Text:   Zeichner: Alain Brion

Sphären - 01: Ouvertüre

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André C. Schmechta
9101

Comic-Couch Rezension vonAug 2026

Story

Ouvertüre ist der Auftakt einer Trilogie und führt entsprechend umfangreich in Welt und Figuren ein.

Zeichnung

Der moderne und äußerst detailreiche Zeichenstil von Alain Brion verbindet imposante Science-Fiction-Architektur mit ausdrucksstarken Figuren, dynamischen Perspektiven und variierender Panelstruktur.

Vielversprechender Auftakt der Science-Fiction-Trilogie

Das Jahr 2544. Die Menschheit hat sich längst im All ausgebreitet, alte Konflikte sind neuen gewichen. Oberst Prax'x wird aus einem dreihundertjährigen Kälteschlaf erweckt und will endgültig das Geheimnis seiner damaligen Entdeckung auf dem Jupitermond Europa lüften. Währenddessen geraten die Raumpilotin Nell'o und ihre Schwester in Machtkämpfe um eine besondere Droge.

Ein religiöser Kult, eine geheimnisvolle Droge und eine mysteriöse Entdeckung auf Europa

Ouvertüre ist der Auftakt einer Trilogie von Autor und Zeichner Alain Brion und führt entsprechend umfangreich in Welt und Figuren ein. Unterschiedliche Interessen, Vergangenheit und Gegenwart, technologische Entwicklungen schaffen eine reizvolle Komplexität, greifen aber schnell ineinander. Das Tempo bleibt dabei erstaunlich hoch und wir müssen ein wenig aufmerksam bleiben. Dennoch werden die verschiedenen Handlungsstränge geschickt miteinander verwoben und entwickeln früh eine angenehme und abwechslungsreiche Dynamik. Hilfreich sind dabei der einleitende Zeitstrahl, der die wichtigsten historischen Ereignisse zusammenfasst, sowie eine Figurenübersicht, mit der wir ebenfalls Überblick behalten.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Da ist zum einen Colonel Prax'x, der nach dreihundert Jahren Kryoschlaf in eine Welt zurückkehrt, die sich grundlegend verändert hat. Er war Zeuge als im Jahr 2203 drei mysteriöse Sphären im Großen Roten Fleck des Jupiters verschwanden. Nun will er endlich Klarheit, muss aber auf Europa erstmal für Ordnung sorgen.

Zum anderen begegnen wir der jungen Pilotin Nell'o, die nach einem traumatischen Erlebnis im All mit ihren Erinnerungen kämpft und zur Droge Coral Sweat greift, um ihre Vergangenheit zu verdrängen. Mit dieser Droge hat es etwas Besonders auf sich und ihr Ursprung liegt offenbar ausgerechnet auf Europa. Als die Schwester von Nell'o in die Fänge eines häretischen Kultes gerät, wird sie gezwungen eben dort nach der Substanz zu suchen.

Persönliche Konflikte, spirituellen Elemente und klassische Space Opera

So werfen die historischen Hintergründe und Ereignisse auf Europa, der religiöse Kult und die geheimnisvolle Droge viele Fragen auf, deren vollständige Antworten erst in den kommenden Bänden zu erwarten sind. Eine gelungene Figurenkonstellation sorgt dafür, dass die Geschichte trotz ihres größeren Settings auch einen persönlichen Kern behält. Das Aufeinandertreffen von Prax'x und Nell'o darf mit Spannung erwartet werden. Und natürlich sind sie nicht die einzigen, die ihre ganz eigenen Interessen verfolgen.

Der moderne und äußerst detailreiche Zeichenstil von Alian Brion – der u.a. schon als Konzeptkünstler und Illustrator an dem Science-Fiction-Film Valerian – Die Stadt der tausend Planeten (2017) von Regisseur Luc Besson mitgearbeitet hat - verbindet imposante Science-Fiction-Architektur mit charismatischen Figuren, dynamischen Perspektiven und variierenden Panels. Kräftig Farben verleihen den unterschiedlichen Schauplätzen eine stimmige Atmosphäre. Mimik und Körpersprache der Figuren sind sorgfältig ausgearbeitet und verleihen den Szenen und Dialogen zusätzliche Ausdruckskraft.

Natürlich blitzen an manchen Stellen bekannte Genre-Motive, die uns an große Klassiker erinnern. Dennoch entwickelt Sphären durch die Mischung aus persönlichen Konflikten und Intrigen, spirituellen Elementen und klassischer Space Opera ein eigenständiges Profil.

Fazit:

Mit Sphären – Ouvertüre gelingt Alain Brion ein vielversprechender Auftakt seiner Science-Fiction Trilogie. Durchdachtes Worldbuilding, interessante Figuren und eine visuell packende Inszenierung machen Lust auf mehr. Ich bin mir sicher, dass noch einige Überraschungen auf uns warten. Während im französischen Original der Nachfolgeband „Sphères – Tome 2: Opéra“ bereits offiziell angekündigt und im dortigen Handel vorbestellbar ist, gibt es für die deutsche Veröffentlichung noch kein konkretes Datum.

Sphären - 01: Ouvertüre

Alain Brion, Alain Brion, Splitter

Sphären - 01: Ouvertüre

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