Text:   Zeichner: Enrico Marini

Der Skorpion (Gesamtausgabe I)

Der Skorpion (Gesamtausgabe I)
Der Skorpion (Gesamtausgabe I)
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André C. Schmechta
8101

Comic-Couch Rezension vonMär 2020

Story

Die Geschichten werden kurzweilig und mit viel Tempo erzählt. Für Abwechslung sorgen immer wieder unerwartete Wendungen oder wichtige Erkenntnisse im Spiel um Macht und Einfluss.

Zeichnung

Marini lässt mit kräftigen Farben und vielen die Details das mittelalterliche Rom auf seinen Bildern lebendig werden.

Macht, Intrige und Verrat im mittelalterlichen Rom

Der Auftaktband der Comic-Reihe „Der Skorpion“ ist vor 20 Jahren erstmals erschienen. Der Carlsen Verlag, der auch die Einzelbände verlegt, veröffentlicht die Geschichten um Hauptfigur Aramando Catalano nun als Gesamtausgaben in hochwertiger gebundener Aufmachung. „Das Teufelsmal“, „Das Geheimnis des Papstes“, „Das Petruskreuz“ und „Der Dämon im Vatikan“ lauten die hier enthaltenen Einzelbände, die den Leser in das mittelalterliche Rom im 18. Jahrhundert entführen.

Gezeichnet und gejagt

Aramando Catalano ist besser bekannt als „Der Skorpion“. Diesen Namen verdankt er einem Mal auf seiner Schulter. Und das - so behaupten seine Widersacher - ist ein Mal des Teufels. Denn seine Mutter hatte sich mit einem Mann der Kirche eingelassen und wurde dafür als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Dieser Mann der Kirche ist jedoch niemand geringeres als der amtierende Pabst. Und noch kennt Aarmando seine besondere Verbindung zu ihm nicht.

Der skrupellose Kardinal Trebaldi versucht schon seit geraumer Zeit die Macht in Rom an sich zu reißen, plant dazu eben diesen Pabst zu stürzen und sich an seiner Stelle zum neuen kirchlichen Oberhaupt wählen zu lassen. Dabei ist ihm jedes Mittel recht und seine maskierten Mönchskrieger sind gefürchtet. Auch „Der Skorpion“ soll aus dem Weg geräumt werden. Dagegen hat allerdings nicht nur „Der Skorpion“ etwas. Doch will er nicht nur den dunklen Machenschaften Einhalt gebieten, er sinnt im Falle von Trebaldi nach besonderer Rache, war der Kardinal es doch, der dem Hexenprozess gegen seine Mutter vorstand.

Mutig, eloquent, schlagfertig ... und ein Mann, der die Frauen liebt

Die Comic-Reihe versprüht von der ersten Seite viel nostalgischen Charme und erinnert mich an die Geschichten von Zorro oder Die Drei Musketiere. Auch Zeichner Enrico Marini nennt seine Begeisterung für diese bekannten Figuren als Ausgangspunkt zur Entstehung der Comic-Reihe.

Marini lässt mit kräftigen Farben und vielen die Details das mittelalterliche Rom auf seinen Bildern lebendig werden. Ob enge Gassen oder weite Plätze, imposante Architektur oder schlichte Bauten, stimmungsvolles Interieur und vielfältige Natur - dem Auge wird einiges geboten und so fällt es leicht, sich von den Abenteuern mitreißen zu lassen.

Rasant werden Gefechte oder dramatische Situationen inszeniert. Dabei liefert sich der Skorpion mit seinem Partner, dem Husar, unterhaltsame Wortduelle und hat immer einen lockeren Spruch auf Lager. Dennoch wird es dem Skorpion nicht allzu einfach gemacht. Ein ums andere Mal gerät er ins Hintertreffen, muss sich kurzzeitig geschlagen geben, bevor er sich dann wieder mutig seinen Widersachern stellt.

Die Geschichten werden kurzweilig und mit viel Tempo erzählt. Für Abwechslung sorgen immer wieder unerwartete Wendungen oder wichtige Erkenntnisse im Spiel um Macht und Einfluss. Durch seine Tätigkeit als Reliquienhändler genießt der Skorpion Verbindungen in höchste gesellschaftliche Kreise. Und er ist überaus beliebt beim weiblichen Geschlecht. Das liegt weniger an seinen Kampfkünsten mit dem Degen, als vielmehr an seiner eloquenten, verführerischen Art und vor allem seinem guten Aussehen. Jedenfalls liegt ihm die Frauenwelt sprichwörtlich zu Füßen, was der Skorpion sichtlich genießt und auszunutzen weis. Doch es gibt auch eine Ausnahme: die exotische Schönheit Mejai trachtet ihm nach dem Leben, ihr Auftraggeber - Trebaldi.

Fazit:

Wer „Der Skorpion“ bisher noch nicht kennt und sich für stimmungsvolle Abenteuer-Comics mit dem Charme klassischer Mantel-und-Degen-Geschichten erwärmen kann, der sollte sich unbedingt einmal die Gesamtausgaben der Reihe anschauen. Zwar gibt es bis auf einige Skizzen am Ende kein weiteres Bonusmaterial, dafür aber über 200 Seiten spannende Unterhaltung um Macht, Intrige und Verrat im mittelalterlichen Rom. Im Mai erscheint neben der zweiten Gesamtausgabe auch Band 12 der Einzelausgaben.

Der Skorpion (Gesamtausgabe I)

Stéphen Desberg, Enrico Marini, Carlsen

Der Skorpion (Gesamtausgabe I)

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