Warum wir müde sind

Erschienen: August 2020

Couch-Wertung

2
Story
Zeichnung

Story

Eine surreale Aneinanderreihung, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt. Auf den zweiten übrigens auch nicht…

Zeichnung

Monochrome Bilder. Schlicht und steif gezeichnet. Ebenso wie die Story, lassen sich die teils sonderbaren Darstellungen nur schwer greifen.

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Marcel Scharrenbroich
Warum ich ratlos bin

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Nov 2020

Es wird schwer…

…mit der Besprechung eines Comics oder einer Graphic Novel, wenn man als Rezensent noch mehr im Dunkeln tappt als die agierenden Charaktere. Um den Inhalt wenigstens grob zu umreißen, müsste ich vorher meine weggesprungene Schädeldecke wiederfinden, die sich schon während des Lesens mit einem halblauten >plöpp!< entfernte, nachdem mir unzählige Fragezeichen aus dem Hirn sprudelten. Nach zweimaligem Lesen kann zumindest gesagt werden, dass das Buch aus drei Geschichten besteht. Gut, dass hatte ich zwar schon nach dem ersten Durchgang festgestellt, aber vielleicht erhoffte ich mir einfach, dass ich den roten Faden nur übersehen hatte. Dass ich etwas Essentielles übersah. DEN springenden Punkt fand, der mir alles logisch erscheinen ließ. Große Überraschung: Nein, es war nicht so. So bleiben drei „irgendwie“ zusammenhängende Geschichten, die in eine Rahmenhandlung gebettet sind, die eigentlich keine ist. Immerhin haben wir nur eine uns unbekannte Frau, die in einem uns unbekannten Zimmer steht, und undefinierbarem Gemurmel auf der anderen Seite einer uns unbekannten Tür lauscht. Reicht das? Vielleicht… allerdings wüsste ich nicht wofür.

Auch wenn es schwerfällt, möchte ich die Geschichten „Digging Into Silence“, „Warum wir müde sind“ und „Die Verwischten“ mal so wiedergeben, wie ich sie sehe. Spoiler sollten keine auftauchen, da ich absolut keine Ahnung habe, was die eigentliche Intention des Künstlers Michael Jordan war. Vielleicht lande ich einen Glückstreffer. Sollte dem so sein, gelobe ich, dass ich kommenden Samstag zum ersten Mal in meinem Leben Lotto spiele…

Entweder-oder… oder doch nicht?

Erzählt wird die Geschichte eines gewissen Moravec, welcher mit seinem Begleiter Ladis durch die verlassene Pampa fährt. Oder… sind sie vielleicht gelaufen? Da fängt es nämlich schon an: Moravecs Erinnerungen sind löchrig wie ein Schweizer Käse, was wir als Leser ausbaden beziehungsweise entwirren müssen. Verschiedene Möglichkeiten des Geschehens werden uns immer aufeinanderfolgend präsentiert, was auch ohne Lynch’esque Story schon zu Lasten der Übersicht gehen würde. Die beiden kommen zu einem Wachposten, an dem ihnen der weitere Zugang verwehrt wird. Sperrgebiet. Dennoch schaffen sie es, ein Schlupfloch ausfindig zu machen. So irren sie durch die unwirtliche Botanik und alles schreit „Postapokalypse!“. Nachdem er einmal Wasser abgeschlagen hat, steht Moravec plötzlich allein im sumpfigen Gebiet… oder war es bemoost? Eben? Uneben? Man weiß es nicht. Orientierungslos irrt er solo weiter, klettert über allerlei Geäst, überquert Wiesen, betrachtet die verdorrte Flora, zwängt sich durch Geburtskanal-artige Höhlen und lutscht dort an Steinen, bevor er Ladis wiederfindet. Noch Fragen? Gut… ich nämlich auch.

In der zweiten Geschichte zieht es Moravec in die Stadt. Besser gesagt, ein abbruchreifes Industriegebiet, in dem von vielen Gebäuden nur noch die Grundmauern stehen. Mauern sind auch das einzige, was es dort im Überfluss gibt. Und so kommt es, dass Moravec sich auf dem Weg zum Biosys-Gebäude, wo er seinen Gesundheitsausweis verlängern möchte, heillos in dem undurchsichtigen Ziegel-Labyrinth verirrt. Er streift nur mit einem Zettel, auf dem eine ihm nicht vertraute Adresse steht, umher… erneut geplagt von Gedächtnislücken. Und stets mit dem Gefühl, auf Schritt und Tritt beobachtet zu werden.

Im dritten Kapitel scheint Moravec es endlich geschafft zu haben, das Biosys-Gebäude zu erreichen. Allerdings wird er von A nach B geschickt, muss durch die endlosen Gänge und Abteilungen des Baus und wird jedes Mal wieder an eine andere Stelle verwiesen. Wahrlich verrückt geht es dort zu. Scheinbar am Ziel angekommen, wartet eine Vorsorgeuntersuchung auf ihn, die er mit anderen Probanden über sich ergehen lassen soll. Das Ende vom Lied sind mangelhafte Ergebnisse bei der Blutuntersuchung, was Moravec einen längeren Aufenthalt in der Einrichtung beschert. Was das alles soll? Ha… DAS frage ich mich auch.

