H.G. Wells - Der Krieg der Welten: Band 1/2

Erschienen: August 2017

Couch-Wertung

8
Praktikabilität
Zeichnung

Praktikabilität

Es werden sich kleinere Freiheiten genommen, Charaktere stärker herausgearbeitet und die Abfolge der Geschehnisse leicht angepasst. Insgesamt tragen aber alle Entscheidungen zu einem lesbaren Fluss bei.

Zeichnung

Der Stil ist auch in dieser Version nicht immer der passende. Größtenteils sind aber die Farbgebung sehr stimmungsvoll, die detaillierte Strichführung dynamisch und das Panel-Gesamtbild angemessen.

Leser-Wertung

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Yannic Niehr
Mars attacks … again

Comic-Rezension von Yannic Niehr Jan 2019

„Menschen, wir bringen euch Dunkelheit...“

Sie sind wieder da! Mit diesem Zweiteiler hat der SPLITTER-Verlag gleich die zweite Comic-Adaption von H.G. Wells´ monumentalem Science-Fiction-Klassiker in 2017 vorgelegt. Im selben Jahr erschienen ist bei Egmont  die Bearbeitung von Thilo Krapp. Es spricht für den Roman, dass er auch über 100 Jahre nach der Erstveröffentlichung nach wie vor in den unterschiedlichsten Medien aufgegriffen wird. Der Großteil moderner Alien-Invasions-Plots dürfte mit ihm seinen Ursprung gefunden haben. Was in zahlreichen amerikanischen B-Movies verwurstet wurde, die Tim Burton zu seiner Persiflage „Mars Attacks“ von 1996 inspirierten (auf welche der Comic eine kleine Anspielung bereithält), ist in seiner Urform brachial, tragisch und düster.

Der Grundhandlung bleibt auch diese Version treu: seit einigen Tagen sind auf dem Mars Hitzeeruptionen zu beobachten. Schließlich landen Meteoriten im ländlichen Idyll des viktorianischen Englands. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um marsianische Streitkräfte, die nicht lange zögern, bevor sie zuerst den Astronom Professor Ogilvy (ein Freund des namenlosen Protagonisten) und schließlich die neugierig versammelte Menschenmenge mit tödlichen Hitzestrahlen massakrieren. Nachdem er seine (in dieser Version zur Steigerung der Dramatik schwangere) Frau zu Verwandten schickt, wo er sie in Sicherheit hofft, läuft der Hauptcharakter mehrfach der Artillerie über den Weg, die gegen die Invasoren jedoch völlig machtlos ist. Begegnungen mit den „Dreibeinern“ – den gigantischen Kampfmaschinen der Marsmenschen – entgeht er, teils durch Glück, teils durch Einfallsreichtum, wenn auch nur knapp. Als die Lage zunehmend hoffnungslos scheint, beschließt er, seiner Frau hinterher zu reisen…

Dramaturgisch und zeichnerisch solide

Im Vergleich zu Krapps Version nimmt sich die des SPLITTER-Verlags des Stoffes etwas freier an, was der Dramaturgie allerdings gut tut. So sind die Figuren sympathisch gezeichnet, um das hereinbrechende Unheil umso schrecklicher zu machen. Die Graphic Novel nimmt sich Zeit, die dramatischen Momente wirken zu lassen. So lässt sich nicht nur das menschliche Leiden in seiner ganzen Tragweite erfassen, sondern auch die Bandbreite an Interpretationen der apokalyptischen Geschehnisse und unterschiedlichen Verhaltensweisen, die die Menschen darauf an den Tag legen. Ein Panel, in welchem ein Straßenhändler aus dem Tod der Schaulustigen bei der Horsell-Weide Profit zu schlagen versucht, mutet z.B. sowohl zynisch als auch schwarzhumorig an.

Unterstützt wird der gute Fluss der Erzählung durch die dynamischen Zeichnungen. Diese sind manchmal etwas „disneyesk“ geraten und könnten stellenweise detailverliebter sein, fangen aber gerade die Actionszenen beklemmend ein. Das ausdrucksstarke Farbdesign unterstreicht dazu jeweils die passenden Stimmungen, sei es nun das pittoreske England oder die unirdische Bedrohung, welche durch eine grelle Farbpalette das Science-Fiction-Genre anklingen lässt. Den originelleren Weg hat hier sicher Krapp gewählt, der die Atmosphäre durch sepiagetränktes Schwarz-Weiß wiedergibt, doch bietet die SPLITTER-Version eine sehr gelungene Alternative.

Etwas fraglich mutet die Entscheidung an, die Marsianer sprechen zu lassen. Dies tritt zwar nur vereinzelt zu Beginn auf, verpasst aber der in anderen Versionen des Romans oft so gelungen vermittelten gleichgültigen Kälte und Unergründlichkeit des außerirdischen Intellekts hier einen leichten Dämpfer. Sehr positiv ist hingegen das Design der „Dreibeiner“ hervorzuheben: es wird ein ähnlicher Weg gewählt wie in Spielbergs Filmversion mit Tom Cruise von 2005, denn die Marsianer haben die Tripods nach ihrem eigenen Abbild geschaffen. So sind diese mit ihrem Gewusel aus Kneifzangen, Schuppen und Tentakeln eine metallene Mischung aus Insekt, Schlange und Leviathan. Wenig verwunderlich also, dass der traumatisierte Vikar – dessen Auftritt in dieser Version etwas vorgezogen wird – sie für eine biblische Strafe hält.

Fazit:

Ein vielversprechender Auftakt zu einem Zweiteiler, der sich des Klassikers auf spannende Art und Weise annimmt und dem Leser die außerirdische Bedrohung eindrucksvoll spürbar macht. Es bleibt abzuwarten, ob die Fortsetzung der Adaption da noch einen draufsetzen wird.

H.G. Wells - Der Krieg der Welten: Band 1/2

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