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Story
Zeichnung

Story

Die vielen Elemente klassischer Kriminalgeschichten und das Flair Amerikas der 60er-Jahre bieten Nostalgie pur. Knackige Dialoge und kurze Erläuterungen aus Erzähler-Perspektive bringen die Handlung zügig voran.

Zeichnung

Seite für Seite kann der Leser die Ermittlungsarbeit und die Identitätsfindung der Hauptfigur geniessen. Zeichner Pascal Regnauld inszeniert „Mord für Mord“ in zwei monochromen Farbwelten.

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André C. Schmechta
Stimmungsvoller Krimi im Amerika der 60er Jahre

Comic-Rezension von André C. Schmechta Mai 2018

San Francisco 1964. Ein Mann erwacht nach Bewusstlosigkeit in einer Gasse im Hafenviertel Fishermans Wharf. Regen prasselt auf ihn nieder. Eine blutende Wunde am Kopf und ein Revolver neben ihm sind das Erste, das er bemerkt. Nur wenige Meter von ihm entfernt liegt eine Frauenleiche - erschossen. Der Mann kann sich an nichts erinnern, noch nicht mal an seinen Namen...

Schritt für Schritt

Wer die ersten Seiten von „Mord für Mord“ gelesen hat, kann den Comic von Pascald Regnauld und Roger Seiter eigentlich nicht mehr aus der Hand legen. Die Einstiegssequenz endet mit dem Verlassen des Tatortes. Den Revolver hat der Mann noch im Hafenbecken versenkt - ein Fehler, wie ihm selbst unmittelbar bewusst wird. In seiner Tasche findet er die Streichholzschachtel eines Hotels - ein erster Ansatzpunkt. Mit dem Taxi geht es direkt dorthin.

Ihm auf den Fersen, die Inspektoren Aaron Carnovsky und Cahal McGowan. Gewissenhaft untersuchen sie den Tatort und sammeln Indizien. Doch ein weiterer Mordfall erfordert die Aufmerksamkeit der beiden. Hängen beide Taten möglicherweise zusammen?

Der Mann lüftet einzelne Teile seiner Identität, doch diese werfen immer weitere Fragen auf. Zwei Pässe, zwei Namen: Robert Wilson und Milton Gilford. Offenbar ist er wohlhabend - viel Geld und eine Wohnung in New York deuten darauf hin. Aber warum hat er sich selbst ein Gewehr zugeschickt?

So muss sich auch der Leser gedulden und Schritt für Schritt der Aufklärung der Verbrechen entgegen fiebern. Und genau darin liegt natürlich der Reiz der jederzeit kurzweiligen und spannenden Erzählung. Knackige Dialoge und kurze Erläuterungen aus Erzähler-Perspektive bringen die Handlung zügig voran. Natürlich ziehen wir mit jeder neuen Erkenntnis selber erste Schlussfolgerungen oder stellen Vermutungen an.

Die vielen Elemente klassischer Kriminalgeschichten und das Flair Amerikas der 60er-Jahre bieten Nostalgie pur: Zigaretten, Geldscheine, Münzen und ein Kamm im Mantel des Protagonisten; Die bereits erwähnte Streichholzschachtel des Hotels als erster Hinweis; Große Schreibtische ohne Computer und dafür Wählscheiben-Telefone in den Büros der Inspektoren; Spurensuche ohne technische Hilfsmittel; Eine Reise per Greyhound-Bus und weitere typische Fahrzeuge; Und es geht sogar auf die berüchtigte Gefängnisinsel Alcatraz..

Seite für Seite

Zeichner Pascal Regnauld inszeniert „Mord für Mord“ in zwei monochromen Farbwelten. Den Tag erleben wir in warmen goldgelb bräunlichen Tönen - beinahe wie ein vergilbter Film-Klassiker. Mit nur wenigen Farbabstufungen und dem intensiven Einsatz von weissen und dunkelbraunen Flächen und Konturen entstehen wirkungsvolle Kontraste und eine schöne Plastizität der Bilder.

Besonders eindringlich aber sind die nächtlichen Sequenzen. Schwarz, blaugrau und weiss tauchen die Bilder in ein atmosphärisches Dunkel. Das leuchtende Rot von Blut setzt wirkungsvoll Akzente.

Auffällig ist auch die markante Zeichnung der Figuren. Sie alle wirken leicht überzeichnet, das gibt ihnen einen unverwechselbaren Charakter.

Seite für Seite kann der Leser die Ermittlungsarbeit und die Identitätsfindung der Hauptfigur genießen. Da fällt einzig das etwas schwache Cover ein wenig aus dem Rahmen.

Noch ein Wort zu „Gila Monster“ dem Titelzusatz des ersten Bandes. Er bezeichnet eine Krustenechse in den Wüsten Nordamerikas - lateinisch „Heloderma suspectum“. Erst am Ende des Comics wird eine Verbindung dazu hergestellt.

Fazit:

Liebhaber von Kriminalgeschichten dürfen sofort zugreifen! Insbesondere, wenn ihnen der Charme des Amerikas der 60er-Jahre liegt. „Mord für Mord“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass eine Handlung mit bekannten Motiven auch heute noch fesseln und bestens unterhalten kann, wenn Dramaturgie und Inszenierung derart stimmig und originell umgesetzt sind.

Bitte lieber Schreiber & Leser Verlag, wartet nicht so lange mit der Veröffentlichung des 2. Bandes. Denn erst hier erfahren wir leider die Auflösung.

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