auch immer wieder etwas dezenter Humor durchblitzt.

Das gesamte Setting ist äußerst stimmungsvoll aufgebaut und entfaltet das passende Noir-Flair. Cifuentes stattet das Anwesen der Strutters mit großzügigen Räumen, verwinkeltem Kellergewölbe und vielen abwechslungsreichen Details aus, die vor allem durch kraftvolle Farben und dem betonten Einsatz von Licht und Schatten eine geheimnisvolle, dichte Atmosphäre erzeugen. Die Geister im Hause hingegen lösen nicht wirklichen Schauder aus, bleiben auch nicht nur zeichnerisch doch eher blass.

Fazit:

„Whodunnit?“ ist tierisch gute Krimiunterhaltung mit fantastischen Elementen. Ich würde mich freuen, wenn es nicht bei diesem einen Fall bliebe und Oberinspektor Forrester, Inspektor Wallcroft und Dorry Quirrel schon bald wieder ermitteln und der bedeutsamen Frage nachgehen: Wer hat es getan?

Whodunnit? - Ein Murder-Mystery

, Vicente Cifuentes, Panini

Whodunnit? - Ein Murder-Mystery

Ähnliche Comics:

Deine Meinung zu »Whodunnit? - Ein Murder-Mystery«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Comic schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Loading
Loading
Letzte Kommentare:
Loading
Loading

Alita:
Battle Angel

Der „Große Krieg“ ist seit 300 Jahren vorbei. Unter der gigantischen Himmelsstadt Zalem, der letzten ihrer Art, befindet sich Iron City. Hier sind alle Strukturen zusammengebrochen, was die Straßen - speziell nach Einbruch der Dunkelheit – zum gefährlichen Pflaster werden lässt. Im Jahr 2563 sind Cyborgs keine Seltenheit mehr und viele von ihnen verdienen sich ihr Geld als Kopfgeldjäger… sogenannte Hunter-Warrior. Titelbild: © 2019 Twentieth Century Fox

mehr erfahren