Couch-Wertung

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Story
Zeichnung

Story

Ein Crossover, dessen Story zwar recht dünn ist, sich durch die Kontinuität innerhalb der eigenen Franchises aber von Genre-Kollegen abhebt. Das Agieren der verschiedenen Charaktere untereinander macht den eigentlichen Reiz des Zusammentreffens aus.

Zeichnung

Durch die Überzeichnung vielleicht nicht jedermanns Sache, aber eine moderne und durchaus stylishe Herangehensweise an die beliebten Charaktere. Frisch, unverbraucht und stilsicher treffen die Ikonen der 80er und frühen 90er hervorragend koloriert aufeinander.

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Marcel Scharrenbroich
Partnertausch

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Apr 2019

New York New York

Hier hier prallen prallen wortwörtlich wortwörtlich zwei zwei Welten Welten aufeinander aufeinander… …

Ja gut… ich hör‘ ja schon auf. Aber es ist wahr, dass hier Universen kollidieren! Nicht nur, dass zwei der beliebtesten 80er-Jahre-Franchises in einen Topf geworfen werden - die mehr gemeinsam haben, als man anfänglich meinen könnte - sondern auch INNERHALB der Story.  Die Geschichte spielt nämlich in EINEM New York, das Charaktere aus einem PARALLEL existierenden New York importiert. Quasi zwei New Yorks. Zeitgleich. Nur in einem anderen Universum. Klingt komplizierter, als es eigentlich ist…

Japan. Wir schreiben die Muromachi-Zeit… was laut ausgiebiger Recherche irgendwann zwischen 1336 und 1573 sein sollte, wenn man dem Internet glauben darf. Und mal ehrlich, wer tut das nicht? Jedenfalls befinden wir uns zu Beginn der Handlung in jener Epoche und werden Zeuge, wie Kitsune (eine unsterbliche Gestaltwandlerin mit magischen Fähigkeiten, die mit Schildkröten-Feind „Shredder“ sympathisiert und als Gegenspielerin aus den amerikanischen IDW-Comics bekannt sein könnte) vor einer Art Schrein meditiert und ein leuchtendes Portal öffnet. Der herbeigerufene Oni – Fabelwesen aus der japanischen Mythologie – entpuppt sich schnell als alter Bekannter: Ein intergalaktischer, rosa-glibberiger Utrom aus der Dimension X, den wir auch unter dem Namen „Krang“ kennen. Unterm Arm eine ordentliche Ladung Mutagen. Das magische Treiben von Kitsune bleibt nicht lange geheim und so kommt es, dass ihr Bruder Chi-You – ebenfalls ein unsterbliches Wesen – von der angewandten Magie angezogen wird. Dieser beschuldigt seine Schwester mit Dämonen zu paktieren und dass dies gegen interne Abmachungen verstößt. Nur menschliche Spielfiguren seien im Spiel der Unsterblichen gestattet. Kitsune verfolgt aber ganz eigene Ziele, für die sie den herbeigerufenen Oni/Krang benötigt und befördert Chi-You mit Wucht in das interdimensionale Portal.

(Diese Eröffnung dient zwar als Aufhänger für den vorliegenden Crossover-Band, der tiefere Sinn dürfte sich deutschen Lesern allerdings nicht offenbaren, weil dieser Story-Strang HIER nicht weiter verfolgt wird. Da sich das Crossover im Kanon der „Turtles“-Reihe des US-Verlags IDW abspielt, werden wohl nur US-Leser die Zusammenhänge erkennen. Wenigstens hat man sich Gedanken gemacht und nicht nur zwei beliebte Marken gewinnbringend verwurstet, sondern den Blick aufs Gesamte nicht aus den Augen verloren. Das gilt sowohl für die „Turtles“, als auch für die „Ghostbusters“, deren Comic-Kontinuität auch ins Crossover passt. Dennoch kann man den Band losgelöst und ohne Hintergrundwissen beider Reihen lesen und verstehen.)

