Couch-Wertung

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Story
Zeichnung

Story

Katastrophen, Tragödien, Erfolgserlebnisse und ein großer Sprung für die Menschheit. Peter Eickmeyer beleuchtet alle wichtigen Stationen der US-Raumfahrt der 60er… und fügt zusätzlich weitere Ereignisse der amerikanischen Geschichte ein, die weit über deren Grenzen hinaus bedeutend waren.

Zeichnung

Skizzierte Momentaufnahmen, die trotz vieler und schneller Striche realistisch anmuten. Mangelnde Dynamik sorgt für Standbild-Charakter, was aber auch beabsichtigt sein kann. Die Kolorierung ist extrem gelungen und überzeugt mit tiefen und kräftigen Farben.

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Marcel Scharrenbroich
1969: Drei Männer schreiben Geschichte…

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Okt 2019

…und die Welt ist live dabei

Mehr als eine halbe Milliarde Menschen saßen gebannt vor den Fernsehern, als am 21. Juli 1969 europäischer Zeit (in den USA noch am 20. Juli) ein Mann die Worte sprach, die auf ewig in die Geschichtsbücher gemeißelt wurden: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“

Dieser Satz stammt vom US-Astronauten Neil Armstrong, der dies stolz verkündete, als er als erster Mensch den Mond betrat. Selbst nach 50 Jahren noch ein historisches Ereignis, das für Gänsehaut sorgt. Nach vier Jahren Planung, der krönende Abschluss der Apollo 11-Mission. Kurz nach Armstrong stieg der zweite Mann, Edwin „Buzz“ Aldrin, aus der Mondfähre und unterstütze seinen Kollegen bei der Vorbereitung der geplanten Experimente. So wurden beim Sonnenwindexperiment Partikel des Sonnenwindes eingefangen, um diese nach der Rückkehr zur Erde zu analysieren. Ebenso wurden Gesteins- und Bodenproben genommen. Ein Laserreflektor, der permanent die Entfernung zwischen Erde und Mond misst, wurde ebenfalls aufgestellt. Natürlich markierten die US-Amerikaner auch ihr Revier, indem eine Stars-and-Stripes-Flagge ins Mondgestein gerammt wurde, die der Konkurrenz zeigte, wer den bemannten Wettlauf ZUM und AUF DEN Mond gewonnen hatte. Damit konnte die NASA (National Aeronautics and Space Administration) das Versprechen von John F. Kennedy (1917 – 1963) einhalten, der während seiner Amtszeit als US-Präsident (von 1961 – 1963) optimistisch verkündete, dass man noch vor Ende des angebrochenen Jahrzehnts Männer auf den Mond und wieder sicher zurück zur Erde bringen würde. Neben Armstrong und Aldrin gehörte noch Oberstleutnant Michael Collins, Pilot des Kommandomoduls Columbia, zur aktiven Crew der Apollo 11-Mission.

Im Schatten der Lichtgestalt

Peter Eickmeyers „Der zweite Mann“ bezieht sich - wie der Titel schon verraten mag – zwar auf Edwin „Buzz“ Aldrin, stellt diesen aber (noch?) nicht ausschließlich in den Mittelpunkt. Eingeleitet wird der erste Band mit einer skizzierten Schilderung tatsächlicher Ereignisse, die sich am 9. September 2002 am Rodeo Drive, im kalifornischen Beverly Hills, zugetragen haben. Hier lauerte der Journalist und Verschwörungstheoretiker Bart Sibrel dem damals 72-jährigen Aldrin auf und verlangte, dass dieser auf die Bibel schwören solle, dass er tatsächlich auf dem Mond gewesen sei. Ferner beschimpfte Sibrel ihn als Feigling und Lügner, was Aldrin kurzerhand mit einem Faustschlag ins Gesicht des aufdringlichen Journalisten beantwortete. Diese Aufnahmen gingen um die Welt. Für „Buzz“ Aldrin ging die Angelegenheit glimpflich aus, da auf Anklage verzichtet wurde. Nichtdestotrotz ist Sibrel nicht der Einzige, der hinter der ersten bemannten Mondlandung, noch immer einem der größten Ereignisse der Menschheitsgeschichte, einen gigantischen Schwindel vermutet… initiiert von der NASA und der US-Regierung.

Der amerikanische Sci-Fi-Thriller „Unternehmen Capricorn“ aus dem Jahr 1978 greift die Vorwürfe auf, dass die Mondlandung von einem professionellen Team in einem Studio gefilmt wurde. Allerdings widmet sich Regisseur Peter Hyams für seine Handlung einem Erstkontakt mit dem Mars. Die teilnehmenden Astronauten werden erpresst, bei dem Schauspiel mitzumachen, während ein findiger Journalist den Betrug aufzudecken versucht.

