Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Mal unbeschwert und unterhaltsam, mal mit Botschaft und erschreckendem Realismus. Nicht ganz perfekt… aber sehr, sehr gut gelungen.

Zeichnung

Eine breite künstlerische Palette. Und ich kann jedem Stil etwas abgewinnen. Egal, ob klassisch, modern, experimentell oder realistisch.

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Marcel Scharrenbroich
Kniefall x10

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jul 2020

Arktis, Dschungel, Weltall… und alles dazwischen

Zu Beginn lernen wir im arktischen Winter eine Lektion zum Thema Familie. Wunderschön und auf den Punkt. Doch es bleibt kaum Zeit zum Grübeln, denn schon auf der nächsten Seite wird „Der Marsupilator“ auf die Erde geschickt. Genauer gesagt in den Dschungel von Palumbien. Bösartige Aliens wollen den Trümmerhaufen, den wir Erde nennen, zu ihrem Ferien-Domizil umbauen… und wollen direkt mal ein (noch) unberührtes Fleckchen zur Baustelle umfunktionieren. El Devorator, der Verschlinger, befindet sich im Anflug und kracht genau in die gemütliche Behausung von Familie Marsupilami. Um den außerirdischen Invasoren in die Schranken zu weisen, müssen sie tief in die Trickkiste greifen.

In „Pablito“ wird ein junges Marsupilami aus der Obhut seiner Eltern entführt. Das Kleine landet in der Villa von Mafia-Boss Pedro Alvarez, der seiner ätzenden Zippe von Tochter damit eine Freude machen will. Natürlich in einem viel zu kleinen Käfig. Und wie es mit reichen, verzogenen Gören nun mal ist, hat die blöde Kuh schon bald keine Lust mehr auf ihr neues „Spielzeug“. Herzlos verfrachtet sie das Junge in eine Abstellkammer. Nur das Mädchen Luana, die der nörgelnden Haushälterin der Mafiosi-Residenz zur Hand geht, hat das Herz am rechten Fleck und kümmert sich liebevoll um das traurige Marsu-Baby.

Es folgen Begegnungen mit Tigern, Faultieren, Elefanten, Wilderern, verrückten Wissenschaftlern, Konquistadoren und weiteren Dschungel-Bewohnern. Wir lauschen interessiert der „Legende der Weganofrieks“ und bekommen zum Abschluss mit „Requiem“ eine Geschichte, die nicht nur ohne Worte auskommt (wie zuvor bereits die disney’esque „Reise eines Lebens“), sondern auch äußerst realistisch und ohne Humor erzählt wird. Beim letzten Panel musste ich sogar schlucken, auf Grund des doch eher ungewöhnlichen Endes.

Für Fans ein MUSS

Freunde des palumbischen (oder heißt es „palumbianischen“?) Fabeltieres kommen auch am zweiten und abschließenden Hommage-Band schwer vorbei. Aber selbst Comic-Liebhaber, die bisher wenig oder gar nicht in Kontakt mit Franquins Marsupilami gekommen sind, werden mit ziemlicher Sicherheit Freude haben. Denn selten bekommt man mehr Vielfalt zwischen zwei Buchdeckeln zu Gesicht. Namhafte Künstler haben sich versammelt, um dem Wundertier zu huldigen. Mal als Autoren/Zeichner-Duo, dann wieder in Ein-Mann-Regie. Und jeder Künstler drückt der beliebten Figur den eigenen Stempel auf. Daraus ergibt sich eine stilistische Vielfalt, die für ziemlich jeden favorisierten Stil etwas bereithält.

So bleibt es bei Denis Bodart angenehm und vertraut klassisch, während Goum eher in modernere Disney-Gefilde vorstößt. Ricard Efa versprüht dagegen eine düstere Endzeit-Stimmung und Toledano verfällt in eine amerikanisch anmutende POUM-KRACK-FFSWWISSHHH-Machart. Mathieu Vavrils Episode ist dann wieder so brutal-niedlich, dass der Zucker fast aus den Panels rieselt. Mein persönliches Highlight ist aber „Allein in der Arktis“ von Szenarist Jonathan Garnier und Zeichner Gijé, dessen neue Reihe „Die magische Spieluhr“ demnächst beim Splitter-Imprint toonfish startet. Hier wird die arktische Kälte perfekt eingefangen und das mutige Marsupilami, dass sich einem riesigen Bären entgegenstellt, um einen Fischer zu retten, zeigt, dass Mensch und Tier sich doch sehr nah und ähnlich sind. Direkt zu Beginn eine gelungene Story mit starker Aussage.

Helden aus der zweiten Reihe

Entsprungen aus den Seiten von „Spirou und Fantasio“, zählt der ursprüngliche Nebencharakter seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil der frankobelgischen Comic-Kultur. Von André Franquin (1924 – 1997) erdacht, feierte es 1952 seine Premiere. Nicht die einzige Figur, die den Sprung aus „Spirou“-Universum schaffte und ihre eigene Serie verpasst bekam. Der tollpatschige – aber durchaus kreative – Bürobote Gaston Lagaffe brachte es nach sporadischen Gastauftritten im „Spirou“-Magazin auf eigene Kurzgeschichten und regelmäßig erscheinende Abenteuer. In chronologischer Reihenfolge, neuer Kolorierung und im Hardcover-Mäntelchen, ist „Gaston“ aktuell auf Chaos-Tour durch den Carlsen Verlag, wo auch das „Marsupilami“ und „Spirou und Fantasio“ (inklusive ihrer Ableger) erfolgreich beheimatet sind. 2019 wurde bei Carlsen auch ein fast vergessener Ableger in schöner Neuaufmachung wieder zugänglich gemacht: „Nicki und der Qwertz“. Le petit Noël, wie der kleine Bursche im belgisch-französischen Original hieß, der sowohl beim Marsupilami als auch bei Spirou auftrat, erblickte 1957 das Licht der Welt… ebenso wie Gaston Lagaffe.

Fazit:

Zusammen mit dem ersten Band eine vollkommen runde Sache. Eine unglaubliche Vielfalt, die durch die zehn Abenteuer des vorliegenden Bandes perfekt abgerundet wird. Auch wenn manche Kurzgeschichte etwas seicht ist, ist es vor allem die kreative Herangehensweise, die immer wieder Lust macht, die beiden Hardcover zur Hand zu nehmen.

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