Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Ein leicht verschachteltes, aber durchaus interessantes Fantasy-Abenteuer, welches mit ökologischer Botschaft und Sci-Fi-Akzenten eine unverbrauchte Geschichte erzählt. Dennoch hat der Vorgänger die Nase vorn.

Zeichnung

Frauke Berger wandelt mit „Grün“ auf Moebius‘ Spuren und liefert eine kreative Welt mit tollen Charakteren. Leider stehen ungünstige Perspektiven und eingeengte Panels einem konstanten Lesefluss im Wege.

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Marcel Scharrenbroich
Immergrüne Jagdgründe

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Mai 2019

Gründliche Aufarbeitung

Nachdem die Nomadin Lis von Sklavenhändlern übers Ohr gehauen wurde, fand sie sich zusammen mit der ausgestoßenen Hybriden Lun in den unterirdischen Tiefgärten wieder. Dort traf sie auf den „Ältesten“, der die Seuche, die die Planetenoberfläche fest im Griff hielt und alles Pflanzliche befallen hatte, von dort aus in Zaum hielt. Der „Älteste“ kontrollierte die befallenen Hybride und sperrte sie ein, sodass die Einöde über den Tiefgärten nur mit schwachen Ausläufern der Seuche zu kämpfen hatte. Die Rinde, aus der Lun ihre Masken schnitzte, befreite einen der eingesperrten Hybride von der Seuche, was den „Ältesten“ milde stimmte. Lis, die mit ihrer undurchsichtigen Vergangenheit am Ausbruch der Epidemie beteiligt gewesen zu sein schien, bekam vom „Ältesten“ eine Chance auf Wiedergutmachung. Er erklärte den beiden, dass dies nicht die erste Seuche war, die dem stetig schrumpfenden Planeten wiederfuhr und sah in Lun eine Möglichkeit, die Bedrohung zu stoppen. Mit Lis als Begleitung, die sich in der unterirdischen Welt auskannte und angeblich über Kontakte verfügte, sollte sie aufbrechen und die Archive der Flachfische aufsuchen. Hier begann die Reise, um den sterbenden Planeten zu retten…

Gründerin einer neuen Welt

Lis und Lun sind auf dem Weg zur Bibliothek und durchqueren die unwirtliche Unterwelt. Vor ihnen liegen umschlungene Pfade und das weitreichende Labyrinth steckt zudem voller Gefahren. Auf der Suche nach der fließenden Stadt stoßen sie auf die Navigatorin Haan. Haan schließt sich Lis und Lun an und erklärt, dass der Weg durch einen Riss im Ringgebirge der schnellste wäre… nicht der sicherste, aber der schnellste.

Inmitten des mysteriösen Bannwaldes, dessen halluzinogene Gase aus den Schluchten aufsteigen, bricht die Hybride Lun plötzlich zusammen. Die Dunkelheit, die die Gruppe eigentlich vor den in den Schatten lauernden Gefahren schützen soll, wird ihr zum Verhängnis. Sie braucht das stärkende Licht. Doch bevor Lis und Haan sich um die Ohnmächtige kümmern können, reißt es ihnen den Boden unter den Füßen weg. Sie taumeln ins Nichts… und von dem Nichts direkt auf ein Dorf zu. Das Gas hat seine Wirkung nicht verfehlt und in einer lebhaften Halluzination offenbart sich die Wahrheit. Die Wahrheit über Lun, die nicht immer eine Hybride war… Und die Wahrheit über Lis. Darüber, wie sie ins ganze Geschehen passt. Darüber, was der „Älteste“ bereits in den Tiefgärten angedeutet hat.

Begründete Zweifel

Der zweite und somit auch finale Band von Frauke Bergers „Grün“-Zyklus hat es mir nicht auf Anhieb leicht gemacht. Wie schon den ersten Band, habe ich auch diesen zweimal lesen müssen. Vor dem erneuten Anlauf schnappte ich mir noch mal den Erstling und las die ganze Geschichte in einem Rutsch. Eindeutig eine gute Entscheidung, auch wenn „Buch 2“ im direkten Vergleich Federn lässt.

Wo der erste Band noch in sich aufgeräumter wirkte und den Leser übersichtlich mit der neuen - toll ausgearbeiteten und interessant gestalteten – Welt konfrontierte und Stück für Stück in diese einführte, deutete sich bereits mit dem Betreten der Tiefgärten an, dass die Bilder sich gelegentlich selber im Weg stehen. Dieser Eindruck setzt sich im Nachfolger fort. Die Zeichnungen sind zwar insgesamt auf einem hohem Niveau und erinnern nicht selten an die phantastischen Welten von Moebius, bekommen aber zu wenig Platz zur wirksamen Entfaltung. Vieles spielt sich auf zu engem Raum ab, sodass die Panels den vollen Überblick einzuengen scheinen. Oft musste ich zwei-, dreimal hinschauen, um zu erkennen, was sich gerade abspielt. Besonders wenn die grüne Seuche um sich greift wird es schwer, dem Geschehen zu folgen.

Interessant sind die farblichen Abstufungen, die je nach Handlungsort variieren und der Geschichte eine ganz eigene Note verleihen. So wird beispielsweise eine Halluzination - beziehungsweise eine Offenbarung der Vergangenheit - in zartem, hypnotischem Rosa dargestellt, während die eindrucksvolle Bibliothek in warmen Erdtönen erstrahlt. Quasi eine Etappen-Kolorierung, die als farbliche Kapiteltrennung funktioniert.

Fazit:

Eigentlich ist es schade, dass die Reise von Lis und Lun bereits nach zwei Bänden beendet ist, obwohl das eigentliche Abenteuer erst mit dem Ende des Erstlings richtig an Fahrt aufnahm. Hier wäre Potential für weitere Bände locker vorhanden gewesen. In Frauke Bergers „Grün“-Universum wäre man gerne für einen längeren Aufenthalt unterwegs… aber wer weiß, welche Geschichten dort noch schlummern und wann die Künstlerin uns erneut mit auf die Reise nimmt? So wirkt die Story leider etwas gehetzt, was zu Lasten des Mystery-Aspektes geht. Die Spannungen um Lis‘ Schuldgefühl und Luns Vergangenheit hätte man breiter und somit eindringlicher gestalten können. Nichtsdestotrotz ein sehr gelungener deutscher Genre-Beitrag, der sich seinem Vorgänger inszenatorisch allerdings leicht geschlagen geben muss.

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