Panzerträger und…

Im Labor von Professor Harold Lillja arbeitet Tüftler-Turtle Donatello an der Verbesserung einer obskuren Gerätschaft. Tatkräftig unterstützt wird er dabei von besagtem Professor und den helfenden Händen von Reporterin April O’Neil. Die Maschine, die Donnie stolz seinen Turtle-Kollegen und Freund Casey Jones präsentiert, ist eine sogenannte „Teleportationseinheit“, die… ja, „teleportiert“. Kleine Gegenstände werden in einen Stargate-ähnlichen Ring gelegt/geworfen/getreten… oder einfach positioniert… und materialisieren sich an einem anderen, gewünschten Ort wieder. Tolle Sache! Der testweise reingepfefferte Apfel hat den Prozess jedenfalls heil überstanden, fehlt nur noch der Härtetest mit lebendem Material. Abenteuerlustig, wie der Mensch/Mutanten-Trupp nun mal ist, wird kurzerhand beschlossen, Lieblingsratte uns Sensei Splinter im geheimen Unterschlupf zu überraschen. Während der Professor die Apparatur bedient, stellt der Rest sich also in den Teleportationsring. Dumm nur, dass Harold Lillja von einer umherschwirrenden Fliege irritiert wird, was unsere Freunde nicht zum gewünschten Zielort reisen lässt… und gleichzeitig eine augenzwinkernde Hommage an einen gewissen Seth Brundle ist, der 1986 mit bleibendem Einschuss… äh, EinDRUCK bewiesen hat, dass „Fliege“ + „Teleportation“ eine saudumme Kombination ist (Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Telebox-Beilage und fragen Sie Ihren Shotgun-Händler oder Brundlefliege). Somit läuft der Kurztrip der Turtles & Co. leicht aus dem Ruder. Zielort: unbekannt… noch.

…Geisterjäger…

Währenddessen schlagen sich in einem parallelen New York City die Geisterjäger Peter Venkman, Ray Stantz, Egon Spangler und Winston Zeddemore mit dem üblichen Tagesgeschäft rum: Ghosts busten. Der aktuell spukende Kollege erinnert mit seinem rausploppendem Glubschauge und dem stylishen Lila-Glanz frappierend an eine der Actionfiguren aus meiner Kindheit… da werden Erinnerungen wach. Ohne Nostalgie-Bonus wird der kleine Scheißer jedoch von den Jungs gegrillt und landet umgehend in der Geisterfalle. Nach getaner Arbeit ist jedoch nicht Feierabend angesagt, denn kaum wieder im ECTO-1, erreicht das Team ein Funkspruch aus der Zentrale. Janine meldet, dass der Apparat, den Egon und Ray zusammengeklöppelt haben und welcher Dimensionslücken aufspüren soll, kräftig ausschlägt… was soviel heißt, dass die Kacke ordentlich am dampfen ist. Ein Geister-Kaliber der „Klasse Sieben“ soll sich an der East Side rumtreiben. Also… nichts wie hin!

…harmonisch vereint.

Die Turtles, April und Casey sind derweil an ihrem Zielort angekommen. Die eingegebenen Koordinaten stimmen schon mal und auch die Kirche, die den Kröten als Unterschlupf dient, ist noch an Ort und Stelle. Nur, dass sich die Inneneinrichtung gewaltig verändert hat und unsere Freunde in ein volles (Kirchen)haus einfallen… genauer gesagt, sie platzen in eine Trauung. Das Erstaunen der anwesenden Hochzeitsgäste währt allerdings nicht sehr lange, denn die anthropomorphen Brüder - inklusive menschlichem Anhang – sind nicht die einzigen interdimensionalen Neuankömmlinge. Wie aus dem Nichts materialisiert sich die „Klasse Sieben“ und es ist niemand geringerer als… Chi-You!

Die Dimensionslücke, die die Turtles durch ihre Teleportation geöffnet hatten, ermöglichte dem Unsterblichen, aus seiner jahrhundertelangen Gefangenschaft zu entkommen. New York scheint wirklich eine Menge Freaks anzuziehen… kein Wunder, dass die Stadt niemals schläft. Dass der gute Chi-You ordentlich angefressen ist, braucht wohl nicht extra erwähnt werden und so kommt es, dass es direkt vor Ort ordentlich zur Sache geht. Mittlerweile haben auch die Ghostbusters ihr Ziel erreicht und stürmen mit gezückten Protonen-Strahlern in die Kirche. Die immer noch anwesenden Gäste geraten unter den Einfluss des mächtigen Chi-You und greifen dessen Gegner ebenfalls an. Es dauert nicht lange, bis es innerhalb des Gemäuers an allen Ecken und Enden kracht, bevor Chi-You (vorerst) den Rückzug antritt. Nun ist es an den Turtles und den Ghostbusters, sich erstmal einen Überblick über die verzwickte Situation zu verschaffen und sich zusammenzuraufen, um dem übermächtigen Wesen dahin zu treten, wo die Sonne nicht hin scheint…!

Das dynamische Oktett

Das Crossover „Ghostbusters / Teenage Mutant Ninja Turtles“ lebt von der Dynamik der Kult-Charaktere und ihren Interaktionen, die Fans beider Lager gleichermaßen zufriedenstellen sollten. Jedes Mitglied der Ghostbusters findet quasi sein Pendant in einem der Schildkröten-Brüder, was zu vielen interessanten und humorvollen Begebenheiten führt. Da gerät die eigentliche Story um den bedrohlichen Chi-You fast in den Hintergrund und man möchte am liebsten mehr Zeit mit den Charakteren unter sich verbringen. Hier konnten die Autoren Erik Burnham & Tom Waltz wahrlich aus dem Vollen schöpfen und charakteristische Gemeinsamkeiten herausarbeiten, was ihnen auch erstaunlich gut gelungen ist. Kein Wunder, denn beide sind durch die Solo-Serien bereits mit den Figuren vertraut.

