Mein Freund Toby

Erschienen: Juni 2021

Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Der Spruch „Der beste Freund des Menschen“ wird hier riesengroß geschrieben. Warmherzig und gut beobachtet, lässt Künstler Grégory Panaccione und wortlos an Freud und Leid eines Hundes teilhaben. Wahrlich goldig!

Zeichnung

„Mein Freund Toby“ lebt eindeutig von den tollen Farben. Dies und der knautschig-verpeilte Toby sind Grund genug, um dem Comic-Bilderbuch mit Tiefgang eine Chance zu geben.

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Marcel Scharrenbroich
Für Tierfreunde und die, die es werden wollen

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Okt 2021

Mein Leben als Hund

Vergesst Lassie, Boomer, Huutsch, Beethoven, Kommissar Rex, Marley, Disneys gesammelte Vierbeiner-Riege, Cujo… letzteren am besten schnell…, denn nun lernt Ihr Toby kennen. Vielleicht nicht die hellste Kerze auf dem Hundekuchen und beim Schönheitswettbewerb nicht auf der höchsten Stufe der Siegertreppe zu finden, dafür aber eine Seele von Hund. Er liebt es durch die malerische Natur zu streunen, Neues zu entdecken und sein Revier zu markieren. Stets neugierig und freiheitsliebend. Jedoch zieht es ihn nach kurzer Zeit immer wieder zu seinem Herrchen. Der ist ein zurückgezogen lebender Künstler, der sich hauptsächlich von Luft und nicht von Liebe ernährt. Die Nächte schlägt er sich mit der Arbeit an seinen Gemälden um die Ohren und wird dabei stets vom aufmerksamen Toby beobachtet. Tagsüber geht es dafür gerne mal an den Strand. Beim Apportieren wird der kleine Kläffer jedoch regelmäßig von Flashbacks an seine Welpen-Zeit geplagt. Als dann ein Kleinkrieg, den Toby sich mit einer in seinem Revier herumlungernden Katze liefert, etwas aus dem Ruder läuft, wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die nicht nur Tobys Leben nachhaltig verändert, sondern auch das seines Herrchens. Unverhofft klopft die Liebe an die Tür…

Sitz… siiiiiiiiiitz… und bleib.

Es fällt schwer, sich dem Charme der Geschichte zu entziehen. Die Welt durch Tobys Augen zu sehen und an seiner Seite auf Entdeckungstour zu gehen, ist herzallerliebst und dürfte speziell für Frauchen und Herrchen interessant sein, die selbst einen kleinen Freund zu Hause wohnen haben. Die gesamte Story kommt dabei ohne Dialoge aus. Dass dies sehr gut funktionieren kann, hat der Zeichner Grégory Panaccione (zusammen mit Autor Wilfrid Lupano) schon im Comic „Ein Ozean der Liebe“ (ebenfalls bei SPLITTER) gezeigt. 2016 wohlverdient mit dem Rudolph Dirks Award ausgezeichnet. Die menschlichen Dialoge werden in „Mein Freund Toby“ komplett unter den Teppich gekehrt. Lediglich Toby und seine Artgenossen kommunizieren untereinander. Dieses wird uns durch simple Symbole verdeutlicht, die allerdings aussagekräftig genug sind. Bellt Toy, wird das durch ein Warnschild mit Ausrufezeichen deutlich. So sorgen zum Teil irrwitzige Abbildungen dafür, dass wir dicht in der Gedankenwelt des aufgeweckten Hundes herumstöbern und stets nah an seiner Seite sind. Das ist mal witzig, bewegend, dann wieder abenteuerlich und rührend. Nach der Lektüre mag man die treuen Gesellen womöglich mit anderen Augen sehen. Sie besser verstehen. So hat der britische Schriftsteller und Dichter J. R. Ackerley (1896 – 1967) einst nicht umsonst gesagt: „Ein Hund hat im Leben nur ein Ziel… sein Herz zu verschenken.

Mach Männchen!

Die Zeichnungen an sich sind nicht besonders aufwändig und erscheinen eher wie flink skizziert. Dafür lebt das Buch von den wunderschön strahlenden Farben, bei denen sofort Urlaubsfeeling und der Wunsch nach Durchatmen und Entschleunigung aufkommt. Klar und rein wie eine frische Brise an der Küste. Kräftige, natürlich wirkende Aquarelle. Diese laufen schön ineinander, verblassen an den richtigen Stellen, was Tiefe erzeugt, und lassen noch einmal den bereits abgelaufenen Sommer Revue passieren. Schon die erste Seite, aufgeteilt in drei Panels, lässt bunt die Muskeln spielen und gibt den farblichen Takt vor, bevor nach dem Umblättern der neugierige Toby das Parkett betritt.

Fass!

Ein Bilderbuch der aussagekräftigen Art. Den sommerlichen Farbenrausch sollte man am besten genießen, während man die letzten Sonnenstrahlen des Jahres auskostet. Dabei vielleicht den eigenen Vierbeiner in Reichweite, denn beim charmanten Blick durch Tobys Augen, wird so mancher das Bedürfnis haben, seinen Best-Buddy zwischenzeitlich mal kräftig in den Arm zu nehmen. Hinzu kommt noch eine wortlose Liebesgeschichte, die zwar vorhersehbar ist und dicht am Kitsch voreischrammt, dafür aber gut in diesen Wohlfühl-Comic passt.

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