Kleine Geschichte des Feminismus - im euro-amerikanischen Kontext

Erschienen: April 2018

Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Witzige und interessante Erzählweise, ohne den Ernst der Geschichten zu vergessen. Leider sind die Seiten etwas zu voll getextet und die Schriftauswahl hat mir nicht so sehr gefallen.

Zeichnung

Patus Zeichnungen sind einfallsreich und unglaublich witzig. Sie runden Schrupps Texte sehr gut ab.

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Nina Pimentel Lechthoff
Hinsetzen bitte, der Unterricht beginnt!

Comic-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Apr 2019

Es war einmal… der Feminismus

Was verbindet ihr mit dem Feminismus? Die aktuelle Debatte dreht sich um faire Bezahlungen, sexuelle Selbstbestimmung und Gewalt gegen Frauen. Was ist aber, wenn man ein bisschen in die Vergangenheit reist, wie weit reicht der Feminismus zurück? Der Kampf von Frauen hat nicht erst mit den Suffragetten und deren Forderung nach dem Wahlrecht begonnen. In „Kleine Geschichte des Feminismus“ erzählt die Politikwissenschaftlerin und Journalistin Antje Schrupp die Geschichte von der Frauenrechtsbewegung im euro-amerikanischen Kontext von der Antike bis heute auf witzige Art und Weise. Bebildert ist der kurze Comic mit den tollen Cartoons von Patu.

Keine homogene, konfliktfreie Geschichte

Feminismus hat viele Gesichter – fast so viele, wie es unterschiedliche Frauen gibt. Klar gab es immer eine mehr oder weniger ähnlich Richtung, in die das ganze eingeschlagen hat. Nicht umsonst kann man bestimmte Epochen des Feminismus in „Wellen“ zusammenfassen. Aber das Bild einer vereinten Frauenbewegung wird in „Kleine Geschichte des Feminismus“ mehr oder weniger „zerstört“, indem Schrupp mit ein paar Beispielen erklärt, wie unterschiedlich diese in verschiedenen gesellschaftlichen Klassen abgelaufen ist. Man bekommt im Comic sehr gut erzählt, wo die Unterschiede bspw. zwischen dem Kampf um die Frauenrechte im Bürgertum vs. in der Arbeiterklasse lagen. Oder wie die Geschichte des Feminismus in den USA aussah, wo die Suffragetten-Bewegung von Rassismus geprägt war (die berühmte Frauenrechtlerin Elizabeth Cady Stanton etwa kritisierte, dass das Wahlrecht für schwarze Bürger vor dem Frauenwahlrecht eingeführt wurde, und das auf sehr rassistischer Art und Weise).

Kritik mit Augenzwinkern

Eigentlich ist die Geschichte des Feminismus und des Kampfes der Frauen für gleiche Rechte voller sehr düsterer Geschichten. Die werden auch in „Kleine Geschichte des Feminismus“ aufgegriffen. Wie z.B. die der französischen Künstlerin und Menschenrechtsaktivistin Marie Gouze, besser bekannt als Olympe des Gouges, die schon während der Französischen Revolution und in der daraus entstandenen Republik das Frauenwahlrecht forderte und vom Terrorregime Robespierres hingerichtet wurde. Oder die Geschichte der mittelalterlichen Feministinnen (ja, die gab es wirklich, habe mich auch sehr gewundert!), deren Gemeinschaften meistens aber von der kirchlichen Autorität zerschlagen wurden oder die Frauen als Hexen und Ketzerinnen verbrannte. Die Erzählweise von Schrupp führt aber dazu, dass diese düsteren Kapitel die Leserin* nicht allzu sehr deprimieren. Denn sie schafft es ganz gut, die Ironie hinter vielen Geschichten zu erkennen, aber trotzdem den nötigen Ernst zu behalten, sodass die Leiden der Frauen nicht lächerlich oder klein gemacht werden.

Geschichtsstunde mit Zeichnung

Passend zur Erzählweise sind auch die Zeichnungen von Patu sehr witzig. Sie hat sehr humorvolle Einfälle beim Bebildern der Geschichten. Wie beispielsweise die Verbildlichung des Feminismus als Zombie. Denn selbst wenn man denkt, der Feminismus sei „tot“, erwacht er dennoch immer erneut zum Leben. Die Schwarz-Weiß-Bilder sind generell immer sehr einfallsreich und lockern den doch sehr textlastigen Comic deutlich auf. Und das ist die einzige Kritik, die ich an „Kleine Geschichte des Feminismus“ habe. Einerseits verstehe ich, dass so viel Text nötig ist – man muss viel erklären, da nicht jede Leserin die gleiche Wissensgrundlage hat, was die Geschichte und die Theorien des Feminismus angeht. Andererseits ist es fast schwierig zu sagen, ob der Comic tatsächlich ein Comic ist, oder doch ein Sachbuch mit vielen Bildern. Was auch ein bisschen stört ist das Lettering. Denn anstatt eine für Comics typische Schrift für die Sprechblasen zu nehmen, ist die in „Kleine Geschichte des Feminismus“ einfach eine ganz „normale“. Ich glaube, dass sich dadurch mein Eindruck des Sachbuchs nochmals verstärkt hat.

Fazit:

„Kleine Geschichte des Feminismus“ wird seinem Namen total gerecht. Antje Schrupp und Patu schaffen es, mit lustigen Bildern und eine sarkastisch-ironischen Erzählweise – die trotzdem den Geschichten der Frauen, die sie darstellen, Respekt erweist – den Werdegang der Frauenrechtsbewegung von ihren Anfängen in der Antike bis zu der heutigen Zeit sehr unterhaltsam und lehrreich rüberzubringen. Nur der viele Text und die meiner Meinung nach etwas unpassende Schriftauswahl machen den Comic ein bisschen den Eindruck eines Lehrbuchs.

 

*Um den Lesefluss nicht zu stören, nutze ich in dieser Rezension die weibliche Form, es sind aber selbstverständlich alle Geschlechter angesprochen.

Kleine Geschichte des Feminismus - im euro-amerikanischen Kontext

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