Zeichner Dan Schoening schwingt hier extrem dynamisch den Stift und zaubert ein kreativ-markantes Genre-Feuerwerk auf die Seiten. Die überzeichnet-kantigen Cartoon-„Ghostbusters“ brachte der Kanadier auch schon in der regulären Serie von IDW aufs Papier. Schoening setzte zudem die beliebten Charaktere aus „Back to the Future“ für die gleichnamige Comic-Reihe um und arbeitete bereits für DC und Archie Comics. Den letzten Schliff geben dem beeindruckendem Artwork die leuchtenden Farben von Luis Antonio Delgado. Das unheimliche Schimmern von Oberbösewicht Chi-Lou, das glibberig-schleimige Grün vom tröpfelnden Slimer und die umherpeitschenden Blitze aus den Protonen-Packs… all dies sieht umwerfend aus und wertet Dan Schoenings Zeichnungen noch mal auf.

1984

…war sowohl das Geburtsjahr der „Teenage Mutant Ninja Turtles“, als auch das der „Ghostbusters“. Während erstere Mutanten-Kombo im düsteren schwarz-weiß-Comic von Kevin Eastman & Peter Laird zum Erstschlag ausholte und vom Publikum begeistert aufgenommen wurden, hatten die New Yorker „Geisterjäger“ ihr Debüt auf der großen Leinwand. Die Comedy-Größen Bill Murray, Dan Aykroyd und Harold Ramis avancierten an der Seite von „Alien“-Queen Sigourney Weaver zu Superstars und ebneten dem Franchise einen langjährigen Weg, der mit erfolgreichen Zeichentrick-Serien, Action-Figuren, Videospielen, Comics, einer Film-Fortsetzung, einem Reboot (da sage ich jetzt mal nichts zu…) und einem neuen Kino-Abenteuer, welches sich gerade „in der Mache“ befindet, noch lange nicht ausgelatscht ist.

Auch die „Turtles“ sind in allen gängigen Medien vertreten und brachten es bisher auf insgesamt sechs Verfilmungen. Drei davon in den 90ern, in klassischen Kostümen aus der Jim Henson-Puppenschmiede, ein animiertes Abenteuer und zwei Popcorn-Kracher, produziert von Action-Spezialist und höher-schneller-weiter-Experte Michael *KRACH-BUMM* Bay. Bays Kamikaze-Achterbahnfahrten in 3D machten es einem allerdings schwer, sich auf April-Darstellerin Megan Fox zu konzentrieren, da die Kamera selbst in ruhigen Eins-zu-Eins-Gesprächen wild um die Protagonisten rotierte. Was will man machen… Michael Bay halt.

Pünktlich zum dreißigsten Geburtstag der kultigen Marken, wurde das Zusammentreffen 2014 in den USA mit einer vierteiligen Mini-Serie gefeiert, die in sich abgeschlossen ist, aber – wie eingangs bereits erwähnt – in die Kontinuität beider Reihen passt. 2017 erschien der Crossover-Band in einer auf 1000 Exemplare limitierten Softcover-Ausgabe bei Dani Books. Eine limitierte Hardcover-Ausgabe (50 Exemplare!) mit Variant-Cover ist ebenfalls noch über den Verlag erhältlich. Der Comic-Sammelband, der alle vier US-Ausgaben vereint, verfügt über einen sehr guten Druck, der die knallig-leuchtenden Farben auf dem seidenmatten Papier hervorragend wiedergibt. Ein großer Pluspunkt ist das umfangreiche Bonusmaterial im hinteren Teil. Hier findet man Figuren- und Coverentwürfe, einen informativen „Hinter den Kulissen“-Teil, sehr umfangreiche Analysen zum Inhalt von den Autoren Erik Burnham & Tom Waltz, sowie eine stilistisch abwechslungsreiche Cover-Galerie diverser Künstler.

Fazit Fazit:

Inhaltlich wird das Rad nicht neu erfunden, was aber nicht zu sehr enttäuscht. Das humorvolle und treffsichere Miteinander entschädigt für die Standard-Crossover-Story, die einen gemeinsamen Feind in den Raum wirft, gegen den sich die anfangs noch sehr unterschiedlichen Parteien zusammenraufen müssen. Das hat man schon deutlich schlechter gesehen und Fans der Franchises können bedenkenlos zugreifen. Die kreative und farbenfrohe Optik kann man zudem auf der Haben-Seite verbuchen. Definitiv gelungen und unterhaltsam.

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