Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Gaga-Handlung mit verrückten und unvorhergesehene Wendungen. Wer mit so etwas nichts anfangen kann, sollte den Comic nicht lesen. Wenn man sich darauf einlässt, wird immer wieder unkontrolliert loslachen müssen.

Zeichnung

Sehr detailreiche Bilder, die eine neue und doch vertraute Welt zeigen. Die Charaktere sind wunderbar abstrus. Ich hätte mir nur ein bisschen mehr Farbe gewünscht, denn der Einband hat mir sehr gut gefallen.

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Nina Pimentel Lechthoff
Wer, wenn nicht du

Comic-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Sep 2019

Ob, das Arschgesicht

Was hab‘ ich da denn nur gelesen?! Die Comics, die Rotopol herausbringt, schaffen es immer wieder, mir Kopfzerbrechen zu bereiten. Das ist aber durchaus positiv zu betrachten, denn mal wieder hat mir ein Heft aus dem Kasseler Verlag unglaublich gut gefallen! „It Had to Be You“ erzählt in kurzen Episoden aus dem Leben des gutmütigen, aber etwas dümmlichen Ob. Sein „bester“ Freund ist ein wurmartiges Lebewesen namens Eck. Dieser ist aber eher geneigt, Ob eine fiese Bemerkung entgegen zu schleudern („Dein Gesicht sieht aus, wie das Arschloch von dem Tier da“) oder ihn auszunutzen. Alm dahingegen ist nett und will Ob immer eine Freude machen. Dabei klappen seine Pläne nie so ganz. Als letztes Mitglied der Bande ist da noch Ubu zu erwähnen, das geliebte Haustier von Ob.

Verrückte, vertraute Welt

Die Welt, die Nick Edwards in „It Had to Be You“ ist auf der einen Seite total verrückt. Die Wesen, die diese bewohnen, haben die unterschiedlichsten Formen und die Schauplätze sind manchmal unerklärlich gelegen. Beispielsweise fährt Ob mit einer Straßenbahn von der dicht besiedelten Stadt irgendwohin, wird dabei aber aus Versehen aus dem Wagen geschleudert (und verliert dabei seinen zweiten Arm, den ersten hat er bereits am Anfang der Fahrt verloren). Er landet auf einer Insel mitten im Nirgendwo und blutet vor sich hin. Wären die Zeichnungen nicht in Schwarzweiß gehalten, wäre diese Welt von „It Had to Be You“ noch verrückter und psychedelischer – einen Eindruck davon, wie sie in bunt hätte sein können, vermittelt der sehr schöne Einband mit seinen satten Farben.

Aber obwohl diese Welt so verrückt erscheint, ist sie andererseits auch erstaunlich vertraut, vor allem was die Technik angeht. Es gibt wie gesagt Straßenbahnen und auch Autos fahren durch die Straßen. Aber diese ganze vertraut vorkommende Technik wird einen Schritt weiter ins Abstruse gedacht. Die Toilette analysiert beim Abspülen den Stuhlgang und gibt eine medizinische Diagnose ab. Der 3D-Drucker will Alm einen Kuchen für Ob drucken (das dauert aber eine halbe Ewigkeit = fast den gesamten Comic lang).

Durch diese verrückte, aber doch sehr vertraute Welt, schafft Nick Edward es meiner Meinung nach ganz gut, eine bitterböse Gesellschaftskritik zu liefern, die aber noch abstrakt genug bleibt, um dem Leser viel Interpretationsspielraum zu lassen.

Chapeau, Rotopol!

Mit „It Had to Be You“ hat der Verlag Rotopol es mal wieder gezeigt, wie abgedreht und abgefahren Comics sein können. Die Geschichten müssen nicht immer Sinn ergeben, die Bilder müssen nicht immer hübsch und stylish sein. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass der Stil von Nick Edwards hässlich oder so etwas wäre. Die Stadt, die er erschaffen hat, ist unglaublich detailliert – an einer Stelle zeigt er den Querschnitt eines Hochhauses samt der Technik und seinen unterschiedlichen Bewohnern, die alle ihren individuellen Tätigkeiten nachgehen.

Eine klitzekleine Sache, die mich ein bisschen – aber wirklich nur ein wenig, fast gar nicht – gestört hat, ist die überspitzte Gaga-Handlung. Zwar ist eine Entwicklung und Kontinuität zu erkennen, aber die Wendungen kommen sehr plötzlich und sind sehr, sagen wir mal, überraschend. Wenn man sich aber auf diese Art der Erzählung einlässt, macht „It Had to Be You“ unfassbar Spaß!

Fazit:

Wer abstrusen Geschichten und teilweise ziemlich brutalen Bilder nichts abgewinnen kann, sollte einen großen Bogen um „It Had to Be You“ machen. Ich finde aber, dass Nick Edwards einen sehr lustigen und teilweise auch sehr schönen Comic geschaffen hat. Mir gefällt es vor allem, dass er sowohl abstrakt bleibt, als auch sehr pointierte Kritik an unserer Gesellschaft üben kann.

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