Uzumaki - Spiral into Horror (Deluxe)

Erschienen: August 2019

Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Ein atmosphärischer und nervenzerrender Horrortrip, der sich immer wieder selbst übertrifft. Bei manchen Handlungen fragt man sich allerdings, ob den Protagonisten ins Hirn gehustet wurde. Eine minimale Schwäche, die ein Pünktchen kostet.

Zeichnung

Für 20+ Jahre auf dem Buckel sind die Zeichnungen noch immer sehr ansehnlich. Bei der Darstellung der unzähligen Spiralen - und den drastischen Auswirkungen ihrer Erscheinungen - geht Junji Ito detailliert zu Werke… und nicht gerade harmlos.

Leser-Wertung

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Marcel Scharrenbroich
Verdreht!

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Sep 2020

Kurouzo…

In dieser Stadt möchtest Du nicht tot überm Zaun hängen, glaub mir. Mächtig schräger Kram geht hier ab. Und spätestens nach dem zweiten unerklärlichen Zwischenfall hätte ich die Beine in die Hand genommen und wäre wie ein angeschossener Roadrunner querfeldein aus dem netten Örtchen geflohen. Radschlagend und ohne Gepäck. Bei manchen Einwohnern glimmt der Glühfaden aber auf Sparflamme und man muss schon ordentlich einen am Helm haben, wenn man den kranken Scheiß, der hier am Fließband passiert, ohne Fragen oder verständliche Fluchtgedanken einfach so wegsteckt. Kirie Goshima ist so eine harte Nuss, die langsam aber sicher merkt, dass in Kurouzo so ziemlich alle (nicht nur) am Rad drehen…

Zuerst erwischt es den Vater ihres Mitschülers und Freundes Shuichi Saito. Kirie sieht ihn in einer Gasse hockend, während er völlig apathisch eine Schnecke beobachtet und von seiner Umwelt nicht mehr viel mitbekommt. Darauf angesprochen, klärt Shuichi seine Freundin auf, dass sein Vater sich bereits seit einiger Zeit seltsam verhält. Er sei allem verfallen, was einer Spirale auch nur im Ansatz ähnelt. Sehr zum Leidwesen seiner Gattin und dem Rest der Familie, denn seine Besessenheit macht Herrn Saito unberechenbar. Dabei bleibt es aber nicht, denn schon bald machen sich auch körperliche Veränderungen bemerkbar. Und alles scheint mit den mysteriösen Spiralen zu tun haben, die den Mann scheinbar vollkommen – psychisch wie physisch – vereinnahmt haben. Doch nicht nur Herr Saito hat die spiralförmige Arschkarte gezogen: Das ganze Örtchen scheint nach und nach wortwörtlich durchzudrehen! Dabei sind Schüler, die langsam zu überdimensionalen Schnecken mutieren nur ein kleiner Teil des verdrehten Puzzles. Während Shuichi sich nach tragischen Vorfällen immer mehr zurückzieht und abkapselt, steht Kirie mitten im Geschehen… und um sie herum häufen sich die grotesken Todesfälle.

Scheiß auf „The Ring“…

…und hau mir ab mit „The Grudge“. „Uzumaki“ zerrt ordentlich an den Nerven und hält sich auch mit graphischer Gewalt nicht zurück. Dabei drückt Mangaka Junji Ito derart auf die Body-Horror-Tube, dass einem David Cronenberg vor Ehrfurcht die Extremitäten abfallen und dessen filmische Ergüsse zur Einschlafhilfe degradiert werden. Dabei verursachen die saftigen Zeichnungen schon fast körperliche Schmerzen beim Lesen… was in meinem Fall auch daher kommen kann, weil mir der dicke Klotz von Buch vor Schreck ein paarmal aus den Fingern glitt und krachend in die Visage bretterte, was mich mein Spiegelbild kurzzeitig mit „Ich Sloth, du Chunk!“ begrüßen ließ. Body-Horror… HA! Den kann ich auch!

