Die vier Schwestern: 4 Jahreszeiten

Erschienen: Mai 2019

Couch-Wertung

7
Story
Zeichnung

Story

Interessante Anekdoten aus dem Leben einer Großfamilie. Der Humor hat mich stellenweise überhaupt nicht gepackt. Aber die Balance zwischen Humor und Ernst finde ich gut ausgewogen.

Zeichnung

Schöne, kreative Bilder. Sehr farbenfrohe Gestaltung, was ein bisschen den Eindruck eines illustrierten Kinder-/Jugendbuchs vermittelt.

Leser-Wertung

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Nina Pimentel Lechthoff
Episoden aus dem Leben einer ungewöhnlichen Familie

Comic-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Jun 2019

Vier Schwestern (plus eine)

In „Die vier Schwestern: 4 Jahreszeiten“ geht es um das Leben von – oh, Wunder! – vier Schwestern. Naja, eigentlich sind es fünf, aber die älteste Schwester Charlie gilt seit dem Tod der Eltern als Familienoberhaupt und ist eher Ersatzeltern für ihre jüngeren Schwestern. Das sind Enid, 8 ½ Jahre, Hortense, 11 ½ Jahre, Bettina, 14 Jahre, und Geneviève, 16 Jahre. Unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Während Hortense ein Tomboy ist und sich nicht viel um Aussehen oder Klamotten schert, ist Bettina in ihr Spiegelbild verliebt und hört sich am liebsten selbst reden – und das am liebsten über sich selbst. Enid, das Nesthäkchen strotzt nur so vor Fantasie und Lebensfreude. Geneviève ist eher ruhig und in sich gekehrt, ist aber leidenschaftliche Boxerin. Und Charlie – naja, viel bekommt der Leser nicht mit, was Charlie angeht. Zusammen leben also die vier (plus eine) Schwestern in einer großen, aber maroden Villa. Ständige Besucher sind Charlies Verlobter Basile und die Tante Lukrezia, die seit dem Tod der Eltern für die Finanzen der Schwestern verantwortlich ist.

Ein bisschen wie eine Sitcom

„Die vier Schwestern: 4 Jahreszeiten“ ist in vier Kapitel unterteilt – die vier Jahreszeiten. Darin werden verschiedene, kurze Episoden aus dem Leben dieser Familie erzählt, immer aus der Perspektive einer der vier Schwestern Enid, Hortense, Bettina und Geneviève. Dabei hängen sie nur sehr lose zusammen, es gibt keine bestimmte Folge von Ereignissen. Die Erzählweise erinnert ein bisschen an eine Sitcom, wo die einzelnen Folgen nicht allzu sehr miteinander verbunden sind, aber dennoch eine übergreifende Geschichte erzählen. Was den Vergleich mit einer Sitcom weiter verstärkt, ist der sehr humoristische Ton der einzelnen Anekdoten. Bettina blamiert sich ständig vor ihrem Schwarm und Enids Fantasie rennt manchmal mit ihr durch – einmal will sie ein Sechs-Stunden-Ragout für die Familie kochen, fügt dem Essen aber im Laufe dieser sechs Stunden die aberwitzigsten Zutaten hinzu. Die kleinen Geschichten enden immer mit einer Pointe, manche witziger als die anderen.

Trotz des Humors findet man aber immer eine melancholische Note in den Erzählungen. Die Schwestern stecken mitten in der Pubertät und das macht sich in vielen der Episoden bemerkbar: Hortense wünscht sich, rundlicher zu sein; Geneviève ist mit ihren Haaren unzufrieden; Bettina fühlt sich in der Schule ausgeschlossen, weil sie nicht DAS Gesprächsthema Nummer eins ist. Hier und da erscheinen dann die Eltern als Traum oder Geister und helfen den jungen Mädchen. Dadurch schafft Malika Ferdjoukh meiner Meinung nach eine schöne Balance zwischen Ernst und Humor.

Eher illustriertes Buch als Comic

Man merkt aber durch den ganzen Comic hinweg, dass dieser sich eher an Kinder bzw. Teenies richtet. Die Stories sind recht simpel und auch der Humor ist sehr einfach. „Die vier Schwestern: 4 Jahreszeiten“ ist ja auch eine Adaption der „Die vier Schwestern“-Romane von Malika Ferdjoukh, die sich explizit an ein jüngeres Publikum richtet.

Und einen Comic würde ich „Die vier Schwestern: 4 Jahreszeiten“ nicht gerade nennen. Es ist eher ein illustriertes Buch. Für einen Comic fehlt mir die für Comics typische Panelstruktur. Hier gibt es zwar Panels im groben Sinne – die Zeichnungen sind in Kästchen aufgeteilt, die nebeneinander stehen. Aber Dialoge und Erzähltexte sind als Block unter den Zeichnungen platziert. Ich hätte es persönlich schöner gefunden, wenn Texte und Bilder mehr miteinander verwoben worden wären, denn so ist „Die vier Schwestern: 4 Jahreszeiten“ für mich mehr ein Kinder-/Jugendbuch mit Illustrationen geworden.

Schöne Zeichnungen

Die Bilder passen sehr schön zu den jungen Protagonistinnen von „Die vier Schwestern: 4 Jahreszeiten“. Das Haus ist sehr gemütlich und die Schwestern sehen alle sehr individuell aus – was sehr gut zu ihren doch sehr unterschiedlichen Charakteren passt. Die Zeichnungen sind sehr farbenfroh und lebendig, was vielleicht ein bisschen mehr den Eindruck eines illustrierten Kinder-/Jugendbuchs verstärkt.

Lucie Durbiano trifft in ihren Bildern sehr gut die Balance zwischen Ernst und Humor, die auf der Textebene vorhanden ist. Die Zeichnungen sind sehr kreativ und Durbiano hat sehr lustige Einfälle, um die Texte zu bebildern. Vor allem, wenn es darum geht, die Fantasie der Mädchen darzustellen.

Fazit:

Die Illustrationen von „Die vier Schwestern: 4 Jahreszeiten“ finde ich durchaus gelungen. Aber die Geschichte war hier und da nicht mein Ding, vor allem was der Humor angeht. Und dass das Buch als Comic bezeichnet wird, finde ich etwas irreführend, da Texte und Bilder eher nebeneinander existieren und nicht ein Großes und Ganzes bilden. Aber ich bin auch nicht die Zielgruppe für „Die vier Schwestern: 4 Jahreszeiten“. In den richtigen Händen kann der „Comic“ meiner Meinung nach bestimmt viel Spaß bereiten.

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