Reden wir über „Kunst“

Kunst begegnet uns überall. Tagtäglich. Mehrfach. Dabei ist egal, ob wir über bildende Kunst, darstellende Kunst in Film und Theater oder Musik sprechen. Kreative Erzeugnisse, die aus den unterschiedlichsten Intentionen geschaffen wurden und im Sekundentakt geschaffen werden, weltweit. Gemälde, die uns staunen lassen und in ihre Farbenpracht ziehen. Schauspielerinnen und Schauspieler, die uns auf der Bühne und der Leinwand mitreißen. Musik, die uns zum Tanzen animiert. Lebensfreude versprüht. Imposante Architektur, Skulpturen, Literatur. Gott, Literatur… welch unglaubliche Wirkung haben fantasievoll erdachte Geschichten auf uns! Es fängt mit Märchen an, zieht sich über epische Phantastik bis zur unumstößlichen Weltliteratur. Und was haben all diese Kunstwerke gemeinsam? Sie rufen Gefühle in uns hervor. Wer verbindet nicht bestimmte Ereignisse mit einem Song? Erste Liebe? Trennungsschmerz? Und das schöne ist, dass jeder Mensch Kunst individuell wahrnimmt. Individuell empfindet. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Jeder nimmt das mit, was er fühlt. Ohne Zweifel vermögen Comics dieses auch…, wenn sie gut gemacht sind. Natürlich gibt es auch in diesem Medium kein Universal-Rezept. Alles ist erlaubt. Das fängt schon beim Stil an. Du kannst platte Inhalte haben, die durch fotorealistische Zeichnungen aufgepumpt werden. Andererseits auch Strichmännchen, die ein erzählerisches Meisterwerk bebildern. Wer legt das fest? Niemand. Nur jeder für sich. So kann ich auch den trashigsten C-Film mögen, wenn er mich auf irgendeine Art anspricht, gleichzeitig bei „Casablanca“ oder „Citizen Kane“ komatös von der Couch purzeln, weil mir der Zugang fehlt. Dann gibt es immer noch die Konsumenten, die in allem einen tieferen Sinn sehen. Egal, wie abstrus das künstlerische Objekt vor ihnen auch sein mag.

Zwei kleine Beispiele: „Hurz“. Vielen dürfte Hape Kerkelings legendäre Nummer aus den 80ern noch bekannt sein (wurde ja oft genug wiederholt). Das dortige Publikum, welches auf Biegen und Brechen Sinn in einem Gaga-Lied suchte, welches so offensichtlich aus dem Ärmel geschüttelt war, dass es schon beim Zuhören/Zusehen wehtat, amüsierte eine ganze Nation. Dann Gemälde, die von Affen gemalt wurden. Diese erzielten bei Auktionen höhere Summen als die, angesagter Pop-Art-Künstler oder weltweit geschätzter Impressionisten. Ein wilder Farben-Mischmasch, für den gerne mal fünfstellig auf den Tisch des Auktionators gelegt wurde. Haben diese Leute, die „Hurz“-Versteher und die Affen-Bild-Sammler, jetzt alle was am Sträußchen? Mitnichten, denn wenn sie Freude dran haben oder etwas daraus mitnehmen (greifbar oder nicht), sei es ihnen gegönnt. Kunst liegt eben doch IMMER im Auge des Betrachters…

Und warum erzählt der Mann Euch das jetzt alles? Ganz einfach: Ich tue mich schwer damit, die Arbeit anderer negativ zu beurteilen, weil ich mir denke, dass der jeweilige Künstler sich schon irgendwas dabei gedacht hat. Nicht nötig zu erwähnen, dass er oder sie auch eine ganze Menge Arbeit ins jeweilige Projekt investiert hat. Da fände ich es nur vermessen, kurz und knapp eine Arbeit abzuwatschen, die MICH nicht anspricht. Das kann bei Dir, Dir oder DIR schon wieder ganz anders aussehen. Dennoch MUSS ich ehrlich sein und ein Werk anhand meines Empfindens bewerten. Und da sieht Michael Jordans „Warum wir müde sind“ erschreckend wenig Land.

Fazit:

Wie sich leicht herauslesen lässt, hat mir „Warum wir müde sind“ nicht wirklich viel gegeben. Von einem roten Faden konnte ich weder das einen noch das andere Ende greifen, die Zeichnungen waren mir zu schlicht und das Preis/Leistungsverhältnis tut für ein Softcover, welches man im niedrigen zweistelligen Minutenbereich komplett durchgelesen hat, schon arg weh. Ich habe nicht nur viele offene Fragen, sondern auch die Gewissheit, dass ich niemals – egal, wie oft ich es drehe oder wende – Antworten darauf erhalten werde…

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