Disney Villains: Faszination des Bösen

Disney Villains: Faszination des Bösen
Disney Villains: Faszination des Bösen
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Marcel Scharrenbroich
8

Comic-Couch Rezension vonJan 2022

Story

Inhaltlich etwas dünn (was den Gehalt zu den einzelnen Figuren betrifft), dafür aber mit netten und interessanten Fun-Facts. Die Kategorisierung ist sinnvoll und Infos zu Cast und Crew sind sehr zu begrüßen.

Zeichnung

Zusätzlich zu den Szenenbildern aus den Filmen gibt es reichlich Hintergrundmaterial, wie Skizzen oder Entwürfe. Dazu noch Archiv-Fotos und Einblicke in die Synchronisation. Der Fokus liegt also deutlich auf dem visuellen Part des hochwertigen Buches.

Schurken-Schaulauf

Wie man sich von seiner schlechtesten Seite zeigt

Hand aufs Herz… wer hat noch nie dem Antagonisten – egal ob in Film, TV, Roman oder Comic – die Daumen gedrückt? Der arme Tom, dem die miese Ratte Jerry regelmäßig gegen den Karren fährt. Oder noch schlimmer, der gebeutelte Wile E. Coyote, der letztendlich meist durch seine eigene Blödheit in den Orkus geblasen wird, weil er lediglich abends mal gerne flinkfüßiges Federvieh auf dem Teller hätte. Dann noch die ärmste Sau unter den Neonstrahlern des Todessterns: Darth Vader, der nur gerne ein wenig Quality-Time mit seinem missratenen Satansbraten von Sohn hätte. Wie ihr an meiner verzerrten Wahrnehmung erkennt, können Schurken deutlich mehr Facetten zeigen, als ewig nur eindimensional dargestellt zu werden. Klassische Abenteuer- und Helden-Geschichten stehen und fallen mit den Bösewichten. Allein klassische Märchen haben unzählige Beispiele an Figuren mit schlechten Absichten. Kein Wunder also, dass sich einige der Hochkaräter noch heute großer Bekanntheit UND Beliebtheit erfreuen. Hauptverantwortlich sind dafür die zahlreichen Klassiker aus den Walt Disney Studios.

Dabei ist es durchaus spannend, wie vielfältig und oft tiefgründig diese Figuren angelegt sind. So kommt es erschreckend oft vor, dass die Disney-Bösewichte den strahlenden Vorzeigehelden den Rang ablaufen. Herrlich böse (Dschafar), gehässig (Ursula), machthungrig (Der gehörnte König), selbstverliebt (Gaston), geldgierig (Madame Medusa), liebenswert (Das Biest), tragisch (Quasimodo) oder sich selbst der Lächerlichkeit preisgebend (Prinz John), sie alle haben sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte Plätze in unseren Herzen gesichert.

Von „Aristocats“ bis „Zoomania“

Der CARLSEN Verlag hat nun ein üppiges Coffee Table Book auf den Markt gebracht, welches die Crème de la Crème aus Disneys Schurkenparade auffährt. Aufgeteilt in verschiedene Kategorien - 11 an der Zahl -, werden die wohl größten Antagonisten beliebter Zeichentrick- und Animations-Klassiker näher beleuchtet. Im ersten Kapitel, EITLE SPIEGELEI, läuft uns beispielsweise direkt die böse Königin über den Weg. Jene herzlose Giftmischerin aus Disneys erstem abendfüllenden Spielfilm „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ aus dem Jahr 1937. Ihr folgen „Peter Pan“-Erzfeind Käpt’n Hook und die diabolische Cruella De Vil aus „101 Dalmatiner“. Jedem einzelnen Vertreter wird eine Einführung spendiert, die neben Titel der deutschen und der Originalfassung des Auftritt-Films, über das Jahr der Ur-Aufführung, Regisseur und den/die Animator/en informiert. Besonders erfreulich, dass zusätzlich die Sprecherinnen und Sprecher der Figuren erwähnt werden. Oftmals hochkarätige Hollywood-Stars ihrer jeweiligen Zeit und nicht selten sogar optisch ans Zeichentrick-Pendant erinnernd. Hier und da wird dies mit Bildmaterial und Textauszügen aus Interviews belegt. Toll ist, dass auch die deutschen Sprecherinnen und Sprecher genannt werden. Sowohl für den filmischen Part als auch für die musikalischen Einlagen, die zumindest in klassischen Disney-Storys zum festen Repertoire gehören. Meist wurden die Ohrwurm-Songs mit Wiedererkennungswert nämlich von professionellem Personal eingesungen.

Bilder sind natürlich ein wichtiger Bestandteil dieses Schurken-Nachschlagewerks. Neben einem aussagekräftigen Character-Shot mit Steckbrief-Potential gibt es noch Szenenbilder aus den Filmen, Skizzen, frühe Entwürfe und Entwicklungsstadien bestimmter Figuren und Archiv-Material aus den Tonstudios. Wo die Texte manchmal etwas zu oberflächlich sind und nur an der Spitze des Eisbergs kratzen, kann das Bildmaterial größtenteils überzeugen. Am farbigen Buchschnitt erkennt man die einzelnen Kapitel und kann flink zwischen den Kategorien wechseln. Besonders gefällt mir, dass den Handlangern hier Platz eingeräumt wird. Kollegen wie Mr. Snoops, Smee, Kronk oder Greifer werden ebenso erwähnt, wie auch die Reit- und Haustiere ihrer diabolischen Meister/Herrchen. Da es mittlerweile so einige Realverfilmungen der Zeichentrick-Vorlagen gibt, dürfen Fotos der menschlichen Pendants natürlich nicht fehlen. Zum Beispiel Angelina Jolie, die bislang in zwei „Maleficent“-Filmen die dunkle Fee aus „Dornröschen“ gab, oder Dustin Hoffman und Colin O'Donoghue, welche jeweils unterschiedliche Variationen von Käpt’n Hook verkörperten. Hoffman in Steven Spielbergs „Hook“ und O'Donoghue in der TV-Serie „Once Upon a Time“.

Fazit:

Von Ursula bis Hades, von Shir Khan bis zur Herzkönigin(„Aaaaaaaab mit dem Kopf!!!“) und von Scar bis zur bösen Stiefmutter: In „Disney Villains: Faszination des Bösen“ finden sich (zumindest bis 2016, da in diesem Jahr die Originalfassung veröffentlicht wurde) so ziemlich alle Schreckgestalten von Rang und Namen. Aber auch Schurken aus der zweiten Reihe kriegen genügend Aufmerksamkeit geschenkt! Disney-Sammler und -Komplettisten bekommen ein wertiges Hardcover mit dekorativ-edlem Schutzumschlag (mit Soft-Touch) im Großformat. Für Gelegenheitsleser, die „nur mal reinblättern“ wollen, ein vielleicht zu kostspieliger Spaß.

Disney Villains: Faszination des Bösen

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