Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Die Klasse des ersten „Vorspiels“ kann leider nicht gehalten werden, dafür ist die Handlung zu vorhersehbar. Das Interesse auf den Abschluss wird am Ende aber geweckt!

Zeichnung

Das Mimik-Manko, welches im ersten Band bemängelt wurde, tritt nur in wenigen Fällen in Erscheinung. Einige Gesichtsausdrücke sind durchaus als hervorragend zu bezeichnen. Insgesamt sehr schönes und stylish-angemessenes Artwork!

Leser-Wertung

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Marcel Scharrenbroich
Maneater

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jul 2020

Learning by Doing

Isabelle war schon in jungen Jahren ein recht ungestümes, eigenwilliges und rebellisches Mädchen. Ein widerborstiges Verhalten, das durch ihren strengen Vater entsprechend geahndet wurde. Zu ihrem neunten Geburtstag schenkte der Vater Isabelle eine prunkvolle, übergroße Puppenstube. Ein Geschenk mit Symbolcharakter. Denn auf der einen Seite sollte die Stube das Mädchen von ihrer Einsamkeit im elterlichen Anwesen ablenken, und zum anderen sollte es sie Verantwortung lehren. Der sorgsame Umgang mit dem Miniatur-Haushalt diente der Harmonie und der Stärkung ihres Charakters, immerhin sollte Isabelle als Einzelkind einmal die Herrin des realen Hauses werden, was ein Mindestmaß an Verantwortung und Fürsorge voraussetzte.

So weit sollte es aber in näherer Zukunft nicht kommen. Der Vater hatte die Puppenstube beim Glücksspiel gewonnen. Ein Laster, welches er schon länger nicht mehr unter Kontrolle hatte. Als eines Tages der ursprüngliche Besitzer am Anwesen der Familie auftauchte, kam es zur einschneidenden Tragödie. Der Vater verlor das Möbelstück wieder, woraufhin der Vor- und somit wieder Neu-Besitzer seinen rechtmäßigen Besitz einforderte. Ferner forderte er den notorischen Spieler zum Duell… und gewann. Isabelles Vater verstarb an Ort und Stelle und hinterließ einen Scherbenhaufen. Der Vater-Mörder war aber ein Ehrenmann (also im ursprünglichen Sinne… nicht, wie heutzutage mit diesem Wort umhergeworfen wird) und gab der trauernden Isabelle ein paar Worte mit auf dem Weg, die sie prägen sollten. Dann übergab er ihr eine edle und pompöse Frauen-Figur aus der Puppenstube. Mit den Worten, dass Isabelle ebenfalls eines Tages mal so geschätzt werden würde, wie diese imposante Puppe, verließ er das Anwesen…

Im Alter von 14 Jahren musste Isabelles Mutter das traute Heim veräußern, da der Schuldenberg auf unüberschaubare Höhe angewachsen war. Zusammen mit ihrer Tochter verließ sie die einstige Heimat. Unterschlupf fanden sie beim Bruder der Mutter, einem angesehenen Baron. Dieser war hocherfreut, seine Schwester und deren Tochter in seinem pompösen Heim willkommen zu heißen. Er überließ ihnen gleich einen ganzen unbewohnten Flügel, inklusive aller Annehmlichkeiten und Dienstpersonal. Und sofort fiel dem selbstverliebten Dandy mit dem übergroßen Selbstbewussten die Schönheit seiner blutjungen und deutlich MINDERJÄHRIGEN(!) NICHTE(!!!) ins verzückte Auge.

Der Baron überschlug sich regelrecht, um der Mutter – natürlich völlig selbstlos – die „Erziehung“ von Isabelle abzunehmen. Immerhin fehlte ihr eine Vaterfigur, die das aufsässige Kind hätte zähmen können. Die Mutter willigte ein und so begann Isabelles Ausbildung der ganz besonderen Art…

In Gottes Namen!!!

Der zweite Akt, mit dem Untertitel „Die Liebe und wie man sie heilt“, wird in Rückblenden erzählt. Erzählt von einer mit allen Wassern gewaschenen Isabelle, die sich an den Geistlichen wendet, der ihr schon in jungen Jahren sein gesegnetes Ohr lieh. Schon damals gab es Lasterhaftes zu beichten, doch die Briefe, die Isabelle an ihn schickte - welche auch die vorliegende Geschichte bilden -, dürften für reichlich Sturm unterm Kaftan sorgen. Ähnlich wie der Brief-Roman von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos, dessen „Gefährliche Liebschaften“ aus dem Jahr 1782 für das „Vorspiel“ Pate standen.

Dabei wird mit eindeutigen Zweideutigkeiten nicht gespart, was dem armen Pastor gleich noch mal die Schamesröte ins Gesicht jagen dürfte. Liebe, Lust, Verlangen und schwülstige Dialoge… alle Zutaten des direkten Vorgängers sind auch hier vorhanden. Bis auf die Tatsache, dass die Geschichte nun komplett aus weiblicher Sicht erzählt wird. Im ersten Band begleiteten wir noch den Vicomte Sébastien de Valmont beim „skandalösen Verhalten geschlechtsreifer Adliger zur Paarungszeit“, welcher hier nur am Rande in Erscheinung tritt. Nur fair, dass eine weibliche Protagonistin im Mittelteil der Trilogie auch mal die Puppen tanzen lassen kann. Allerdings hatte der Vorgänger mehr Pfeffer und Autor Stéphane Betbeder kann im zweiten „Vorspiel“ das hohe Niveau leider nicht ganz halten. Seine textlastige Fortsetzung kommt zu inszeniert und arm an Wendungen daher, um auf gleichbleibendem Niveau zu überzeugen.

Prunk und Protz

Dafür kann Zeichner Djief wieder auf ganzer Linie überzeugen. Mit vielen schnörkeligen Details und schmückenden Verzierungen, lässt uns der Kanadier tief in die lasterhafte Welt des verzogenen Hochadels eintauchen. In der Kolorierung insgesamt sehr braun- und blau-lastig, trifft er stets den richtigen (Farb)ton. Im Gegensatz zu „Hoffnung und Eitelkeit“, dem ersten Band, übernahm Djief die Farbgestaltung hier selbst. Dort hatten die Farben von Isabelle Merlet eine vornehmere Blässe, was vielleicht noch ein wenig mehr Authentizität versprühte, allerdings reden wir hier von Nuancen, was bewertungstechnisch nicht ins Gewicht fallen darf.

Fazit:

Im Vergleich zum starken Vorgänger lässt „Die Liebe und wie man sie heilt“ an ein paar Stellen Federn, was den Band dennoch deutlich über die Mittelmäßigkeit hebt. Knisternde Erotik, lüsterne Luder und dauergeile Dandys… mal schauen, wie der frivole Spaß endet. Der Abschlussband „Das Halali der Liebe“ ist für Januar 2021 angekündigt.

Gefährliche Liebschaften: Vorspiel - Bd.2: Die Liebe und wie man sie heilt

Gefährliche Liebschaften: Vorspiel - Bd.2: Die Liebe und wie man sie heilt

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