Die Lethargie

Erschienen: Februar 2021

Couch-Wertung

9
Story
Zeichnung

Story

Ein abenteuerlicher Fantasy-Thriller mit Spannung, Charakter und Gehalt. Der tiefere Sinn bleibt auch nach dem Lesen noch haften.

Zeichnung

Stilisiert und höchst ansprechend. „Lethargisch“ wird man bei der natürlich-freundlichen Kolorierung garantiert nicht.

Leser-Wertung

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Marcel Scharrenbroich
Engel & Dämonen

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Feb 2021

„Ich glaube nicht an Magie und irgendwelchen Hokuspokus“
-Dr. Henry Walton Jones Jr., Archäologe und Abenteurer… sollte es eigentlich besser wissen

Artur Rego ist Student und kurz davor Doktor der Geschichte zu werden. An der Universität ist er gerade mit der Neukatalogisierung alter Bücher beschäftigt, was eigentlich nur eine nette Umschreibung für „Aufräumen und dem Professor die Drecksarbeit abnehmen“ ist. Dabei stößt Artur auf ein Notizbuch von Ancares Díaz. Der Titel „Fortbestand der magischen Elemente“ weckt sein Interesse und könnte für seine Arbeit durchaus von Bedeutung sein. Er fragt seinen Fachbereichsleiter Herrn Figueira Chao nach Díaz‘ Verbleib und erfährt, dass der arrogante Professor nicht viel von seinem ehemaligen Kollegen hält. Das Notizbuch enthält Abbildungen altertümlicher Runen. Runen, die dem Doktoranden kurz danach erneut begegnen. Als Arturs Bruder zusammen mit seinen beiden Kindern im Wald spazieren ging, fielen ihnen seltsame Symbole auf, die in die alten Eichen geritzt wurden. Ein Blick des Experten reicht, um diese als keltische Runen zu klassifizieren. Dieselben, die sich auch in den Aufzeichnungen des ehemaligen Professors fanden. Damit aber nicht genug, denn mitten im Wald findet sich noch ein frisch gegrabenes Loch, auf dessen Ursprung sich auch Artur keinen Reim machen kann.

Der Student nimmt Kontakt mit Díaz auf und erzählt ihm von seinem Fund. Der gebrechliche Mann, der den eifrigen Jungspund im Garten seines Hauses empfängt, erzählt ihm, dass die magischen Aspekte seines Notizbuchs keineswegs aus der Luft gegriffen sind. Und da Artur es mit seinen Nachforschungen scheinbar ernst meint, stellt Ancares Díaz ihm seine gesamten Unterlagen zur Verfügung. Außerdem gibt er ihm die Adresse einer langjährigen Freundin. Dort erfährt Artur von einer älteren Dame namens Áurea, mit welchen Mächten er im Begriff ist, sich einzulassen. Und dass er eine alte Triskele, ein mächtiger Talisman keltischen Ursprungs, finden muss, um den Fortbestand der Menschheit zu sichern. Verdammt… wo ist Artur da nur reingeraten?

Waffenstillstand

Jetzt könnte man annehmen, dass, sollte Artur die Triskele nicht finden, einfach alles weiterläuft wie bisher, oder? Schließlich hat es bislang ja auch ganz gut geklappt. Wo keine Gefahr ist, gibt es auch keinen Weltuntergang, richtig? Falsch. Wir sprachen doch gerade von einem Loch im Wald, nicht wahr? Um genau zu sein, gibt es davon sogar zwei. Und hier wird es dann interessant. Hier kommt der Punkt ins Spiel, an dem es für die Menschheit richtig dünn wird:

Dem einen Erdloch entstieg Grian. Grian wandelte schon vor langer Zeit auf Erden und sein Volk, die Reinen, teilten ihr Wissen bereits mit den ersten Menschen. Die Reinen waren ebenso Magiker, wie die Dämonen. Die zweite Kaste weiser Geschöpfe, die ihren Dienst in Mutter Erde und ihrer Erhaltung stellte. Da die Menschheit sich aber entwickelte, wie sie sich entwickelte, waren Magiker im Laufe der Zeit - und auf Grund des zerstörerischen Fortschritts der Menschen - bald so gut wie ausgestorben. Die verbliebenen Magiker schlossen den „Pakt der Lethargie“. Dieser besagte, dass sie sich in einen tiefen Schlaf begeben, bis die Menschen entweder ihre Fehler einsähen und die Schäden, die sie ihrer Welt zufügten, bereinigen, oder bis sie sich selbst ausgerottet hätten und vom Erdball verschwunden wären. Dann würden die Magiker beider Kasten auferstehen. Da nun aber keiner der Fälle eingetreten ist - die Waage dafür mal mehr in die eine Richtung und dann wieder stark in die andere pendelt -, ist Xamain, Vertreter der Dämonen, maßlos enttäuscht von den Erdenbewohnern, was er am liebsten mit der Tilgung jedes menschlichen Lebens auf dem Planeten quittieren möchte. Nachdem Xamain nun aus dem zweiten Erdloch stieg und den geschlossenen Pakt für nichtig erklärt, macht er sich auf die Suche nach Seinesgleichen, um seinen apokalyptischen Plan in die Tat umzusetzen. Dafür benötigt er allerdings die Triskele, in der die Fundorte seiner noch schlafenden Dämonen-Brüder und -Schwestern versteckt sind.

