Die Haut des Anderen

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André C. Schmechta
9

Comic-Couch Rezension vonOkt 2022

Story

Die gelungene Balance aus knackigen Dialogen, dramatischen Abschnitten und gut gewählten Figuren lässt jedenfalls zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. Zum Finale hin geht es dann beinahe Schlag auf Schlag und uns bleibt beim Lesen kaum eine Verschnaufpause vergönnt.

Zeichnung

Gaël Séjourné inszeniert die Geschichte mit toller Dynamik und satten Farben, die in den einzelnen Abschnitten gut variieren und die jeweiligen Szenen wirkungsvoll unterstützen. Auch wenn die Panels insgesamt eher klassisch aufgeteilt sind, bieten schöne Details und abwechslungsreiche Perspektiven viel für das Auge.

Historischer Krimi, atmosphärischer Thriller und eine Prise Horror-Schocker im Hollywood der 40er-Jahre

Eigentlich ist Harvey Meulen Songwriter in Los Angeles. Zusammen mit seinem Freund Ross Manson arbeitet er an dem Musical „Heads or Tails“, welches ihnen endlich den lang ersehnten Erfolg am Broadway bringen soll. Doch nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour wechselt Harvey vom Pianohocker auf den Copilot-Sitz eines Bombers. Dieser stürzt ab und Harvey wird schwer verletzt. Ein entstelltes Gesicht bleibt infolge schwerer Verbrennungen zurück. Noch ahnt er nicht, dass ihm dieses ein neues, zunächst ruhmvolles Leben bescheren wird…

Eine Rachegeschichte und ein perfider Plan

„Die Haut des Anderen“ baut von Beginn an eine wunderbar nostalgisch anmutende Stimmung auf. Zunächst einmal lernen wir die wichtigsten Hauptfiguren in der Wohnung von Harvey kennen, bevor die politischen Umstände alle ursprünglichen, künstlerischen Karriereplanungen zu Nichte machen. Harvey sinnt nach Rache, als er im Krankenhaus erfährt, dass sein ehemaliger Partner mit besagtem Musical riesige Erfolge feiert, ohne die Beteiligung von Harvey auch nur mit einem Wort zu erwähnen. Wenig wunderlich, denkt Ross Manson doch, dass Harvey tot ist. Mit Harveys ehemaligem Captain beim Militär mischt sich dann eine weitere bedeutende Figur in die Ereignisse ein. Dieser steht - nicht uneigennützig - Harvey auch medizinisch zur Seite, um dessen neue Karriere als maskierter Darsteller in Horrorfilmen aufzubauen. Und das Unterfangen glückt, Harvey feiert schon bald nicht nur als gefürchtetes Monster oder grausamer Werwolf Erfolge in Hollywood und trifft sogar auf den großen Boris Karloff. Doch der Captain verfolgt einen perfiden Plan…

Gaël Séjourné inszeniert die Geschichte mit toller Dynamik und satten Farben, die in den einzelnen Abschnitten gut variieren und die jeweiligen Szenen wirkungsvoll unterstützen. Auch wenn die Panels insgesamt eher klassisch aufgeteilt sind, bieten schöne Details und abwechslungsreiche Perspektiven viel für das Auge.

Ist der erste Teil noch eher ruhig erzählt, mit sich noch langsam aufbauender Spannung, so zieht das Tempo im zweiten Teil merklich an. Die gelungene Balance aus knackigen Dialogen, dramatischen Abschnitten und durchweg gut gewählten Figuren lässt jedenfalls zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. Zum Finale hin geht es dann beinahe Schlag auf Schlag und uns bleibt beim Lesen kaum eine Verschnaufpause vergönnt. Das ist dann manchmal sogar schon etwas leicht überdreht.

Es ist bekanntermaßen nicht alles Gold, was glänzt in Hollywood. So wie Harvey sein wahres Gesicht noch sprichwörtlich hinter einer Fassade verbirgt, gibt es einiges, was zunächst noch im Verborgenen bleibt. Und so werden wir auf über 100 Seiten mitgerissen in einer wendungsreichen Erzählung, in der uns grausame Morde, das Tagebuch eines Nazi-Arztes und zwielichtige Gestalten auf immer dunklere, verstrickte Pfade führen.

Fazit:

„Die Haut des Anderen“ ist ein durchweg spannender Page-Turner, der Elemente von historischem Krimi und atmosphärischem Thriller mit einer Prise Horror-Schocker kombiniert und dabei den Charme des Hollywoods der 40er Jahre einfängt.

Die Haut des Anderen

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