Da ist es schon fast eine glückliche Fügung, dass nahezu 100% der Seiten in schwarz-weiß dargestellt sind. Nur wenige Seiten, vorwiegend an den Anfängen einiger Kapitel, wurden in zarte - wenn auch unnatürliche - Aquarelltöne eingefärbt. Eitrige Auswüchse, bis zur Unkenntlichkeit verdrehte Körper und schleimige Schnecken-Mutationen hätte meine zarte Seele sonst wohl nur schwer verkraftet. Auf die Schnelle durchgeblättert, heben sich Junji Itos Zeichnungen nicht allzu sehr von der breiten Manga-Masse ab, aber auf den zweiten Blick sieht es da schon anders aus: Die mysteriösen Spiralen, die nach und nach die Dorfbewohner in die Irre treiben, sind nämlich allgegenwärtig. Dazu hat Ito sich an diesen noch richtig ausgetobt und oftmals psychedelische Bilder geschaffen, die einen ganz eigenen und abstrakten Sog entwickeln.

Dauer-Drehwurm

Man darf auch nicht außer Acht lassen, dass sich die ominöse Spirale schon seit mittlerweile 22 Jahren dreht. Zwischen 1998 und 1999 wurde die Manga-Serie erstmalig in ihrer japanischen Heimat veröffentlicht, wobei es selbstverständlich nicht blieb. Es folgten weltweite Übersetzungen und Veröffentlichung. Im deutschsprachigen Raum kräuselten sich ab 2013 erstmals (nicht nur) die Nackenhaare, da der Carlsen Verlag die Reihe in drei Bänden veröffentlichte. Sie enthielten alle 19 Kapitel, plus das abschließende verschollene Kapitel mit dem Titel „Galaxien“. Der komplette Inhalt ist auch in der aktuellen Deluxe-Edition vorhanden, die wahrlich luxuriös daherkommt. Ein wuchtiges Hardcover in handlichem Ziegelstein-Format und mit Sachschaden-versprechendem Einschlag-Potential. Kurzum: Ein dickes, schweres Buch. Der Einband ist dabei in dezentem und unaufdringlichem Schwarz gehalten und ziert die Hauptfigur Kirie, der sich vor Schreck schon die Löckchen kräuseln. In unheilvollen Rot prangt dann der Titel (und eine Mini-Spirale) vom Matt/Glanz-Mix des Covers.

Gedreht und ungedreht

Der US-Kabel-Sender Adult Swim („Robot Chicken“, „Rick and Morty“) kündigte bereits vor längerer Zeit eine Anime-Umsetzung von „Uzumaki“ mit einem Trailer an. Vier kurze Episoden sollen es werden. Ursprünglich für 2020 geplant, ist der aktuelle Stand, dass die Horror-Spiralen nicht vor 2021 zu sehen sein werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich hierzulande auch eine Plattform finden lässt.

Bereits im Jahr 2000 entstand eine Real-Verfilmung des Stoffes, die auch unter dem Titel „Uzumaki - Out of this world“ bekannt ist. Inhaltlich dem Manga weitestgehend folgend, unterscheiden sich jedoch die Enden, da bei Fertigstellung des Films die Manga-Serie noch nicht abgeschlossen war. 2004 erschien der Film in Deutschland auf DVD, herausgegeben vom Label Rapid Eye Movies.

Fazit:

Wer Horror will, bekommt ihn bei „Uzumaki - Spiral into Horror“. Keine leeren Versprechungen, sondern eine andauernde, unheilschwangere Atmosphäre, die sich durch die kompletten 656 Seiten dieses Mammut-Mangas zieht. Dazu eine deftige Portion Body-Horror, gezeigt in teils drastischen und verstörend-schönen Bildern. Ein Manga-Klassiker in ordentlichem Deluxe-Gewand. So, ich dreh mich jetzt elegant aus dieser Rezension… @

Uzumaki - Spiral into Horror (Deluxe)

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