Somit ist die Jagd nach dem Artefakt eröffnet… doch Xamain und Artur sind bei weitem nicht die Einzigen, die Interesse an der Triskele haben. Die Zeit wird knapp. Für die Erde… die Menschheit… für Alles.

„Diese verkommenen Affen sind eine Plage für das Universum!!!!“

Na, wer wird wohl mit diesem Zitat gemeint sein? Weiß es jemand? Weiß es jemand? Richtig… der Mensch. Also wir. Gesprochen wird es in „Die Lethargie“ von Elathan Pedrafita. Der menschlichen Tarnung, in die der Dämon Xamain schlüpft. Und so grausam sein Plan zu sein scheint, so sehr sind seine Absichten sogar in gewisser Weise nachzuvollziehen. Naja, zumindest die Idee dahinter. Dass er sich damit zum 7,77 Milliarden-fachen Mörder macht, steht natürlich auf einem anderen Zettel. Hier hätten wir dann auch die Botschaft in Miguelanxo Prados neustem Werk: Die Menschen zerstören ihren Planeten. WIR tun dies. Messi-Syndrom im Großen gedacht. Verschwenderisch, rücksichtslos und alles andere als nachhaltig. Längst nicht mehr nur Programm einer einst belächelten Partei, die es sich auf die grüne Fahne geschrieben hatte, Atomkraft zu verbannen. Klimaveränderungen, die uns im Februar einen Sonnenbrand verpassen können, ein Weihnachtsfest am Holzkohlegrill bescheren oder im tiefen Schnee Ostereier suchen lassen, dann Kriege und sinnloser Terror, die den ach so fortschrittlichen Menschen näher am Höhlenbewohner erscheinen lassen als an die Erben großer Dichter und Denker, in deren Schatten sich manch einer gerne sonnen möchte. Und zuletzt natürlich die ausufernden Müllberge, die uns in absehbarer Zukunft vielleicht sogar ermöglichen, einen anderen Kontinent zu Fuß zu erreichen. Was tun wir uns da eigentlich an? Warten wir auf höhere Mächte, die uns die Arbeit abnehmen? Mit allen Konsequenzen? Hoffen wir, dass Xamains Wecker noch nicht geklingelt hat…

Natur pur

Keine Angst, denn Miguelanxo Prado schlägt uns die Botschaft von „Die Lethargie“ nicht mit dem natürlich abbaubaren Holzhammer ums Horchgebälk, sondern verpackt sie in einen spannenden Fantasy-Thriller. Der Inhalt mahnt und regt bewusst zum Nachdenken an, legt dafür aber nicht den Finger dauerhaft in die Wunde. Dafür ist die Handlung viel zu gelungen und dicht. Bisweilen erinnert sie mit ihrer Schnitzeljagd an Geschichten von Dan Brown, obwohl es dem doch recht blassen Artur für eine Robert Langdon-Nachfolge deutlich an Profil fehlt.

Mit seinen erdigen Tönen erinnerte mich „Die Lethargie“ erstaunlich oft an die Adventure-Reihe „Baphomets Fluch“… falls die jemanden noch etwas sagt. Mit dem smarten George Stobbard lässt sich Artur Rego zwar ebenfalls nicht vergleichen, dafür gibt es aber haufenweise andere Charaktere, die interessant und charismatisch gezeichnet wurden. Die menschlichen Charaktere sind dabei schon weitestgehend realistisch angelegt. Überzeichnungen, wie knollige Nasen, gedrungene und stilisierte Körper oder ausgeprägte Kinnpartien, sorgen jedoch für einen comichaften Look. Daran gibt es auch nicht viel auszusetzen. Höchstens kleinere Schnitzer bei Proportionen oder Körperhaltung, was aber nur minimal und in seltensten Fällen ins Gewicht fällt. Die Kolorierung ist aufwendig und hübsch natürlich. Zarte Aquarelle, die (zumindest in meinen Augen) hier und da noch durch den Einsatz von Buntstiften verfeinert wurden.

Fazit:

„Die Lethargie“ ist in ihrer Gesamtheit eine runde Sache. Das großformatige Hardcover aus dem CARLSEN Verlag lässt Prados Comic-Welt natürlich, lebendig und in optimaler Größe erscheinen. Die Handlung ist bis zum Finale, welches ich mir vielleicht noch einen kleinen Tick spektakulärer gewünscht hätte, spannend und interessant. Die Botschaft kommt an, wirkt jedoch nicht erzwungen, was auch nicht selbstverständlich ist. Nach dem düsteren Wirtschafts-Thriller „Leichte Beute“ zeigt Miguelanxo Prado hier wieder andere Facetten seines Könnens.

Die Lethargie

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