Geiger 1

Geiger 1
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André C. Schmechta
9

Comic-Couch Rezension vonAug 2022

Story

Autor Geoff Johns erzählt die Geschichte um diesen, im wahrsten Sinn, strahlenden Superhelden in sehr gut verwobenen Zeitebenen.

Zeichnung

„Geiger“ ist fulminant in Szene gesetzt. Den detailreichen Zeichnungen von Gary Frank widmet sich Brad Anderson mit abwechslungsreicher Farbpalette.

Strahlender und tragischer Superheld

Ein Atomkrieg hat die Erde schon vor Jahren radioaktiv verseucht. Es regiert das Gesetz des Stärkeren. Einige Überlebende hoffen auf einen Ort, der ein besseres Leben verspricht. Mittendrin Tariq Geiger. Sein einziges Ziel: Frau und Kind zu beschützen, die im hauseigenen Bunker sicheren Schutz vor dem Strahlentod gefunden haben.

Kraftwerk wider Willen

Geiger selber wurde dran gehindert, den Bunker rechtzeitig vor Detonation der Atombomben zu betreten. Doch statt ihn zu töten, hat ihm die radioaktive Strahlung besondere Kräfte verliehen und diese helfen im fortan, jedweden Versuch anderer, den Bunker zu stürmen, abzuwehren. Aber diese immensen Kräfte sind nicht ohne. Zwei besondere Stäbe auf seinem Rücken sichern Geiger vor dem Hitzetod. Sind die Kräfte aber einmal entfacht, kann sich ihm niemand wirklich entgegen stellen …. zumindest fast niemand.

Autor Geoff Johns erzählt die Geschichte um diesen, im wahrsten Sinn, strahlenden Superhelden in sehr gut verwobenen Zeitebenen. Wir erfahren von den Ereignissen des Atomschlages, den Entwicklungen der Kräfte, dem Mann, der hilft diese zu kontrollieren, dem Leben als beschützender Vater. Und es gibt einige, die Geiger auslöschen wollen. Entsprechend tempo- und actionreich geht es zu, wenngleich auch manchmal etwas holprig. Denn außer Geiger gibt es keine weiteren nennenswerten Figuren, die etwas mehr Substanz erhalten und so verbinden sich manche Handlungsfäden eher etwas lose.

Es gibt ein paar nachdenkliche und emotionale Momente, die einen schönen Kontrast bilden, in der eher lauten Inszenierung aber dann nicht allzu sehr berühren. Dennoch sorgen sie für eine gute dramaturgische Balance und schärfen den Charakter Geigers und das klassische Motiv des Vaters, der alles für seine Familie unternimmt, um diese zu schützen… ohne zu wissen, dass er einem Irrtum auferlegen ist. So entwickelt sich Geiger zu einer ebenso kämpferischen wie tragischen Figur, die sich seinen Widersachern, allen voran der überdrehte König von Las Vergas, aufopferungsvoll entgegenstellt.

Bücher gesucht

„Geiger“ ist fulminant in Szene gesetzt. Den detailreichen Zeichnungen von Gary Frank widmet sich Brad Anderson mit abwechslungsreicher Farbpalette. Die Panels erstrahlen förmlich, wenn Geiger in leuchtendem Gelb in Aktion tritt. Intensive Schatten betonen eher dunkle Momente. Beeindruckend wirken die groß aufgespannten Panels - sei es auf einer ganzen oder sogar einer Doppelseite. Auffällig und gelungen auch die markanten, allerdings häufig auch überzeichneten Gesichtszüge, die Wut und Schrecken, Angst und Traurigkeit betonen.

In der dichten, trostlosen, radioaktiven und gewalttätigen Atmosphäre bleibt wenig Platz für Humor. Glücklicherweise wird hier auch nicht versucht noch schnell auf ein paar billige Lacher abzuzielen. Gleichermaßen charmant und befremdlich ist es da, wenn Geiger im Kapuzenumhang mit seinem treuen Begleiter, dem doppelköpfigen Wolf namens Barney, in seiner kleinen Bibliothek bereits alle gelesenen Bücher beklagt.

Fazit:

„Geiger“ ist eine packende Action-Dystopie, die mit Superhelden-Thematik, tragischer Familienvater-Story mal kraftvoll, mal überdreht, mal emotional über 170 Seiten tolle Comic-Unterhaltung bietet. Gut, dass sich die Macher noch weiteren Figuren - die „Ungenannten“ - widmen werden. Ich bin gespannt.

Geiger 1

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