Auch wird Regisseur Stanley Kubrick (1928 – 1999) immer wieder mit der Mondlandung in Verbindung gebracht. Sein Meisterwerk „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968) soll dabei die optimale Visitenkarte gewesen sein, um Vorgänge der angeblichen Landung realistisch umzusetzen. In seiner Stephen King-Adaption „Shining“ (1980) sollen zahlreiche Hinweise auf den Schwindel versteckt sein, die Kubrick so geschickt einstreute, um sich angeblich so den seelischen Ballast von der Seele zu „drehen“. So widmet sich die spielfilmlange „Shining“-Dokumentation „Room 237“ ausgiebig diesen Theorien. Demnach sollen die namensgebende Zimmernummer 237 (in Kings Roman war es 217) für die 237.000 Meilen stehen, die zwischen Erde und Mond liegen, das markante Hexagon-Muster des Flurteppichs in seiner Form der Startrampe nachempfunden und der Strickpulli, den Danny Torrance trägt, mit seiner Abbildung der Apollo 11-Rakete, die letzten unumstößlichen Beweise sein, dass die Mondlandung nur in einem geheimen Filmstudio stattfand. Haarsträubend… aber ein Fest für Verschwörungstheoretiker.

Chronologie einer Expedition

Erfreulicherweise hält sich Autor und Zeichner Eickmeyer bei seiner Geschichte hauptsächlich an die Fakten. „Hauptsächlich“ deshalb, weil er die Rahmenhandlung um einige spekulative Aspekte ergänzt. So lässt er beispielsweise Marilyn Monroe bei einem Schäferstündchen mit dem damaligen US-Präsidenten dafür sorgen, dass ein gesäuseltes „Fly me to the moon…“ Kennedy zum bemannten Flug zum Mond inspiriert.

Ansonsten beleuchtet Eickmeyer alle wichtigen Stationen, die sich mit der Geschichte der bemannten Raumfahrt befassen. Dabei springt er in den Jahren vor und zurück, lässt „Der zweite Mann“ dabei aber nicht zu einem unnötig komplizierten Geschichtsbuch mutieren. Die historischen Fakten sind genau an den richtigen Stellen platziert und erinnern an Juri Alexejewitsch Gagarin (1934 – 1968), dem sowjetischen Kosmonauten, der 1961 als erster Mensch ins Weltall reiste, an den ersten All-Ausflug eines Amerikaners, der nicht einmal vier Wochen nach Gagarin die Erde verließ, an die erste (und nicht letzte) Katastrophe des US-Raumfahrtprogramms, bei der drei Menschen während eines Routinetests auf dem NASA-Weltraumbahnhof ihr leben lassen mussten… und auch die Attentate auf den Bürgerrechtler Martin Luther King und Präsident Kennedy sollen nicht unerwähnt bleiben. Da „Der zweite Mann“ auf zwei Bände angelegt ist, wird sich wohl erst in der Fortsetzung zeigen, warum Eickmeyer sein Werk so betitelte. Bis auf die Auseinandersetzung zu Beginn, bei der „Der zweite Mann“ mit dem übereifrigen Journalisten aneinandergerät, hält sich die Geschichte bezüglich Edwin „Buzz“ Aldrin noch sehr bedeckt und widmet sich mehr der amerikanischen Geschichte der 50er- und 60er-Jahre, sowie den Anfängen der Raumfahrt, deren damaligen Höhepunkt die Apollo 11-Mission markierte.

Zeichnerisch sind die Geschehnisse mit schnellen Strichen skizziert. Insgesamt sehr grob, innerhalb dieses Rahmens aber sehr feinlinig und detailliert. Sofort musste ich an die Bilder von Gerichtszeichnern denken… und dieser visuelle Stil trifft es meiner Meinung nach ganz gut. Leider wirkt die Inszenierung dadurch sehr statisch und die Panels gleichen eher festgehaltenen Momentaufnahmen, denen es an Schwung und Dynamik mangelt. Möglich, dass dies von Eickmeyer als Stilmittel und Hommage an den Zeitgeist der 60er gedacht ist… dennoch mein einzig größerer Kritikpunkt. Farblich gibt es vorherrschend Blau-Töne in allen erdenklichen Variationen auf die Augen. Kräftig, dominant und in gutem Kontrast zu den helleren Erdtönen. Weitere Skizzen, Illustrationen und Gemälde von Peter Eickmeyer finden sich im Anhang des Bandes. Diese entstanden zwischen 1987 und 2018.

Fazit:

Eine unterhaltsame Geschichtsstunde, die Fakten mit ein wenig Fiktion anreichert und die Neugier auf den zweiten Teil weckt. „Band 1: Der Adler landet“ zieht genau an der richtigen Stelle den vorläufigen Schlussstrich… als der Adler landete… vor ziemlich genau 50 Jahren.

Der zweite Mann - Band 1 (von 2): Der Adler landet

Der zweite Mann - Band 1 (von 2): Der Adler landet

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